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proxmox-snapshot-service/README.md
T
duffyduckandClaude Opus 5 804224d2da Transfer-Laufwerke: NTFS raus, Partitionstyp explizit auf msftdata
NTFS wird nicht mehr angeboten und nirgends mehr erwaehnt - exFAT deckt den
Windows-Fall ab, ohne dass etwas nachinstalliert werden muss, das 'fuse' und
damit pve-cluster gefaehrdet. In snapfs.py bleibt ntfs stehen: dort geht es
ums Lesen von Windows-Gast-Snapshots, eine ganz andere Sache.

parted legt nur noch die Partition an, ohne Dateisystem-Hinweis. Dabei ist
aufgefallen, dass genau dieser Hinweis vorher die Typ-Kennung gesetzt hatte:
ohne ihn vergibt parted 0FC63DAF-... ("Linux filesystem"), und Windows haengt
so eine Partition nicht ein. Die Kennung wird jetzt ausdruecklich gesetzt:

    parted ... mkpart primary 1MiB 100% set 1 msftdata on
    -> EBD0A0A2-B9E5-4433-87C0-68B6B72699C7  (Microsoft basic data)

Nur darauf vergibt Windows von selbst einen Laufwerksbuchstaben.

Das alte --exchange kennt jetzt ebenfalls exfat statt ntfs.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com>
2026-07-31 20:29:19 +02:00

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# pvesnap — automatische Snapshots für Proxmox VE
Ein systemd-Dienst, der nach frei definierbaren Zeitplänen Snapshots von VMs und
Containern anlegt und alte Snapshots nach einer einstellbaren Vorhaltezeit wieder
löscht. Alles wird über **eine INI-Datei** gesteuert, die sich auch bequem in einem
**ncurses-Editor** bearbeiten lässt.
* Beliebig viele **Gruppen** — z. B. „diese VMs stündlich, jene täglich, der Rest monatlich“
* **VM-Auswahl** nach VMID, Name (mit `*`-Mustern), Tag, Pool oder einfach „alle“
* **Vorhaltezeit** je Gruppe nach Anzahl *und/oder* Alter
* Jeder Snapshot bekommt eine **Beschreibung**, an der er sich wiedererkennen lässt
* Läuft cluster-weit (alle Nodes) über `pvesh`
* Nur Python-Standardbibliothek — keine zusätzlichen Pakete nötig
Dazu drei Werkzeuge, um wieder **an die Daten im Snapshot** zu kommen:
* `pvesnap-explorer` — zwei Fenster im Terminal wie im Midnight Commander
* `pvesnap-web` — im Browser durchsehen und herunterladen, auch vom anderen Rechner
* `pvesnap-recovery` — den Snapshot als **laufende Maschine** starten, abgeschottet
ohne Netzwerk oder als vollwertige Wiederherstellung mit gleicher Identität
---
## Installation
Auf dem Proxmox-Host als root:
```bash
git clone <dieses-repo> pvesnap && cd pvesnap
./install.sh # nur der Snapshot-Dienst
./install.sh --with-webexplorer --port 8823 # zusätzlich die Web-Oberfläche
./install.sh --help # alle Optionen
```
| Option | |
|---|---|
| `--with-webexplorer` | Web-Oberfläche als Dienst einrichten (**erfordert `--port`**) |
| `--port <nummer>` | Port der Web-Oberfläche |
| `--bind <adresse>` | Adresse, auf der sie lauscht (Vorgabe `0.0.0.0`) |
| `--no-start` | installieren, aber Dienste nicht starten |
| `--force` | auch ohne erkanntes Proxmox VE installieren |
Das Skript legt an:
| Pfad | Inhalt |
|---|---|
| `/usr/lib/pvesnap/` | Programmcode |
| `/usr/local/bin/pvesnap` | Dienst und Konfiguration |
| `/usr/local/bin/pvesnap-explorer` | Zwei-Fenster-Explorer |
| `/usr/local/bin/pvesnap-web` | Web-Oberfläche |
| `/usr/local/bin/pvesnap-recovery` | Snapshot als Maschine starten |
| `/etc/pvesnap/pvesnap.conf` | Konfiguration (wird bei Updates **nicht** überschrieben) |
| `/var/lib/pvesnap/state.json` | merkt sich die letzten Läufe |
| `/etc/systemd/system/pvesnap.service` | systemd-Unit des Snapshot-Dienstes |
| `/etc/systemd/system/pvesnap-web.service` | Unit der Web-Oberfläche (nur mit `--with-webexplorer`) |
| `/etc/pvesnap/web.conf` | Port und Anmeldeart der Web-Oberfläche |
In der mitgelieferten Beispielkonfiguration sind alle Gruppen auf `enabled = no`
gesetzt — es passiert also erst etwas, wenn du eine Gruppe aktivierst.
**Deinstallation:**
```bash
./uninstall.sh # Programm und Dienst entfernen, Konfiguration bleibt
./uninstall.sh --purge # zusätzlich /etc/pvesnap und /var/lib/pvesnap löschen
```
Bereits angelegte Snapshots werden dabei **nie** angerührt.
---
## Konfiguration im ncurses-Editor
```bash
pvesnap config
```
* **Gruppenliste** — `Enter` bearbeiten, `n` neu, `c` kopieren, `d` löschen,
`Leertaste` an/aus, `g` globale Einstellungen, `v` Übersicht welche VM in
welcher Gruppe landet, `s` speichern, `r` Dienst neu laden, `q` Ende
* **`r` — Dienst neu laden**, ohne den Editor zu verlassen: entspricht
`systemctl reload pvesnap`. Ungespeicherte Änderungen werden vorher zum
Speichern angeboten, ein gestoppter Dienst zum Starten, und wenn das Neuladen
scheitert, wird ein Neustart angeboten. Nach `s` fragt der Editor ohnehin
gleich, ob neu geladen werden soll. Oben in der Kopfzeile steht jederzeit, ob
der Dienst läuft. (Braucht root — also `sudo pvesnap config`.)
* **Gruppe bearbeiten** — Feld auswählen, `Enter` ändern, `Leertaste` umschalten.
Ganz unten steht live, auf wie viele Gäste die Auswahl gerade zutrifft.
