Files
proxmox-snapshot-service/README.md
T
duffyduckandClaude Opus 5 963463a1a1 Web-Oberflaeche als Dienst, Anmeldung mit den Proxmox-Benutzern
install.sh --with-webexplorer --port <nummer> richtet pvesnap-web.service
ein. Fehlt der Port, bricht das Skript mit einer Erklaerung ab; --port
ohne --with-webexplorer, ein Port ausserhalb 1-65535, etwas anderes als
eine Zahl und Port 8006 (Proxmox selbst) werden ebenfalls abgefangen -
und zwar vor der root-Pruefung, damit ein Tippfehler sofort auffaellt.
--help beschreibt jetzt alle Optionen mit Beispielen.

Port, Adresse und Anmeldeart stehen in /etc/pvesnap/web.conf und lassen
sich dort aendern, ohne die Unit anzufassen.

Angemeldet wird mit den Benutzern von Proxmox VE: dieselbe Maske aus
Benutzer, Passwort und Realm-Auswahl, geprueft ueber POST /access/ticket
auf der lokalen API - also derselbe Weg wie im Proxmox-Webinterface. Alle
Realms funktionieren damit automatisch; Zwei-Faktor-Anmeldungen werden
abgewiesen statt halb durchgewinkt.

Ein gueltiges Passwort allein reicht nicht: zusaetzlich braucht der
Benutzer auf dem Gast das Recht VM.Snapshot (geprueft auf /, /vms,
/vms/<id> und dem Pool). Sonst koennte jeder Proxmox-Benutzer saemtliche
Dateien aller Gaeste lesen. In der Gastliste erscheinen nur erlaubte
Gaeste, root@pam sieht wie in Proxmox alles. Anpassbar ueber
--require-privilege und --allow-user.

Ausserdem: SIGTERM haengt einen offenen Snapshot wieder aus (ohne das
bliebe er bei "systemctl stop" eingebunden), und beim Start werden Reste
von Prozessen abgeraeumt, die es nicht mehr gibt - parallel laufende
Sitzungen bleiben dabei unangetastet.

Auf pvetest01 geprueft: Dienststart ueber systemd, Anmeldemaske mit den
Realms des Hosts, Abweisung ohne und mit falschen Zugangsdaten (401,
protokolliert mit Absender-IP), Zugriff ohne Recht (403 auf Snapshot-
Liste und Oeffnen), vollstaendiger Ablauf als Berechtigter bis zum
Datei-Download, Abmelden macht die Sitzung ungueltig, und SIGTERM
hinterlaesst weder rbd-Maps noch Mountpunkte.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com>
2026-07-31 10:15:56 +02:00

500 lines
20 KiB
Markdown

# pvesnap — automatische Snapshots für Proxmox VE
Ein systemd-Dienst, der nach frei definierbaren Zeitplänen Snapshots von VMs und
Containern anlegt und alte Snapshots nach einer einstellbaren Vorhaltezeit wieder
löscht. Alles wird über **eine INI-Datei** gesteuert, die sich auch bequem in einem
**ncurses-Editor** bearbeiten lässt.
* Beliebig viele **Gruppen** — z. B. „diese VMs stündlich, jene täglich, der Rest monatlich“
* **VM-Auswahl** nach VMID, Name (mit `*`-Mustern), Tag, Pool oder einfach „alle“
* **Vorhaltezeit** je Gruppe nach Anzahl *und/oder* Alter
* Jeder Snapshot bekommt eine **Beschreibung**, an der er sich wiedererkennen lässt
* Läuft cluster-weit (alle Nodes) über `pvesh`
* Nur Python-Standardbibliothek — keine zusätzlichen Pakete nötig
Dazu zwei Werkzeuge, um wieder **an die Daten im Snapshot** zu kommen:
* `pvesnap-explorer` — zwei Fenster im Terminal wie im Midnight Commander
* `pvesnap-web` — im Browser durchsehen und herunterladen, auch vom anderen Rechner
---
## Installation
Auf dem Proxmox-Host als root:
```bash
git clone <dieses-repo> pvesnap && cd pvesnap
./install.sh # nur der Snapshot-Dienst
./install.sh --with-webexplorer --port 8823 # zusätzlich die Web-Oberfläche
./install.sh --help # alle Optionen
```
| Option | |
|---|---|
