Bug: nextcloudhost mit https://-Präfix in CSV/GUI führte zu Doppel-Schema (https://https://cloud.foo.de) und damit zu DNS-Fehler "host=https". - models.clean_host() entfernt http(s):// und Trailing-Slash; Account ruft das im __post_init__ für plesk-/kerio-/nextcloudhost auf. - NextcloudClient wickelt requests-Connection-Fehler in NextcloudError ein, damit die Log-Ausgabe lesbar bleibt statt HTTPSConnectionPool-Stacktrace. - README: Hostname-Eingabe als tolerant dokumentiert; pleskhost-Pflicht im manual-Modus klarer (POP3-Sammler braucht es trotzdem). Co-Authored-By: Claude Opus 4.7 (1M context) <noreply@anthropic.com>
deploy-email-plesk-kerio-nextcloud
Tool, um neue Mitarbeiter:innen-Konten in einem Rutsch über drei Systeme auszurollen und am Ende eine PDF mit den Zugangsdaten zu erzeugen:
- Plesk – Mailpostfach anlegen (nur Mailserver-Login, keine Plesk-GUI).
- Kerio Connect – Benutzer anlegen + POP3-Sammler einrichten, der die Mails alle paar Minuten vom Plesk-Server abholt (14 Tage auf dem Server belassen, SSL).
- Nextcloud – Benutzer (Username =
vorname.nachname, lowercase, Umlaute transliteriert) mit Gruppe und Speicherquota anlegen. - PDF – pro Benutzer eine PDF + eine Sammel-PDF mit allen Zugangsdaten.
CLI und Tkinter-GUI mit „+ Zeile"-Endlosfeldern.
Installation
python3 -m venv .venv
source .venv/bin/activate
pip install -r requirements.txt
cp .env.example .env
$EDITOR .env
Tkinter ist Teil der Python-Standardbibliothek, unter Debian/Ubuntu ggf.
sudo apt install python3-tk.
Konfiguration (.env)
Plesk-Backend wählen (PLESK_BACKEND)
Dreistufige Wahl, je nachdem welchen Zugriff du auf das Plesk hast:
| Backend | Wann? | Was passiert |
|---|---|---|
manual |
Shared-Host beim Kunden – kein API, kein SSH (Default) | Tool legt nichts in Plesk an. Im Webinterface manuell anlegen, dann Tool laufen lassen (oder andersrum – Kerio-POP3-Sammler funktioniert erst, wenn das Postfach existiert). |
api |
Eigener/dedizierter Plesk mit REST-API | Anlegen via /api/v2/cli/mail/call (entspricht plesk bin mail). Auth über PLESK_API_KEY (bevorzugt) oder PLESK_USER / PLESK_PASSWORD. |
ssh |
Eigener Plesk, API blockiert, aber SSH offen | paramiko öffnet SSH und ruft plesk bin mail direkt. Auth über Key (PLESK_SSH_KEY) oder Passwort (PLESK_SSH_PASSWORD). Bei Bedarf PLESK_SSH_USE_SUDO=true. |
SSH-Backend braucht zusätzlich
paramiko:pip install paramiko. Fürmanualreicht das Standard-requirements.txt.
Restliche Variablen
| Variable | Beschreibung |
|---|---|
KERIO_ADMIN_USER |
i.d.R. Admin |
KERIO_ADMIN_PASSWORD |
Adminpasswort |
KERIO_ADMIN_PORT |
Standard 4040 |
NEXTCLOUD_ADMIN_USER |
Admin-User (App-Passwort empfohlen) |
NEXTCLOUD_ADMIN_PASSWORD |
Admin- oder App-Passwort |
POP3_PORT |
POP3-Sammler in Kerio (default 995 = POP3S) |
POP3_SSL |
Leer → Auto: 110 ⇒ aus, sonst an. Manuell true/false. |
POP3_KEEP_DAYS |
Tage, die Mails auf Plesk verbleiben (default 14) |
SMTP_PORT |
Nur für die PDF-Anzeige (default 465, Mailprogramm-Konfig) |
IMAP_PORT |
Nur für die Minimal-PDF-Anzeige (default 993 = IMAPS) |
VERIFY_TLS |
false nur bei Test/selbst signierten Zertifikaten |
Plesk-API-Key per SSH erzeugen (nur für PLESK_BACKEND=api)
Plesk lässt das Anlegen von API-Keys nicht in der Web-GUI zu. Per SSH auf dem Plesk-Host:
# Login als root oder Plesk-Admin
plesk bin secret_key --create -ip-address 0.0.0.0/0 -description "deploy-tool"
# Ausgabe-Beispiel:
# API key was successfully generated. Key:
# 1a2b3c4d-1234-5678-9abc-deadbeef0001
Den Key in .env als PLESK_API_KEY=… eintragen.