* **VM-Auswahl** (`v`) — Liste aller VMs und Container mit Node, Status und Tags;
`Leertaste` auswählen, `a` alle, `n` keine, `i` umkehren, `/` filtern,
`Enter` übernehmen.
> Beim Speichern wird die INI-Datei neu geschrieben. Eigene Kommentare und ein
> `[defaults]`-Abschnitt gehen dabei verloren (die Werte bleiben inhaltlich
> erhalten, sie stehen danach in jeder Gruppe einzeln). Eine Sicherung wird als
> `pvesnap.conf.bak` abgelegt.
---
## Konfiguration von Hand
```ini
[global]
prefix = auto # Namenspräfix aller pvesnap-Snapshots
check_interval = 60s # wie oft der Dienst nach Fälligem schaut
state_file = /var/lib/pvesnap/state.json
log_level = INFO
task_timeout = 15m
retries = 2 # Wiederholungen, wenn eine Sperre belegt ist
retry_delay = 60s
pause_between = 0s # Pause zwischen zwei Gästen
run_on_start = no # beim Start sofort einen Durchlauf machen?
dry_run = no # yes = nichts wirklich tun, nur protokollieren
description = pvesnap | Gruppe: {group} | erstellt: {datetime} | Vorhaltezeit: {keep_time}
[defaults] # Vorgaben für alle Gruppen (optional)
skip_stopped = no
[group:stündlich]
interval = 1h
align = yes # an der Uhr ausrichten: 00:00, 01:00, ...
keep_count = 24 # höchstens 24 Snapshots je VM
keep_time = 2d # nichts älter als 2 Tage
tags = stuendlich # alle VMs mit diesem Tag
skip_stopped = yes
[group:täglich]
schedule = daily
at = 02:30
keep_count = 14
keep_time = 21d
names = web-*, db-*
[group:monatlich]
schedule = monthly
day_of_month = 1
at = 04:00
keep_count = 6
all = yes
exclude_tags = nosnap
```
Nach jeder Änderung:
```bash
pvesnap check # Konfiguration prüfen
systemctl reload pvesnap # Dienst übernimmt die Änderung ohne Neustart
```
### Zeitplan
Entweder ein Intervall …
```ini
interval = 30m # 30m, 1h, 6h, 2d12h, 1w ...
align = yes # yes: an der Uhr ausgerichtet (00:00, 00:30, 01:00, ...)
# no: 30 Minuten nach dem letzten Lauf
```
… oder ein fester Termin:
| `schedule` | zusätzliche Angaben | Beispiel |
|---|---|---|
| `hourly` | `minute = 15` | jede Stunde um :15 |
| `daily` | `at = 02:30` | täglich um 02:30 |
| `weekly` | `at`, `day_of_week = so` | sonntags um 03:00 |
| `monthly` | `at`, `day_of_month = 1` | am 1. jedes Monats |
| `yearly` | `at`, `day_of_month`, `month` | einmal jährlich |
`day_of_month = 31` wird in kürzeren Monaten automatisch auf den letzten Tag
gezogen. Läuft der Host zum Termin nicht, wird der Lauf beim nächsten Start
nachgeholt.
### Vorhaltezeit
```ini
keep_count = 24 # höchstens 24 Snapshots je VM und Gruppe (0 = unbegrenzt)
keep_time = 7d # nichts älter als 7 Tage (0 = unbegrenzt)
keep_min = 1 # so viele bleiben in jedem Fall stehen
```
Beides ist kombinierbar — gelöscht wird, was *eine* der beiden Grenzen reißt.
Mindestens eine der beiden Angaben muss gesetzt sein, sonst würde die Zahl der
Snapshots unbegrenzt wachsen (`pvesnap check` weist darauf hin).
### Welche VMs?
Alle Angaben wirken als **ODER**, Ausschlüsse gewinnen immer:
```ini
all = yes # alle VMs und Container
vmids = 100,101,105-110 # nach ID, auch Bereiche
names = web-*, db-0? # nach Name, mit Platzhaltern
tags = prod, wichtig # nach Proxmox-Tag
pools = Kunden # nach Proxmox-Pool
types = qemu # nur VMs (bzw. lxc = nur Container; leer = beides)
exclude_vmids = 999
exclude_names = *-test
exclude_tags = nosnap
```
### Snapshot-Optionen
```ini
vmstate = yes # RAM mitsichern (nur QEMU und nur bei laufender VM)
skip_stopped = yes # gestoppte Gäste überspringen
description = Sicherung von {name} ({vmid}) vom {date}
```
Platzhalter der Beschreibung: `{group}` `{group_slug}` `{vmid}` `{name}` `{node}`
`{type}` `{pool}` `{tags}` `{date}` `{time}` `{datetime}` `{timestamp}`
`{keep_time}` `{keep_count}` `{schedule}`
---
## Namensschema und Sicherheit
```
auto-taeglich-20260730-023000
│ │ │ └── Uhrzeit
│ │ └────────── Datum
│ └──────────────────── Kurzname der Gruppe
└─────────────────────────── prefix aus [global]
```
pvesnap löscht **ausschließlich** Snapshots, deren Name exakt auf dieses Muster
passt und deren Gruppen-Kurzname zur jeweiligen Gruppe gehört. Von Hand oder von
anderen Werkzeugen angelegte Snapshots bleiben garantiert unangetastet.
Umlaute und Sonderzeichen im Gruppennamen werden für den Kurznamen umgeschrieben
(`täglich``taeglich`). Wenn zwei Gruppen denselben Kurznamen ergäben, meldet
das `pvesnap check`.
---
## Befehle
```bash
pvesnap status # Übersicht: Gruppen, letzte und nächste Läufe
pvesnap vms # alle VMs und die Gruppen, in denen sie stecken
pvesnap list # vorhandene pvesnap-Snapshots (-a = auch fremde)
pvesnap check # Konfiguration prüfen
pvesnap config # ncurses-Editor
pvesnap run # jetzt fällige Gruppen ausführen
pvesnap run --force -g täglich # eine Gruppe sofort ausführen
pvesnap run --force --dry-run # Probelauf, ändert nichts
pvesnap prune -g stündlich # nur aufräumen, keine neuen Snapshots
systemctl status pvesnap
systemctl reload pvesnap # Konfiguration neu einlesen (SIGHUP)
journalctl -u pvesnap -f # Protokoll mitlesen
```
Ein manueller `pvesnap run` ist auch möglich, während der Dienst läuft — beide
teilen sich eine Sperre und kommen sich nicht in die Quere.