| `--with-webexplorer` | Web-Oberfläche als Dienst einrichten (**erfordert `--port`**) |
| `--port <nummer>` | Port der Web-Oberfläche |
| `--bind <adresse>` | Adresse, auf der sie lauscht (Vorgabe `0.0.0.0`) |
| `--no-start` | installieren, aber Dienste nicht starten |
| `--force` | auch ohne erkanntes Proxmox VE installieren |
Das Skript legt an:
| Pfad | Inhalt |
|---|---|
| `/usr/lib/pvesnap/` | Programmcode |
| `/usr/local/bin/pvesnap` | Dienst und Konfiguration |
| `/usr/local/bin/pvesnap-explorer` | Zwei-Fenster-Explorer |
| `/usr/local/bin/pvesnap-web` | Web-Oberfläche |
| `/etc/pvesnap/pvesnap.conf` | Konfiguration (wird bei Updates **nicht** überschrieben) |
| `/var/lib/pvesnap/state.json` | merkt sich die letzten Läufe |
| `/etc/systemd/system/pvesnap.service` | systemd-Unit des Snapshot-Dienstes |
| `/etc/systemd/system/pvesnap-web.service` | Unit der Web-Oberfläche (nur mit `--with-webexplorer`) |
| `/etc/pvesnap/web.conf` | Port und Anmeldeart der Web-Oberfläche |
In der mitgelieferten Beispielkonfiguration sind alle Gruppen auf `enabled = no`
gesetzt — es passiert also erst etwas, wenn du eine Gruppe aktivierst.
**Deinstallation:**
```bash
./uninstall.sh # Programm und Dienst entfernen, Konfiguration bleibt
./uninstall.sh --purge # zusätzlich /etc/pvesnap und /var/lib/pvesnap löschen
```
Bereits angelegte Snapshots werden dabei **nie** angerührt.
---
## Konfiguration im ncurses-Editor
```bash
pvesnap config
```
* **Gruppenliste** — `Enter` bearbeiten, `n` neu, `c` kopieren, `d` löschen,
`Leertaste` an/aus, `g` globale Einstellungen, `v` Übersicht welche VM in
welcher Gruppe landet, `s` speichern, `r` Dienst neu laden, `q` Ende
* **`r` — Dienst neu laden**, ohne den Editor zu verlassen: entspricht
`systemctl reload pvesnap`. Ungespeicherte Änderungen werden vorher zum
Speichern angeboten, ein gestoppter Dienst zum Starten, und wenn das Neuladen
scheitert, wird ein Neustart angeboten. Nach `s` fragt der Editor ohnehin
gleich, ob neu geladen werden soll. Oben in der Kopfzeile steht jederzeit, ob
der Dienst läuft. (Braucht root — also `sudo pvesnap config`.)
* **Gruppe bearbeiten** — Feld auswählen, `Enter` ändern, `Leertaste` umschalten.
Ganz unten steht live, auf wie viele Gäste die Auswahl gerade zutrifft.
* **VM-Auswahl** (`v`) — Liste aller VMs und Container mit Node, Status und Tags;
`Leertaste` auswählen, `a` alle, `n` keine, `i` umkehren, `/` filtern,
`Enter` übernehmen.
> Beim Speichern wird die INI-Datei neu geschrieben. Eigene Kommentare und ein
> `[defaults]`-Abschnitt gehen dabei verloren (die Werte bleiben inhaltlich
> erhalten, sie stehen danach in jeder Gruppe einzeln). Eine Sicherung wird als
> `pvesnap.conf.bak` abgelegt.
---
## Konfiguration von Hand
```ini
[global]
prefix = auto # Namenspräfix aller pvesnap-Snapshots
check_interval = 60s # wie oft der Dienst nach Fälligem schaut
state_file = /var/lib/pvesnap/state.json
log_level = INFO
task_timeout = 15m
retries = 2 # Wiederholungen, wenn eine Sperre belegt ist
retry_delay = 60s
pause_between = 0s # Pause zwischen zwei Gästen
run_on_start = no # beim Start sofort einen Durchlauf machen?
dry_run = no # yes = nichts wirklich tun, nur protokollieren
description = pvesnap | Gruppe: {group} | erstellt: {datetime} | Vorhaltezeit: {keep_time}
[defaults] # Vorgaben für alle Gruppen (optional)
skip_stopped = no
[group:stündlich]
interval = 1h
align = yes # an der Uhr ausrichten: 00:00, 01:00, ...
