# Verwerfen und aufräumen ## Verwerfen Taste ++x++ in der Übersicht oder in der Detailansicht: ![Sicherheitsabfrage vor dem Verwerfen](../bilder/recovery-verwerfen.svg) Oder auf der Kommandozeile: ```bash pvesnap-recovery destroy 9101 pvesnap-recovery destroy 9101 -y # ohne Rückfrage ``` `destroy` räumt vollständig auf:
**1.** Maschine stoppen **2.** Gast samt aller Klone entfernen **3.** Austauschlaufwerke freigeben (der **Inhalt bleibt** — sie gehören zu keiner Maschine) **4.** Den **Schutz der Quell-Snapshots wieder aufheben** **5.** Eintrag aus der Merkliste nehmen
--- ### Schritt 4 ist der wichtige !!! info "Warum der Snapshot-Schutz wieder weg muss" Ceph verlangt für einen Klon, dass der Quell-Snapshot geschützt ist (`rbd snap protect`), und Proxmox setzt das beim Klonen selbst. Bliebe der Schutz stehen, könnte die [Vorhaltezeit](../sichern/vorhaltezeit.md) diesen Snapshot später nicht mehr löschen — im Protokoll stünde dann immer wieder: ``` snapshot is protected ``` Solange eine Wiederherstellung existiert, ist ihr Quell-Snapshot also **bewusst** unlöschbar. Danach nicht mehr. --- ### Was `destroy` nicht anfasst !!! success "Nur Maschinen mit dem Tag `pvesnap-recovery`" Eine von Hand angelegte VM lässt sich damit nicht versehentlich löschen — auch dann nicht, wenn sie zufällig eine VMID hat, die einmal einer Wiederherstellung gehörte. **Austauschlaufwerke bleiben.** Sie gehören zu keiner Maschine; ihr Inhalt überlebt jede Wiederherstellung. Sie werden nur wieder als `frei` markiert. **Das Original bleibt.** Selbstverständlich — `destroy` fasst ausschließlich die Wiederherstellung an. --- ## `cleanup` Wird eine Wiederherstellung in der **Proxmox-Oberfläche** entfernt statt mit `destroy`, bleibt etwas liegen: * der Klon selbst kann übrigbleiben * der Quell-Snapshot bleibt **geschützt** — die Vorhaltezeit scheitert dann dauerhaft ```bash pvesnap-recovery cleanup # zeigt Gefundenes, fragt, räumt auf pvesnap-recovery cleanup --all # auch Datenträger ohne Elternteil pvesnap-recovery cleanup -y # ohne Rückfrage ``` ### Wonach gesucht wird Nach Datenträgern der Form `vm--disk-N`, zu deren VMID es **keine Konfigurationsdatei** unter `/etc/pve/nodes/*/` mehr gibt. !!! info "Bewusst nicht über `/cluster/resources`" Ein Gast auf einem abgemeldeten Node taucht dort unter Umständen nicht auf — und dann würden die Platten einer **lebenden** Maschine als verwaist gelten. Die Konfigurationsdateien im Cluster-Dateisystem sind die verlässlichere Quelle. Zwei weitere Vorsichtsmaßnahmen: | | | |---|---| | **Ohne Elternteil** wird nichts von selbst entfernt | dafür braucht es `--all` | | **Der Schutz eines Snapshots wird nur gelöst**, wenn wirklich kein Klon mehr daran hängt | sonst würde ein noch lebender Klon seine Grundlage verlieren | ### Wann man es braucht * Jemand hat eine Wiederherstellung in der Weboberfläche gelöscht * Ein `destroy` ist mittendrin abgebrochen (Host neu gestartet, Netz weg) * Im Protokoll des Dienstes taucht wiederholt `snapshot is protected` auf Der letzte Fall ist der häufigste — und der, den man sonst lange sucht. --- ## Aufräumen prüfen ```bash pvesnap-recovery list # sind noch welche eingetragen? qm list | grep -i recovery # laufen noch welche? rbd -p ls | grep -E 'vm-9[0-9]{3}-' # liegen noch Klone herum? rbd -p snap ls vm-101-disk-0 # steht noch ein Schutz? ``` Bei der letzten Ausgabe steht in der Spalte `PROTECTED` ein `yes`, solange ein Snapshot geschützt ist. Ohne zugehörigen Klon ist das ein Fall für `cleanup`. --- ## Vor der Deinstallation `uninstall.sh` warnt, wenn noch Wiederherstellungen offen sind. Der Grund ist derselbe: !!! warning "Erst verwerfen, dann deinstallieren" Nach dem Entfernen von pvesnap gibt es kein `destroy` und kein `cleanup` mehr. Die Klone müsste man dann von Hand aufspüren, und den Snapshot-Schutz von Hand lösen: ```bash rbd -p snap unprotect vm-101-disk-0@auto-stuendlich-20260809-100000 ``` Mit Werkzeug ist das ein Tastendruck. Ohne eine Stunde Sucherei.