Mit `-c /pfad/zur.conf` lässt sich jederzeit eine andere Konfiguration verwenden,
z. B. zum Ausprobieren.
---
## Hinweise aus der Praxis
* **Snapshot ist kein Backup.** Snapshots liegen auf demselben Storage wie die VM.
Für echte Sicherungen zusätzlich `vzdump` / Proxmox Backup Server verwenden.
* **Speicherplatz:** Jeder Snapshot hält alte Blöcke fest. Bei schreibfreudigen
VMs lieber kurze Vorhaltezeiten wählen und den Storage im Auge behalten.
* **Nicht jedes Storage kann Snapshots** — LVM-thick und Verzeichnis-Storage mit
`raw`-Images können es nicht. Solche VMs melden einen Fehler im Protokoll; die
übrigen laufen normal weiter.
* **`vmstate = yes`** friert die VM kurz ein und braucht Platz in Höhe des
zugewiesenen RAM. Für regelmäßige Läufe meist unnötig.
* **Gruppe umbenennen:** Der neue Name bekommt einen eigenen Kurznamen. Snapshots
unter dem alten Namen werden dann nicht mehr automatisch aufgeräumt — vorher
aufräumen lassen oder die alten Snapshots von Hand entfernen.
* **Zeitumstellung:** Es wird mit lokaler Zeit gerechnet. Ein täglicher Termin um
02:30 kann in der Umstellungsnacht ausfallen oder doppelt anstehen.
---
## Wenn Snapshots am Storage-Lock scheitern
```
trying to acquire cfs lock 'storage-data' ...
TASK ERROR: cfs-lock 'storage-data' error: got lock request timeout
```
`storage-data` ist dabei kein falsch gelesener Name — in pmxcfs heißen
Storage-Sperren immer `storage-<name>`, gemeint ist also das Storage `data`.
Proxmox nimmt diese Sperre beim Anlegen eines Snapshots und gibt nach 60 s auf,
wenn sie jemand anderes hält.
pvesnap geht damit so um:
* Der Aufruf wartet, bis der Snapshot-Task in Proxmox **wirklich fertig** ist,
bevor die nächste VM drankommt — sonst würden sich die Läufe gegenseitig
aussperren.
* Sperr-Fehler gelten als vorübergehend und werden `retries`-mal mit
`retry_delay` Abstand wiederholt. Echte Fehler (etwa „storage does not support
snapshots") werden **nicht** wiederholt.
* Mit `pause_between = 10s` lässt sich zusätzlich Druck vom Storage nehmen, wenn
viele VMs auf demselben Storage liegen.
### Der Dienst scheitert, von Hand geht es
Scheitert **jeder** Lauf des Dienstes am Storage-Lock, während derselbe Befehl
in der Shell funktioniert, liegt es an der Umgebung des Dienstes — nicht am
Storage. `pvesh` führt die Proxmox-API im eigenen Prozess aus, der Snapshot-Task
ist also ein *Kindprozess von pvesnap* und erbt alles, was in der systemd-Unit
eingeschränkt wurde.
Der Klassiker ist `ProtectSystem=` in der Unit: das hängt `/etc` schreibgeschützt
ein, und pmxcfs legt seine Sperren als Verzeichnisse unter `/etc/pve/priv/lock/`
an. Das `mkdir` scheitert, Proxmox wiederholt es erfolglos — und meldet am Ende
einen Lock-Timeout statt eines Rechtefehlers. Prüfen:
```bash
systemctl show pvesnap -p ProtectSystem -p ProtectHome -p PrivateTmp -p ReadOnlyPaths
pvesnap check # meldet so etwas von sich aus
```
Alle drei müssen leer bzw. `no` sein. Die mitgelieferte Unit enthält deshalb
bewusst **keine** Sandbox-Optionen.
### Wenn die Sperre wirklich belegt ist
Diese Kommandos helfen beim Eingrenzen:
```bash
pvesm status # ist das Storage online und erreichbar?
grep -A6 "^[a-z]*: data" /etc/pve/storage.cfg
pvesh get /cluster/tasks --output-format json | head # hängt noch ein Task?
systemctl status pvestatd pve-cluster
journalctl -u pvestatd -n 50
```
Häufigste Ursachen: ein hängender Backup- oder Replikationsjob auf demselben
Storage, ein nicht erreichbares NFS/CIFS-Storage (dann blockiert `pvestatd`),
oder ein abgebrochener Task, der die Sperre nicht freigegeben hat.
---
## Dateien aus einem Snapshot holen
Ein Snapshot ist kein Verzeichnis. Damit man hineinschauen kann, wird er
**schreibgeschützt** als Blockgerät eingebunden und gemountet — je nach Storage
unterschiedlich:
| Storage | Weg hinein |
|---|---|
| `rbd` (Ceph) | `rbd map pool/image@snap`, bei nicht unterstützten Image-Features `rbd-nbd` |
| `zfspool` | Container direkt über `.zfs/snapshot/…`, VMs über einen temporären Klon |
| `lvmthin`, `lvm` | die Snapshot-LV `snap_<volume>_<snapname>` aktivieren |
| `dir`, `nfs`, `cifs` | `qemu-nbd --load-snapshot` (nur qcow2) |
Danach werden Partitionen erkannt und mit `ro,noload` bzw. `ro,norecovery,nouuid`
gemountet — Snapshots laufender Gäste haben fast immer ein unsauberes Journal,
ohne diese Optionen würde der Kernel hineinschreiben wollen.