keep_count = 24 # höchstens 24 Snapshots je VM
keep_time = 2d # nichts älter als 2 Tage
tags = stuendlich # alle VMs mit diesem Tag
skip_stopped = yes
[group:täglich]
schedule = daily
at = 02:30
keep_count = 14
keep_time = 21d
names = web-*, db-*
[group:monatlich]
schedule = monthly
day_of_month = 1
at = 04:00
keep_count = 6
all = yes
exclude_tags = nosnap
```
Nach jeder Änderung:
```bash
pvesnap check # Konfiguration prüfen
systemctl reload pvesnap # Dienst übernimmt die Änderung ohne Neustart
```
### Zeitplan
Entweder ein Intervall …
```ini
interval = 30m # 30m, 1h, 6h, 2d12h, 1w ...
align = yes # yes: an der Uhr ausgerichtet (00:00, 00:30, 01:00, ...)
# no: 30 Minuten nach dem letzten Lauf
```
… oder ein fester Termin:
| `schedule` | zusätzliche Angaben | Beispiel |
|---|---|---|
| `hourly` | `minute = 15` | jede Stunde um :15 |
| `daily` | `at = 02:30` | täglich um 02:30 |
| `weekly` | `at`, `day_of_week = so` | sonntags um 03:00 |
| `monthly` | `at`, `day_of_month = 1` | am 1. jedes Monats |
| `yearly` | `at`, `day_of_month`, `month` | einmal jährlich |
`day_of_month = 31` wird in kürzeren Monaten automatisch auf den letzten Tag
gezogen. Läuft der Host zum Termin nicht, wird der Lauf beim nächsten Start
nachgeholt.
### Vorhaltezeit
```ini
keep_count = 24 # höchstens 24 Snapshots je VM und Gruppe (0 = unbegrenzt)
keep_time = 7d # nichts älter als 7 Tage (0 = unbegrenzt)
keep_min = 1 # so viele bleiben in jedem Fall stehen
```
Beides ist kombinierbar — gelöscht wird, was *eine* der beiden Grenzen reißt.
Mindestens eine der beiden Angaben muss gesetzt sein, sonst würde die Zahl der
Snapshots unbegrenzt wachsen (`pvesnap check` weist darauf hin).
### Welche VMs?
Alle Angaben wirken als **ODER**, Ausschlüsse gewinnen immer:
```ini
all = yes # alle VMs und Container
vmids = 100,101,105-110 # nach ID, auch Bereiche
names = web-*, db-0? # nach Name, mit Platzhaltern
tags = prod, wichtig # nach Proxmox-Tag
pools = Kunden # nach Proxmox-Pool
types = qemu # nur VMs (bzw. lxc = nur Container; leer = beides)
exclude_vmids = 999
exclude_names = *-test
exclude_tags = nosnap
```
### Snapshot-Optionen
```ini
vmstate = yes # RAM mitsichern (nur QEMU und nur bei laufender VM)
skip_stopped = yes # gestoppte Gäste überspringen
description = Sicherung von {name} ({vmid}) vom {date}
```
Platzhalter der Beschreibung: `{group}` `{group_slug}` `{vmid}` `{name}` `{node}`
`{type}` `{pool}` `{tags}` `{date}` `{time}` `{datetime}` `{timestamp}`
`{keep_time}` `{keep_count}` `{schedule}`
---
## Namensschema und Sicherheit
```
auto-taeglich-20260730-023000
│ │ │ └── Uhrzeit
│ │ └────────── Datum
│ └──────────────────── Kurzname der Gruppe
└─────────────────────────── prefix aus [global]
```
pvesnap löscht **ausschließlich** Snapshots, deren Name exakt auf dieses Muster
passt und deren Gruppen-Kurzname zur jeweiligen Gruppe gehört. Von Hand oder von
anderen Werkzeugen angelegte Snapshots bleiben garantiert unangetastet.
Umlaute und Sonderzeichen im Gruppennamen werden für den Kurznamen umgeschrieben
(`täglich``taeglich`). Wenn zwei Gruppen denselben Kurznamen ergäben, meldet
das `pvesnap check`.