Tipp: -ip-address möglichst auf die IP einschränken, von der das Tool
ausgeführt wird (z.B. -ip-address 192.0.2.10).
Vorhandene Keys listen / löschen:
plesk bin secret_key --list
plesk bin secret_key --delete <key>
CSV-Format
UTF-8, Trennzeichen ; oder , (wird automatisch erkannt). Kopfzeile
case-insensitive. Beispiel: example.csv.
| Spalte | Pflicht | Bedeutung |
|---|---|---|
Vorname |
ja | Vorname |
Name |
ja | Nachname |
emailadresse |
ja | volle Mailadresse, ist Login bei Plesk + Kerio |
pleskhost |
ja | Hostname Plesk-Mailserver – auch im manual-Modus Pflicht, weil Kerio davon per POP3 abholt |
keriohost |
ja | Hostname Kerio Connect (Admin-API auf Port 4040, Webmail auf 443) |
nextcloudhost |
ja | Nextcloud-Hostname |
kerioemailkennwort |
ja | Passwort für den Kerio-User |
pleskemailkennwort |
ja | Passwort für das Plesk-Mailpostfach |
nextcloudgruppe |
nein | Gruppe in Nextcloud (wird angelegt falls nicht vorhanden) |
nextcloudspeicher |
nein | Speicher in GB. Leer = unlimitiert |
nextcloudkennwort |
ja | Passwort für den Nextcloud-User |
Der Nextcloud-Username wird aus Vor-/Nachname abgeleitet (
vorname.nachname, lowercase, ä→ae, ö→oe, ü→ue, ß→ss). Die Emailadresse aus der CSV wird im Nextcloud-Profil als E-Mail eingetragen.
Hostnamen-Eingabe ist tolerant:
cloud.foo.de,https://cloud.foo.deundhttps://cloud.foo.de/werden alle akzeptiert – Schema (http(s)://) und Trailing-Slash werden automatisch gestrippt, sodass beim URL-Bau kein doppelteshttps://https://…entsteht.
Aufruf
CLI
Voller Lauf (Plesk + Kerio + Nextcloud + PDFs):
python deploy.py --csv kunden.csv --output ./output
Nur PDFs aus der CSV neu erzeugen, ohne Plesk/Kerio/Nextcloud anzufassen (z.B. wenn die Konten schon angelegt sind oder eine PDF wiederholt ausgedruckt werden soll):
python deploy.py --csv kunden.csv --pdf-only
Weitere Flags:
| Flag | Bedeutung |
|---|---|
--csv PATH |
CSV-Datei einlesen |
--output D |
Verzeichnis für PDFs + Admin-Report (default ./output) |
--pdf-only |
Nur PDFs schreiben, keine Account-Anlage |
--gui |
GUI starten (auch ohne --csv aufrufbar) |
Exit-Code 0 wenn alle Konten ohne Fehler verarbeitet wurden, sonst 1.
GUI
python deploy.py --gui
# oder einfach
python deploy.py
In der GUI:
- + Zeile fügt eine neue Eingabezeile hinzu (Endlosfelder).
- ✕ löschen entfernt eine Zeile (rote Schrift).
- CSV laden füllt die Felder aus einer bestehenden CSV.
- Ausgabeordner wählen.
- Ausführen ▶ legt die Konten an + erzeugt PDFs + Admin-Report.
- 📄 Nur PDF schreibt nur die PDFs ohne API-Aufrufe.
- Log unten zeigt Fortschritt.
Ablauf je Konto
Plesk: Mailpostfach anlegen
- PLESK_BACKEND=manual → übersprungen (manuell in Plesk-GUI anlegen)
- PLESK_BACKEND=api/ssh → automatisch
↓
Kerio: User anlegen + POP3-Sammler eintragen, der vom Plesk-Host abholt
(Port aus POP3_PORT=995, SSL, 14 Tage auf Server belassen).
Kennwort-ändern ist für den User gesperrt (mayChangePassword=False).