Aufgeräumt wird beim Beenden automatisch. Bleibt nach einem Absturz etwas
hängen:
```bash
pvesnap-explorer --cleanup
```
### `pvesnap-explorer` — zwei Fenster im Terminal
```bash
pvesnap-explorer # Gast und Snapshot auswählen
pvesnap-explorer 802 # Snapshot von VM 802 auswählen
pvesnap-explorer 802 <snapname> # direkt öffnen
pvesnap-explorer --local /srv/restore # rechtes Fenster startet dort
pvesnap-explorer --path /mnt/x # beliebiges Verzeichnis (zum Ausprobieren)
pvesnap-explorer --cleanup # hängengebliebene Einbindungen lösen
```
| Parameter | Vorgabe | Bedeutung |
|---|---|---|
| `vmid` | — | Gast direkt vorwählen |
| `snapshot` | — | Snapshot direkt vorwählen |
| `-l`, `--local <pfad>` | aktuelles Verzeichnis | Startverzeichnis im rechten Fenster |
| `-p`, `--path <pfad>` | — | beliebiges Verzeichnis öffnen, ohne Proxmox zu fragen |
| `--cleanup` | — | hängengebliebene Einbindungen lösen und beenden |
| `-v`, `--verbose` | — | ausführliches Protokoll |
Links der Snapshot, rechts der lokale Rechner:
| Taste | |
|---|---|
| `Tab` | Fenster wechseln |
| `Pfeiltasten`, `Enter` | bewegen, Verzeichnis öffnen oder Datei ansehen |
| `Backspace` | ein Verzeichnis hoch |
| `Leertaste` | markieren; `*` umkehren, `a` alle, `u` keine |
| `F5` / `c` | Markiertes ins andere Fenster kopieren |
| `F3` / `v` | Datei ansehen (Text oder Hex) |
| `F7` / `n` | neues Verzeichnis (nur lokal) |
| `F6` / `g` | Verzeichnis direkt eingeben |
| `F2` / `m` | anderes Dateisystem des Snapshots wählen |
| `F10` / `q` | eine Ebene zurück (Snapshot wird ausgehängt) |
Der Explorer hat drei Ebenen: **Gastauswahl → Snapshot-Auswahl → Dateien**. Mit
`q` geht es jeweils eine Ebene zurück; beim Verlassen des Dateibrowsers wird der
Snapshot wieder ausgehängt, sodass man gleich den nächsten öffnen kann. Das
rechte Fenster behält dabei sein Verzeichnis — praktisch, wenn man aus mehreren
Snapshots ins selbe Zielverzeichnis sammelt.
Kopiert wird immer vom aktiven ins andere Fenster — in den Snapshot hinein geht
nichts, er ist schreibgeschützt. Beim Kopieren gibt es einen Fortschrittsbalken,
`ESC` bricht ab; vorhandene Dateien werden abgefragt (`ja` / `nein` / `alle` /
`keine`). Gerätedateien und Sockets werden übersprungen, symbolische Verweise
bleiben Verweise.
### `pvesnap-web` — im Browser herunterladen
#### Als Dienst einrichten
```bash
./install.sh --with-webexplorer --port 8823
```
Danach läuft die Oberfläche dauerhaft auf `http://<host>:8823/` und startet mit
dem System. Ohne `--port` bricht das Skript ab — der Port hat keine sinnvolle
Vorgabe, die zu jedem Host passt.
```bash
./install.sh --with-webexplorer --port 8443 --bind 10.0.0.5 # nur auf einer IP
./install.sh --with-webexplorer --port 8823 --no-start # erst später starten
```
Alle Aufrufparameter des Dienstes stehen in **`/etc/pvesnap/web.conf`**:
```
PVESNAP_WEB_ARGS=--bind 0.0.0.0 --port 8823 --auth pve
```
Dort lässt sich alles nachträglich ändern — Port, Adresse, Anmeldeart, Rechte:
```bash
nano /etc/pvesnap/web.conf
systemctl restart pvesnap-web
```
Dienst verwalten:
```bash
systemctl status pvesnap-web # läuft er?
systemctl restart pvesnap-web # nach Änderungen in web.conf
systemctl stop pvesnap-web # anhalten (hängt offene Snapshots aus)
systemctl disable pvesnap-web # nicht mehr automatisch starten
journalctl -u pvesnap-web -f # Protokoll, auch fehlgeschlagene Anmeldungen
```
#### Von Hand starten
Für einen einmaligen Einsatz, ohne etwas zu installieren:
```bash
pvesnap-web # Gast und Snapshot im Browser wählen
pvesnap-web 802 # nur diesen Gast anbieten
pvesnap-web 802 autosnap-taeglich-20260731-023000 # Snapshot gleich öffnen
```
| Parameter | Vorgabe | Bedeutung |
|---|---|---|
| `-P`, `--port <nummer>` | `8823` | Port, auf dem gelauscht wird |
| `-b`, `--bind <adresse>` | `0.0.0.0` | Netzwerkadresse; `127.0.0.1` = nur lokal |
| `-a`, `--auth pve\|token\|none` | `pve` | Anmeldeart, siehe unten |
| `--require-privilege <recht>` | `VM.Snapshot` | nötiges Recht auf dem Gast |
| `--allow-user <user@realm>` | — | dieser Benutzer darf alles (mehrfach möglich) |
| `-t`, `--token <schlüssel>` | zufällig | Zugangsschlüssel selbst vorgeben |
| `--no-token` | — | Kurzform für `--auth none` |
| `-p`, `--path <verzeichnis>` | — | beliebiges Verzeichnis statt eines Snapshots |
| `--cleanup` | — | hängengebliebene Einbindungen lösen und beenden |
| `-v`, `--verbose` | — | ausführliches Protokoll |
| `-V`, `--version` | — | Version anzeigen |
Beispiele:
```bash
# Nur lokal lauschen, dazu vom Arbeitsplatz einen SSH-Tunnel legen
pvesnap-web --bind 127.0.0.1 --port 8823
# am eigenen Rechner: ssh -L 8823:localhost:8823 root@pve
# dann im Browser: http://localhost:8823/
# Ein Backup-Team soll ran, ohne Snapshot-Rechte zu haben
pvesnap-web --port 8823 --require-privilege VM.Backup
# Ein einzelner Dienstleister, unabhängig von den Proxmox-Rechten
pvesnap-web --port 8823 --allow-user dienstleister@pve
# Schnell etwas herausgeben, ohne Proxmox-Benutzer (Schlüssel in der Adresse)
pvesnap-web --port 8823 --auth token
# Ein beliebiges Verzeichnis freigeben, z. B. ein bereits gemountetes Backup
pvesnap-web --path /mnt/restore --port 8823
# Nach einem Absturz aufräumen
pvesnap-web --cleanup
```
Mit `pvesnap-web --help` gibt es dieselbe Übersicht im Terminal.