---
## Befehle
```bash
pvesnap status # Übersicht: Gruppen, letzte und nächste Läufe
pvesnap vms # alle VMs und die Gruppen, in denen sie stecken
pvesnap list # vorhandene pvesnap-Snapshots (-a = auch fremde)
pvesnap check # Konfiguration prüfen
pvesnap config # ncurses-Editor
pvesnap run # jetzt fällige Gruppen ausführen
pvesnap run --force -g täglich # eine Gruppe sofort ausführen
pvesnap run --force --dry-run # Probelauf, ändert nichts
pvesnap prune -g stündlich # nur aufräumen, keine neuen Snapshots
systemctl status pvesnap
systemctl reload pvesnap # Konfiguration neu einlesen (SIGHUP)
journalctl -u pvesnap -f # Protokoll mitlesen
```
Ein manueller `pvesnap run` ist auch möglich, während der Dienst läuft — beide
teilen sich eine Sperre und kommen sich nicht in die Quere.
Mit `-c /pfad/zur.conf` lässt sich jederzeit eine andere Konfiguration verwenden,
z. B. zum Ausprobieren.
---
## Hinweise aus der Praxis
* **Snapshot ist kein Backup.** Snapshots liegen auf demselben Storage wie die VM.
Für echte Sicherungen zusätzlich `vzdump` / Proxmox Backup Server verwenden.
* **Speicherplatz:** Jeder Snapshot hält alte Blöcke fest. Bei schreibfreudigen
VMs lieber kurze Vorhaltezeiten wählen und den Storage im Auge behalten.
* **Nicht jedes Storage kann Snapshots** — LVM-thick und Verzeichnis-Storage mit
`raw`-Images können es nicht. Solche VMs melden einen Fehler im Protokoll; die
übrigen laufen normal weiter.
* **`vmstate = yes`** friert die VM kurz ein und braucht Platz in Höhe des
zugewiesenen RAM. Für regelmäßige Läufe meist unnötig.
* **Gruppe umbenennen:** Der neue Name bekommt einen eigenen Kurznamen. Snapshots
unter dem alten Namen werden dann nicht mehr automatisch aufgeräumt — vorher
aufräumen lassen oder die alten Snapshots von Hand entfernen.
* **Zeitumstellung:** Es wird mit lokaler Zeit gerechnet. Ein täglicher Termin um
02:30 kann in der Umstellungsnacht ausfallen oder doppelt anstehen.
---
## Wenn Snapshots am Storage-Lock scheitern
```
trying to acquire cfs lock 'storage-data' ...
TASK ERROR: cfs-lock 'storage-data' error: got lock request timeout
```
`storage-data` ist dabei kein falsch gelesener Name — in pmxcfs heißen
Storage-Sperren immer `storage-<name>`, gemeint ist also das Storage `data`.
Proxmox nimmt diese Sperre beim Anlegen eines Snapshots und gibt nach 60 s auf,
wenn sie jemand anderes hält.
pvesnap geht damit so um:
* Der Aufruf wartet, bis der Snapshot-Task in Proxmox **wirklich fertig** ist,
bevor die nächste VM drankommt — sonst würden sich die Läufe gegenseitig
aussperren.
* Sperr-Fehler gelten als vorübergehend und werden `retries`-mal mit
`retry_delay` Abstand wiederholt. Echte Fehler (etwa „storage does not support
snapshots") werden **nicht** wiederholt.
* Mit `pause_between = 10s` lässt sich zusätzlich Druck vom Storage nehmen, wenn
viele VMs auf demselben Storage liegen.
### Der Dienst scheitert, von Hand geht es
Scheitert **jeder** Lauf des Dienstes am Storage-Lock, während derselbe Befehl
in der Shell funktioniert, liegt es an der Umgebung des Dienstes — nicht am
Storage. `pvesh` führt die Proxmox-API im eigenen Prozess aus, der Snapshot-Task
ist also ein *Kindprozess von pvesnap* und erbt alles, was in der systemd-Unit
eingeschränkt wurde.
Der Klassiker ist `ProtectSystem=` in der Unit: das hängt `/etc` schreibgeschützt
ein, und pmxcfs legt seine Sperren als Verzeichnisse unter `/etc/pve/priv/lock/`
an. Das `mkdir` scheitert, Proxmox wiederholt es erfolglos — und meldet am Ende
einen Lock-Timeout statt eines Rechtefehlers. Prüfen:
```bash
systemctl show pvesnap -p ProtectSystem -p ProtectHome -p PrivateTmp -p ReadOnlyPaths
pvesnap check # meldet so etwas von sich aus
```
Alle drei müssen leer bzw. `no` sein. Die mitgelieferte Unit enthält deshalb
bewusst **keine** Sandbox-Optionen.