↓
Nextcloud: User vorname.nachname mit Gruppe + Quota anlegen
↓
PDF (einzeln) schreiben
Am Ende werden pro Lauf vier Dokument-Sorten geschrieben (alle in output/):
| Datei | Inhalt |
|---|---|
zugangsdaten_<email>.pdf |
Voll pro Benutzer: Plesk-Mailpostfach + Kerio + Nextcloud |
zugangsdaten_minimal_<email>.pdf |
Minimal pro Benutzer: nur Email (Kerio) + Cloud (Nextcloud) |
zugangsdaten_gesamt_<ts>.pdf |
Sammel-PDF aller voller Datensätze |
zugangsdaten_gesamt_minimal_<ts>.pdf |
Sammel-PDF aller minimalen Datensätze |
_admin_report_<ts>.txt |
Status pro Konto (✓/·/⚠/✗). NICHT für den Kunden – Admin-Doku. |
Die Minimal-PDF enthält genau das, was der Endkunde fürs Mailprogramm und die Cloud-Anmeldung braucht (Mailadresse, Kennwort, SMTP, IMAP, Cloud-URL, Cloud-Username, Cloud-Kennwort) – ohne Backend-Details wie POP3-Sammler oder Plesk-Mailserver.
Idempotenz – bestehende Konten werden übersprungen
Jeder Dienst wird einzeln geprüft, bevor angelegt wird:
| Dienst | Prüfung | Wenn vorhanden |
|---|---|---|
| Plesk | mail --info (api/ssh) bzw. ohnehin Manual-Modus |
übersprungen |
| Kerio | Users.get mit loginName + domainId |
übersprungen, kein neuer POP3-Sammler (sonst doppelt!) |
| Nextcloud | GET /ocs/v2.php/cloud/users/<vorname.nachname> |
übersprungen, keine Quota-/Gruppen-Änderung |
→ Eine CSV kann gefahrlos zwei- oder dreimal durchgejagt werden, z.B. wenn
beim ersten Lauf nur Plesk geklappt hat und du Kerio + Nextcloud nachziehen
willst. Status pro Konto und Dienst steht im Admin-Report als
✓ angelegt / · übersprungen / ⚠ manuell / ✗ Fehler.
Caveats:
- Kerio prüft
loginNamein der zur Mailadresse passenden Domain – Aliase auf einer anderen Domain werden nicht erkannt. - Nextcloud prüft den abgeleiteten Username
vorname.nachname– existiert derselbe Mensch dort unter abweichendem Username, wird das nicht gefunden.
Workflow bei PLESK_BACKEND=manual (Shared Host)
- CSV vorbereiten / in der GUI eintippen.
- Tool laufen lassen → Kerio-User + POP3-Sammler + Nextcloud-User werden angelegt, PDFs geschrieben, Admin-Report aufgelistet welche Mailpostfächer manuell anzulegen sind.
- Im Plesk-Webinterface des Kunden für jeden Eintrag die Mailadresse mit exakt dem in der CSV vergebenen Plesk-Mail-Passwort einrichten.
- Sobald das Postfach existiert, holt der Kerio-Sammler automatisch eingehende Mails ab.
Hinweise / Caveats
- Kerio API-Methoden: die JSON-RPC-Methodennamen für POP3-Sammler
(
Pop3Accounts.create) entsprechen Kerio Connect 9.x. Falls deine Version andere Methoden nutzt, ist die Originalmeldung von Kerio in der Fehlerausgabe (mit Methodenname) sichtbar – dann inclients/kerio.pyanpassen. - Plesk REST-CLI-Wrapper: nutzt
/api/v2/cli/mail/call(entsprichtplesk bin mail). Verfügbar ab Plesk Obsidian. - Nextcloud OCS: die Admin-Credentials brauchen das Recht „Benutzer verwalten". App-Passwort empfohlen, damit der Account nicht 2FA-geschützt bleibt.
- TLS:
VERIFY_TLS=falsenur in Testumgebungen. Self-signed Zertifikate gehören in einen lokalen Trust-Store, nicht ignoriert. - Passwörter stehen sowohl in der CSV als auch in den PDFs im Klartext. CSV nach erfolgreichem Lauf löschen, PDFs verschlüsselt versenden.
Dateien
deploy.py CLI-Entry + Orchestrierung
gui.py Tkinter-GUI mit Endlosfeldern
config.py .env-Loader
models.py Account / Result Datentypen
pdf.py ReportLab PDF-Erzeugung (kunden-tauglich)
clients/plesk.py Plesk REST-CLI-Wrapper (PLESK_BACKEND=api)
clients/plesk_ssh.py Plesk SSH-Wrapper, paramiko (PLESK_BACKEND=ssh)
clients/kerio.py Kerio JSON-RPC Admin-Client
clients/nextcloud.py Nextcloud OCS-Client
example.csv Beispiel-Eingabedatei
.env.example Beispiel-Konfiguration