**Anmeldung mit den Proxmox-Benutzern.** Die Oberfläche zeigt dieselbe
Anmeldemaske wie Proxmox — Benutzername, Passwort, Realm-Auswahl. Geprüft wird
über `POST /access/ticket` auf der lokalen Proxmox-API, also genau den Weg, den
auch das Proxmox-Webinterface geht. Alle Realms (`pam`, `pve`, LDAP, AD …)
funktionieren damit automatisch. Zwei-Faktor-Anmeldungen werden abgewiesen statt
halb durchgewinkt.
**Wer darf was sehen?** Ein gültiges Passwort allein reicht nicht — sonst könnte
jeder Proxmox-Benutzer sämtliche Dateien aller Gäste lesen. Zusätzlich muss der
Benutzer auf dem jeweiligen Gast das Recht **`VM.Snapshot`** besitzen (geprüft
auf `/`, `/vms`, `/vms/<id>` und dem Pool des Gastes). In der Gastliste tauchen
nur Gäste auf, für die das zutrifft; `root@pam` sieht wie in Proxmox alles.
Anpassen mit:
```
--require-privilege VM.Backup # anderes Recht verlangen
--allow-user backup@pve # einzelne Benutzer generell zulassen
--auth token # stattdessen Schlüssel in der Adresse
--auth none # ohne Anmeldung (nur im vertrauten Netz)
```
Ohne Proxmox (`--path`) gibt es keine Benutzer — dort wird automatisch ein
Zugangsschlüssel erzeugt und beim Start als Adresse ausgegeben.
**Bedienung:** Snapshot anklicken, durchklicken; **einzelne Dateien** werden
direkt heruntergeladen, **Verzeichnisse und Mehrfachauswahl** als ZIP (im Strom
erzeugt, es wird nichts zwischengespeichert).
Zur Sicherheit:
* Es wird ausschließlich **gelesen**. Die Oberfläche kann nichts ändern oder
löschen.
* Pfade außerhalb des eingebundenen Snapshots werden abgewiesen — über die
Adresszeile kommt man nicht an den Rest des Hosts.
* Fehlgeschlagene Anmeldungen landen mit Absender-IP im Journal
(`journalctl -u pvesnap-web`).
* Die Verbindung ist unverschlüsseltes HTTP — Passwörter gehen im Klartext über
das Netz. Über unsichere Netze deshalb besser einen SSH-Tunnel legen:
`ssh -L 8823:localhost:8823 root@pve`, dazu in `web.conf`
`--bind 127.0.0.1` setzen.
Beim Beenden (`Strg-C` oder `systemctl stop pvesnap-web`) wird ein offener
Snapshot wieder ausgehängt.
---
## Einen Snapshot als Maschine starten — `pvesnap-recovery`
Manchmal reicht es nicht, einzelne Dateien herauszukopieren. Eine Datenbank zum
Beispiel liegt im Snapshot als Haufen halbfertiger Dateien — brauchbar wird sie
erst, wenn der Datenbankserver läuft und selbst einen Dump schreibt. Genau dafür
ist `pvesnap-recovery` da: Es startet den Snapshot als **eigenständige Maschine**,
ohne das Original anzufassen.
Zwei Betriebsarten:
| | **live** | **recovery** |
|---|---|---|
| Netzwerk | keins | volles Netz |
| Identität | bleibt (UUID, MACs, Hostname) | bleibt (UUID, MACs, Hostname) |
| Wofür | hineinschauen, Dump ziehen, Daten holen | die Maschine wirklich wieder in Betrieb nehmen |
| Risiko | keins — sie kann nichts erreichen | hoch, solange das Original läuft |
Bedient wird das Ganze mit `pvesnap-recovery` (ncurses-Oberfläche mit Übersicht
und Assistent) oder direkt über Parameter.
### Warum das schnell geht
Die Datenträger werden nicht kopiert, sondern **geklont**. Auf Ceph/RBD, ZFS und
LVM-thin ist das ein Copy-on-Write-Klon: Er ist in Sekunden fertig, egal wie groß
die Platte ist, und belegt anfangs keinen zusätzlichen Platz. Eine 32-GB-Platte
war im Test nach **0,8 Sekunden** geklont.
Dafür wird `PVE::Storage::vdisk_clone` benutzt — dieselbe Funktion, die auch
Proxmox selbst für Klone verwendet, samt Cluster-Sperre auf dem Storage. Es wird
also nichts nachgebaut, was Proxmox schon kann.
> Auf Datei-Storages (`dir`, `nfs`, `cifs`) geht das nicht — dort lässt sich aus
> einem qcow2-internen Snapshot kein Klon ziehen. Für diese Storages bleibt der
> Weg über `pvesnap-explorer`.
**Beide Betriebsarten klonen gleich.** `live` und `recovery` unterscheiden sich
ausschließlich im Netzwerk und in den Sicherheitsabfragen — an den Datenträgern
ändert der Modus nichts. Es gibt keinen Vollkopie-Pfad.
Nachsehen lässt sich das jederzeit auf dem Host:
```bash
rbd -p <pool> ls -l | grep -E 'NAME|vm-<neue-id>' # Spalte PARENT
rbd -p <pool> du | grep -E 'NAME|vm-<neue-id>' # PROVISIONED gegen USED
```
Eine frisch geklonte 32-GB-Platte steht dort mit `PROVISIONED 32 GiB` und
`USED 80 MiB` — die 80 MiB sind alles, was der laufende Gast seither geschrieben
hat.
### Eigenständig machen — `flatten`
Ein Linked Clone hängt für immer am Quell-Snapshot. Für „mal reinschauen" ist
das ideal, für eine **dauerhaft übernommene** Maschine nicht:
* der Quell-Snapshot lässt sich nicht mehr löschen (die Vorhaltezeit scheitert
mit `snapshot is protected`)
* die Original-VM muss mitsamt ihrer Platte bestehen bleiben
* der Klon wächst mit jedem Schreibvorgang
Soll die Wiederherstellung bleiben, wird sie gelöst:
```bash
pvesnap-recovery flatten 9802
```
Dahinter steckt `rbd flatten` — die Daten aus dem Elternteil werden jetzt
wirklich in den Klon kopiert. Das dauert und belegt Platz, läuft aber im
laufenden Betrieb. Danach hängt die Maschine an nichts mehr, und der Schutz der
Quell-Snapshots wird automatisch aufgehoben, sodass die Vorhaltezeit wieder
durchkommt. In der Oberfläche liegt das auf der Taste `f`; die Detailansicht
zeigt an, ob eine Maschine noch am Snapshot hängt.