### Wenn die Sperre wirklich belegt ist
Diese Kommandos helfen beim Eingrenzen:
```bash
pvesm status # ist das Storage online und erreichbar?
grep -A6 "^[a-z]*: data" /etc/pve/storage.cfg
pvesh get /cluster/tasks --output-format json | head # hängt noch ein Task?
systemctl status pvestatd pve-cluster
journalctl -u pvestatd -n 50
```
Häufigste Ursachen: ein hängender Backup- oder Replikationsjob auf demselben
Storage, ein nicht erreichbares NFS/CIFS-Storage (dann blockiert `pvestatd`),
oder ein abgebrochener Task, der die Sperre nicht freigegeben hat.
---
## Dateien aus einem Snapshot holen
Ein Snapshot ist kein Verzeichnis. Damit man hineinschauen kann, wird er
**schreibgeschützt** als Blockgerät eingebunden und gemountet — je nach Storage
unterschiedlich:
| Storage | Weg hinein |
|---|---|
| `rbd` (Ceph) | `rbd map pool/image@snap`, bei nicht unterstützten Image-Features `rbd-nbd` |
| `zfspool` | Container direkt über `.zfs/snapshot/…`, VMs über einen temporären Klon |
| `lvmthin`, `lvm` | die Snapshot-LV `snap_<volume>_<snapname>` aktivieren |
| `dir`, `nfs`, `cifs` | `qemu-nbd --load-snapshot` (nur qcow2) |
Danach werden Partitionen erkannt und mit `ro,noload` bzw. `ro,norecovery,nouuid`
gemountet — Snapshots laufender Gäste haben fast immer ein unsauberes Journal,
ohne diese Optionen würde der Kernel hineinschreiben wollen.
Aufgeräumt wird beim Beenden automatisch. Bleibt nach einem Absturz etwas
hängen:
```bash
pvesnap-explorer --cleanup
```
### `pvesnap-explorer` — zwei Fenster im Terminal
```bash
pvesnap-explorer # Gast und Snapshot auswählen
pvesnap-explorer 802 # Snapshot von VM 802 auswählen
pvesnap-explorer 802 <snapname> # direkt öffnen
pvesnap-explorer --path /mnt/x # beliebiges Verzeichnis (zum Ausprobieren)
```
Links der Snapshot, rechts der lokale Rechner:
| Taste | |
|---|---|
| `Tab` | Fenster wechseln |
| `Pfeiltasten`, `Enter` | bewegen, Verzeichnis öffnen oder Datei ansehen |
| `Backspace` | ein Verzeichnis hoch |
| `Leertaste` | markieren; `*` umkehren, `a` alle, `u` keine |
| `F5` / `c` | Markiertes ins andere Fenster kopieren |
| `F3` / `v` | Datei ansehen (Text oder Hex) |
| `F7` / `n` | neues Verzeichnis (nur lokal) |
| `F6` / `g` | Verzeichnis direkt eingeben |
| `F2` / `m` | anderes Dateisystem des Snapshots wählen |
| `F10` / `q` | eine Ebene zurück (Snapshot wird ausgehängt) |
Der Explorer hat drei Ebenen: **Gastauswahl → Snapshot-Auswahl → Dateien**. Mit
`q` geht es jeweils eine Ebene zurück; beim Verlassen des Dateibrowsers wird der
Snapshot wieder ausgehängt, sodass man gleich den nächsten öffnen kann. Das
rechte Fenster behält dabei sein Verzeichnis — praktisch, wenn man aus mehreren
Snapshots ins selbe Zielverzeichnis sammelt.
Kopiert wird immer vom aktiven ins andere Fenster — in den Snapshot hinein geht
nichts, er ist schreibgeschützt. Beim Kopieren gibt es einen Fortschrittsbalken,
`ESC` bricht ab; vorhandene Dateien werden abgefragt (`ja` / `nein` / `alle` /
`keine`). Gerätedateien und Sockets werden übersprungen, symbolische Verweise
bleiben Verweise.