> **Nicht von `rbd du` täuschen lassen.** Die Zeile eines Snapshots zeigt nur
> dessen *Zuwachs*, nicht seinen Inhalt. Im Test stand `@handtest01` mit
> `USED 56 MiB` da — kopiert werden beim Flatten trotzdem über 8 GB, denn
> sichtbar ist an dieser Stelle der gesamte Inhalt der Kette
> (`<TOTAL> 14 GiB`). `pvesnap-recovery flatten` misst das deshalb vorher und
> nennt die Größe, bevor es losgeht.
**Vorher wird geprüft, ob der Platz reicht.** Läuft ein Ceph-Pool während des
Kopierens voll, blockiert er *alle* Schreibvorgänge — dann steht nicht nur das
Flatten, sondern jede VM auf diesem Storage, und selbst das Aufräumen wird
schwierig, weil Löschen ebenfalls ein Schreibvorgang ist. `flatten` bricht
deshalb ab, wenn weniger als das 1,15-fache des Bedarfs frei ist; `--force`
setzt sich darüber hinweg.
Schnell ist es, solange Platz da ist: 13 GB waren im Test in rund 70 Sekunden
kopiert.
**Die Maschine läuft dabei weiter — und bleibt voll beschreibbar.** `rbd flatten`
ist eine Online-Operation. Im Test blieb die VM über den gesamten Vorgang auf
`qmpstatus: running`, der QEMU-Monitor antwortete durchgehend, und die Uhr auf
der Konsole lief weiter (10:38 → 10:39, mit sichtbarer Bildschirmanimation) —
inklusive geladenem RAM-Zustand.
Auch Daten, die **während** des Abkoppelns geschrieben werden, überleben es.
Gemessen an einem Container, der durchgehend schrieb:
| | |
|---|---|
| vor dem Flatten geschrieben | 64 MB Zufallsdaten, SHA-256 danach **OK** |
| während des Flatten geschrieben | 192 MB Zufallsdaten, SHA-256 danach **OK** |
| Schreibvorgänge im Zeitfenster | 12, von 19:35:48 bis 19:36:10 (Flatten: 19:35:4819:36:11) |
| Zustand des Gastes | durchgehend `running` |
Der Grund: `rbd flatten` füllt nur die Blöcke auf, die der Klon noch **nicht**
selbst besitzt. Was der Gast bereits geschrieben hat, gehört ihm — und wird
nicht überschrieben.
### Warum das kein „Live-Restore" ist, sondern besser
Beim Live-Restore des Proxmox Backup Servers liegt das Backup auf einem anderen
Medium: Die VM startet sofort, holt die Blöcke aber im Hintergrund übers Netz
nach und läuft bis dahin gebremst.
Hier wird **gar nichts nachgeladen**. Der Klon liegt im selben Pool und ist aus
Sicht des Gastes von Sekunde eins an vollständig — bei voller Geschwindigkeit.
Und weil Copy-on-Write nichts kopiert, ist er **unabhängig von der Größe** in
etwa einer Sekunde fertig:
```
Klon ~1 s egal ob 32 GB oder 2 TB
Start Sekunden mit RAM-Zustand sofort im laufenden Zustand
Arbeiten ab jetzt voll beschreibbar
flatten nebenher optional, im laufenden Betrieb
```
Bei einer 2-TB-VM wird also nicht stundenlang kopiert und dann gestartet —
gearbeitet wird ab der ersten Sekunde, das Abkoppeln läuft im Hintergrund mit.
`flatten` betrifft ausschließlich die *Abhängigkeit* vom Quell-Snapshot, nie
die Verfügbarkeit.
### Wenn außerhalb von pvesnap gelöscht wurde — `cleanup`
Wird eine Wiederherstellung in der Proxmox-Oberfläche entfernt statt mit
`destroy`, bleibt etwas liegen: der Klon selbst kann übrigbleiben, und der
Quell-Snapshot bleibt geschützt — die Vorhaltezeit scheitert dann dauerhaft
mit `snapshot is protected`.
```bash
pvesnap-recovery cleanup # zeigt Gefundenes, fragt, räumt auf
pvesnap-recovery cleanup --all # auch Datenträger ohne Elternteil
```
Gesucht wird nach Datenträgern der Form `vm-<id>-disk-N`, zu deren VMID es
**keine Konfigurationsdatei** unter `/etc/pve/nodes/*/` mehr gibt. Bewusst
nicht über `/cluster/resources`: Ein Gast auf einem abgemeldeten Node taucht
dort unter Umständen nicht auf — und dann würden die Platten einer lebenden
Maschine als verwaist gelten. Ohne Elternteil wird nichts von selbst entfernt,
und der Schutz eines Snapshots wird nur gelöst, wenn wirklich kein Klon mehr
daran hängt.
### Und wenn die Maschine nicht auf Ceph liegt?
Das ganze Thema „Abhängigkeit vom Quell-Snapshot" ist eine **Ceph-Eigenheit**.
Andere Storages verhalten sich anders:
| Storage | Klon aus Snapshot | Hängt am Quell-Snapshot? | `flatten` |
|---|---|---|---|
| `rbd` (Ceph) | `rbd clone`, sofort | **ja** — Snapshot wird geschützt und unlöschbar | nötig für den Dauerbetrieb |
| `lvmthin` | `lvcreate -s`, sofort | **nein** | nicht nötig |
| `zfspool` | `zfs clone`, sofort | ja | nicht möglich (nur `zfs send \| zfs recv`) |
| `lvm` (dick) | — | — | PVE kann dort gar keine Snapshots |
| `dir`, `nfs`, `cifs` | — | — | kein Klon aus qcow2-Snapshots möglich |
**LVM-thin ist in diesem Punkt sogar angenehmer als Ceph.** Ein Thin-Snapshot
ist ein eigenständiges Volume, das sich mit anderen nur die Blöcke im Pool
teilt — nachgemessen:
```
Belegung im Thin-Pool nach dem Klonen (256 MB Nutzdaten):
data <19.84g 1.26 % ← Pool hält die Daten nur EINMAL
snap_..._wdhtest 1.00g
vm-9998-disk-0 1.00g 25.00 % Klon
vm-9999-disk-0 1.00g 25.00 % Original
Quell-Snapshot löschen, während der Klon existiert → erlaubt
Original löschen → erlaubt
Prüfsumme des Klons danach → unverändert
```
Also: platzsparend geteilt **und** trotzdem frei löschbar. Es gibt dort weder
das Problem mit geschützten Snapshots noch etwas zu flatten — `flatten` meldet
solche Datenträger entsprechend als „nicht nötig".
Der Preis ist ein anderer: `lvmthin` ist **lokaler** Speicher. Die
Wiederherstellung muss auf demselben Node laufen wie das Original;
`pvesnap-recovery` prüft das und lehnt einen anderen Node ab. Mit Ceph ist sie
dagegen auf jedem Node des Clusters startbar.
Und ein Warnhinweis, der für Thin-Pools genauso gilt wie für Ceph: Läuft der
**Thin-Pool** voll, stehen alle Volumes darin. Überprovisionierung im Blick
behalten.
Bei **ZFS** hängt der Klon wie bei Ceph am Snapshot, aber `zfs promote` würde
die Abhängigkeit nur umdrehen statt auflösen. Echte Unabhängigkeit ginge dort
nur über eine Vollkopie per `zfs send | zfs recv` — das macht `flatten` nicht
und sagt es auch so.
### Der Arbeitsspeicher kommt mit
Enthält der Snapshot den Arbeitsspeicher (`vmstate`, in der Konfiguration
`snapshot_vmstate = yes`), wird der mitgenommen. Die Maschine **bootet dann
nicht**, sondern läuft genau dort weiter, wo sie beim Snapshot stand:
* kein Crash-Recovery, kein `fsck`, kein Journal-Rollback
* Datenbanken sind bereits offen und konsistent
* die Uhr im Gast steht auf dem Snapshot-Zeitpunkt
Im Test war das nachweisbar: Die Konsole zeigte 10:38 — die Uhrzeit des
Snapshots — während auf dem Host längst 11:24 war.
Damit das klappt, muss die Geräteausstattung exakt zum gespeicherten Zustand
passen. `pvesnap-recovery` sorgt selbst dafür:
* `vmgenid` und `smbios1` bleiben erhalten (fehlen sie, bricht das Laden mit
`Unknown savevm section or instance 'vmgenid'` ab)
* `runningmachine` und `runningcpu` aus dem Snapshot werden übernommen
* die Netzwerkkarte bleibt **vorhanden**, wird aber abgeklemmt (`link_down=1`)
statt entfernt — herausnehmen würde den Zustand unbrauchbar machen
* das Austauschlaufwerk wird erst **nach** dem Fortsetzen angesteckt (Hotplug),
weil der Gast in einem Zustand aufwacht, in dem es die Platte noch nicht gab
Ein Detail, das Proxmox nicht selbst meldet: Schlägt das Laden des
Arbeitsspeichers fehl, quittiert Proxmox den Start trotzdem mit `TASK OK` und
lässt die Maschine angehalten stehen. `pvesnap-recovery` liest das Task-Protokoll
mit, setzt die Maschine fort und sagt deutlich, wenn statt des RAM-Standes kalt
gebootet wurde.
Mit `--no-resume` lässt sich der Arbeitsspeicher bewusst weglassen.
### Daten aus einer Maschine ohne Netzwerk holen
Ohne Netz kommt nichts heraus — dafür gibt es das **Austauschlaufwerk**.
**Bei virtuellen Maschinen** wird eine leere, formatierte Zusatzplatte angelegt
(Bezeichnung `PVESNAP`, mit einer kurzen `LIESMICH.txt` darauf):
```bash
# Snapshot abgeschottet starten, mit 20 GB Austauschplatte
pvesnap-recovery live 802 --exchange 20G
# im Gast (über die noVNC-Konsole):
mount /dev/disk/by-label/PVESNAP /mnt
mysqldump --all-databases > /mnt/dump.sql
umount /mnt && poweroff
# auf dem Host:
pvesnap-recovery pull 9802 # gibt den Pfad aus, z. B. /run/pvesnap/exchange/9802
pvesnap-recovery release 9802 # wieder lösen
pvesnap-recovery destroy 9802 # alles verwerfen
```
**Bei Containern** ist es einfacher: Ein Host-Verzeichnis wird direkt
durchgereicht und erscheint im Container unter `/mnt/pvesnap`. Was der Container
hineinschreibt, liegt sofort auf dem Host — kein Ein- und Aushängen nötig.
```bash
pvesnap-recovery live 100 --exchange ja
pct exec 9100 -- sh -c 'pg_dumpall > /mnt/pvesnap/dump.sql'
ls /var/lib/pvesnap/exchange/9100/
```
Und hier passt auch die Idee mit dem **Netzlaufwerk**: Ist auf dem Host ohnehin
schon eine NFS- oder CIFS-Freigabe eingehängt, lässt sie sich direkt
durchreichen — der Container schreibt dann quasi aufs Netzlaufwerk, obwohl er
selbst kein Netzwerk hat:
```bash
pvesnap-recovery live 100 --exchange-dir /mnt/nfs/dumps
```
Bei virtuellen Maschinen geht das nicht: Ein Host-Verzeichnis lässt sich nicht in
eine VM hineinreichen. Dort bleibt es bei der Austauschplatte.
### An die Konsole kommen
```
https://<node>:8006/?console=kvm&novnc=1&vmid=9802&node=<node>&resize=off&cmd=
```
Diese Adresse gibt `pvesnap-recovery` nach dem Anlegen aus, ebenso
`pvesnap-recovery console <VMID>`. Es ist die ganz normale noVNC-Konsole von
Proxmox — die Maschine taucht auch in der Weboberfläche auf, markiert mit dem Tag
`pvesnap-recovery`. Bei Containern geht zusätzlich `pct enter <VMID>`.