### `pvesnap-web` — im Browser herunterladen
Als Dienst (empfohlen, überlebt Neustarts):
```bash
./install.sh --with-webexplorer --port 8823
```
Danach läuft die Oberfläche dauerhaft auf `http://<host>:8823/`. Port, Adresse
und Anmeldeart stehen in `/etc/pvesnap/web.conf`:
```
PVESNAP_WEB_ARGS=--bind 0.0.0.0 --port 8823 --auth pve
```
Nach Änderungen `systemctl restart pvesnap-web`. Oder von Hand für einen
einzelnen Einsatz:
```bash
pvesnap-web # Gast und Snapshot im Browser wählen
pvesnap-web 802 <snapname> # diesen Snapshot gleich öffnen
pvesnap-web --path /verzeichnis # beliebiges Verzeichnis (ohne Proxmox)
```
**Anmeldung mit den Proxmox-Benutzern.** Die Oberfläche zeigt dieselbe
Anmeldemaske wie Proxmox — Benutzername, Passwort, Realm-Auswahl. Geprüft wird
über `POST /access/ticket` auf der lokalen Proxmox-API, also genau den Weg, den
auch das Proxmox-Webinterface geht. Alle Realms (`pam`, `pve`, LDAP, AD …)
funktionieren damit automatisch. Zwei-Faktor-Anmeldungen werden abgewiesen statt
halb durchgewinkt.
**Wer darf was sehen?** Ein gültiges Passwort allein reicht nicht — sonst könnte
jeder Proxmox-Benutzer sämtliche Dateien aller Gäste lesen. Zusätzlich muss der
Benutzer auf dem jeweiligen Gast das Recht **`VM.Snapshot`** besitzen (geprüft
auf `/`, `/vms`, `/vms/<id>` und dem Pool des Gastes). In der Gastliste tauchen
nur Gäste auf, für die das zutrifft; `root@pam` sieht wie in Proxmox alles.
Anpassen mit:
```
--require-privilege VM.Backup # anderes Recht verlangen
--allow-user backup@pve # einzelne Benutzer generell zulassen
--auth token # stattdessen Schlüssel in der Adresse
--auth none # ohne Anmeldung (nur im vertrauten Netz)
```
Ohne Proxmox (`--path`) gibt es keine Benutzer — dort wird automatisch ein
Zugangsschlüssel erzeugt und beim Start als Adresse ausgegeben.
**Bedienung:** Snapshot anklicken, durchklicken; **einzelne Dateien** werden
direkt heruntergeladen, **Verzeichnisse und Mehrfachauswahl** als ZIP (im Strom
erzeugt, es wird nichts zwischengespeichert).
Zur Sicherheit:
* Es wird ausschließlich **gelesen**. Die Oberfläche kann nichts ändern oder
löschen.
* Pfade außerhalb des eingebundenen Snapshots werden abgewiesen — über die
Adresszeile kommt man nicht an den Rest des Hosts.
* Fehlgeschlagene Anmeldungen landen mit Absender-IP im Journal
(`journalctl -u pvesnap-web`).
* Die Verbindung ist unverschlüsseltes HTTP — Passwörter gehen im Klartext über
das Netz. Über unsichere Netze deshalb besser einen SSH-Tunnel legen:
`ssh -L 8823:localhost:8823 root@pve`, dazu in `web.conf`
`--bind 127.0.0.1` setzen.
Beim Beenden (`Strg-C` oder `systemctl stop pvesnap-web`) wird ein offener
Snapshot wieder ausgehängt.
---
## Aufbau
```
pvesnap/
config.py INI lesen und schreiben, Gruppen- und Globaleinstellungen
schedule.py Berechnung des nächsten Termins
naming.py Namensschema und Beschreibungs-Vorlagen
proxmox.py pvesh-Anbindung (Inventar, Snapshots anlegen/löschen)
engine.py Auswahl der Gäste, Anlegen, Aufräumen
daemon.py Hauptschleife, Signale, Sperren
state.py merkt sich die letzten Läufe
preflight.py prüft die Umgebung (root, /etc/pve beschreibbar, /root)
cli.py Kommandozeile
curses_util.py gemeinsame curses-Bausteine
tui.py ncurses-Konfigurationseditor
snapfs.py Snapshots einbinden und mounten (rbd/zfs/lvm/qcow2)
explorer.py Zwei-Fenster-Explorer im Terminal
web/ Web-Oberfläche zum Herunterladen
server.py HTTP-Server, ZIP im Strom, Zugangsschlüssel
assets.py Stylesheet und HTML-Gerüst
config/pvesnap.conf.example
systemd/pvesnap.service
install.sh uninstall.sh
```
Der Dienst (`pvesnap`) und die beiden Explorer teilen sich `proxmox.py`;
`snapfs.py` liefert beiden Oberflächen einen ganz gewöhnlichen Pfad, sodass
Explorer und Web-Oberfläche nichts über Ceph, ZFS oder LVM wissen müssen.