### Wiederherstellung mit Netzwerk
```bash
pvesnap-recovery recover 802 autosnap-g5min-20260731-103800 --newid 9802
```
Hier bleibt alles erhalten, was die Maschine ausmacht: SMBIOS-UUID, `vmgenid`,
MAC-Adressen, bei Containern der Hostname. Für alles im Netz ist sie dieselbe
Maschine — inklusive Lizenzbindungen, AD-Mitgliedschaft und DHCP-Reservierungen.
**Genau deshalb ist sie gefährlich.** Zwei Maschinen mit derselben MAC und
derselben IP im selben Netz geben Chaos. `pvesnap-recovery` prüft deshalb
vorher, ob das Original läuft, und lässt sich in dem Fall nicht beiläufig
durchwinken:
| Situation | Verhalten |
|---|---|
| ncurses-Oberfläche | Zusammenfassung nur mit `j`, danach eine zweite Rückfrage, die den Grund beim Namen nennt |
| `recover …` im Terminal | das Wort **`ja`** muss ausgeschrieben werden — `j` reicht nicht |
| `recover … -y` | **wird abgewiesen** (Exit-Code 2). `-y` überspringt Routinefragen, nicht diese |
| `recover … --force` | läuft durch — die bewusste Entscheidung |
Das Original also **vorher stoppen** — oder mit `--net down` starten und die
Karte erst zuschalten, wenn klar ist, dass die Luft rein ist.
### Parameter
| Parameter | Bedeutung |
|---|---|
| `live <VMID> [snapshot]` | abgeschottet starten (ohne Snapshot: der neueste) |
| `recover <VMID> [snapshot]` | mit Netzwerk und gleicher Identität starten |
| `--newid <ID>` | VMID der neuen Maschine (Vorgabe: nächste freie) |
| `--node <name>` | auf welchem Node sie laufen soll |
| `--net none\|down\|on` | keine Karte / Karte ohne Leitung / voll am Netz |
| `--resume` / `--no-resume` | Arbeitsspeicher laden bzw. bewusst kalt starten |
| `--exchange <größe>` | Austauschplatte, z. B. `20G` (Container: `ja` genügt) |
| `--exchange-storage <name>` | Storage dafür (Vorgabe: wie die erste Platte) |
| `--exchange-fs <fs>` | `ext4` (Vorgabe), `ext3`, `xfs`, `vfat`, `exfat` |
| `--exchange-dir <pfad>` | nur Container: dieses Host-Verzeichnis durchreichen |
| `--memory <MB>`, `--cores <n>` | abweichende Ausstattung (nicht mit `--resume`) |
| `--name <name>` | Name der neuen Maschine |
| `--keep-binds` | durchgereichte Host-Verzeichnisse des Originals übernehmen |
| `--no-start` | nur einrichten, nicht starten |
| `-y`, `--yes` | Routinefragen überspringen (deckt `--force` **nicht** ab) |
| `--force` | auch anlegen, wenn das Original noch läuft |
| Befehl | Bedeutung |
|---|---|
| `pvesnap-recovery` | ncurses-Oberfläche mit Übersicht und Assistent |
| `list` | vorhandene Wiederherstellungen anzeigen |
| `start` / `stop` | hoch- bzw. herunterfahren |
| `console <VMID>` | noVNC-Adresse ausgeben |
| `pull <VMID>` | Austauschlaufwerk auf den Host holen |
| `release <VMID>` | es wieder lösen |
| `flatten <VMID>` | vom Quell-Snapshot lösen (für den Dauerbetrieb) |
| `cleanup` | Klone entfernen, zu denen es keinen Gast mehr gibt |
| `destroy <VMID>` | restlos verwerfen |
### Was beim Verwerfen passiert
`destroy` räumt vollständig auf: Maschine stoppen, Gast samt aller Klone
entfernen, Austauschverzeichnis löschen — und den **Schutz der Quell-Snapshots
wieder aufheben**.
Dieser letzte Punkt ist wichtig: Ceph verlangt für einen Klon, dass der
Quell-Snapshot geschützt ist (`rbd snap protect`), und Proxmox setzt das beim
Klonen selbst. Bliebe der Schutz stehen, könnte die Vorhaltezeit diesen Snapshot
später nicht mehr löschen — im Protokoll stünde dann immer wieder
`snapshot is protected`. Solange eine Wiederherstellung existiert, ist ihr
Quell-Snapshot also bewusst unlöschbar; danach nicht mehr.
Zur Sicherheit fasst `destroy` nur Maschinen an, die den Tag `pvesnap-recovery`
tragen. Eine von Hand angelegte VM lässt sich damit nicht versehentlich löschen.
`uninstall.sh` warnt ebenfalls, wenn noch Wiederherstellungen offen sind.
---
## Aufbau
```
pvesnap/
config.py INI lesen und schreiben, Gruppen- und Globaleinstellungen
schedule.py Berechnung des nächsten Termins
naming.py Namensschema und Beschreibungs-Vorlagen
proxmox.py pvesh-Anbindung (Inventar, Snapshots anlegen/löschen)
engine.py Auswahl der Gäste, Anlegen, Aufräumen
daemon.py Hauptschleife, Signale, Sperren
state.py merkt sich die letzten Läufe
preflight.py prüft die Umgebung (root, /etc/pve beschreibbar, /root)
cli.py Kommandozeile
curses_util.py gemeinsame curses-Bausteine
tui.py ncurses-Konfigurationseditor
snapfs.py Snapshots einbinden und mounten (rbd/zfs/lvm/qcow2)
explorer.py Zwei-Fenster-Explorer im Terminal
recovery.py Snapshot als Maschine starten (Klone, Konfiguration, Aufräumen)
recovery_ui.py ncurses-Oberfläche und Kommandozeile dazu
web/ Web-Oberfläche zum Herunterladen
server.py HTTP-Server, ZIP im Strom, Zugangsschlüssel
assets.py Stylesheet und HTML-Gerüst
config/pvesnap.conf.example
systemd/pvesnap.service
install.sh uninstall.sh
```
Der Dienst (`pvesnap`) und die beiden Explorer teilen sich `proxmox.py`;
`snapfs.py` liefert beiden Oberflächen einen ganz gewöhnlichen Pfad, sodass
Explorer und Web-Oberfläche nichts über Ceph, ZFS oder LVM wissen müssen.