# Mit Netzwerk ```bash pvesnap-recovery recover 101 auto-stuendlich-20260809-100000 --newid 9101 ``` Der Ernstfall: Die Maschine soll nicht nur untersucht, sondern **wieder in Betrieb genommen** werden. Dabei bleibt alles erhalten, was die Maschine ausmacht: * SMBIOS-UUID und `vmgenid` * MAC-Adressen aller Netzwerkkarten * bei Containern der Hostname Für alles im Netz ist sie damit **dieselbe Maschine** — inklusive Lizenzbindungen, AD-Mitgliedschaft und DHCP-Reservierungen. Genau das will man im Ernstfall. --- ## Genau deshalb ist sie gefährlich !!! danger "Zwei Maschinen, eine Identität" Dieselbe MAC und dieselbe IP zweimal im selben Netz geben Chaos: ARP-Tabellen schlagen um, Verbindungen brechen sporadisch ab, ein Verzeichnisdienst bekommt widersprüchliche Anmeldungen, und die Datenbank wird von zwei Seiten beschrieben. Und das Unangenehme daran: Es fällt nicht sofort auf. Es fällt eine halbe Stunde später auf, wenn niemand mehr weiß, was zuletzt geändert wurde. `pvesnap-recovery` prüft deshalb vorher, ob das Original noch läuft — und lässt sich in dem Fall **nicht beiläufig durchwinken**: | Situation | Verhalten | |---|---| | ncurses-Oberfläche | Zusammenfassung nur mit ++j++, danach eine **zweite** Rückfrage, die den Grund beim Namen nennt | | `recover …` im Terminal | das Wort **`ja`** muss ausgeschrieben werden — ++j++ reicht nicht | | `recover … -y` | **wird abgewiesen** (Exit-Code 2) | | `recover … --force` | läuft durch — die bewusste Entscheidung | !!! quote "Warum `-y` nicht reicht" `-y` heißt „keine Routinefragen", nicht „frag mich auch dann nicht, wenn es weh tut". Ein Skript, das mit `-y` läuft, soll nicht versehentlich eine zweite Domänencontroller-Identität ins Netz stellen. Wer es wirklich will, schreibt `--force` — und hat es dann bewusst getan. --- ## Der sichere Weg
**Erste Wahl:** Das Original **vorher stoppen**. ```bash qm stop 101 pvesnap-recovery recover 101 --newid 9101 ``` **Zweite Wahl:** Mit abgeklemmter Leitung starten und die Karte erst zuschalten, wenn klar ist, dass die Luft rein ist. ```bash pvesnap-recovery recover 101 --newid 9101 --net down # ... in der Konsole prüfen, ob es die richtige Maschine ist ... qm set 9101 --net0 virtio=BC:24:11:00:65:40,bridge=vmbr0 ```
Der zweite Weg hat einen praktischen Vorteil: Man sieht der Maschine über die noVNC-Konsole an, ob es wirklich der richtige Stand ist — **bevor** sie irgendjemand im Netz erreicht. --- ## Die drei Netzwerkzustände | `--net` | | |---|---| | `none` | **keine Netzwerkkarte.** Die Maschine hat gar kein Netz. Vorgabe bei `live`. | | `down` | **Karte vorhanden, Leitung abgeklemmt** (`link_down=1`). Der Gast sieht seine Karte, aber nichts kommt durch. | | `on` | **voll am Netz**, mit den MAC-Adressen des Originals. Vorgabe bei `recover`. | Der Unterschied zwischen `none` und `down` ist wichtiger, als er aussieht: !!! info "Mit geladenem Arbeitsspeicher wird aus `none` automatisch `down`" Ein gespeicherter RAM-Zustand lässt sich nur in eine Maschine mit **exakt derselben Geräteausstattung** laden. Eine entfernte Netzwerkkarte wäre eine Änderung — das Laden würde scheitern. Deshalb bleibt die Karte in diesem Fall vorhanden und wird stattdessen abgeklemmt. In der Zusammenfassung steht dazu ein Hinweis; man muss also nicht selbst daran denken. --- ## Was danach zu tun ist Eine Wiederherstellung, die dauerhaft bleiben soll, ist noch nicht fertig:
**1.** [Vom Quell-Snapshot lösen](loesen.md) — sonst hängt sie für immer daran, und die Vorhaltezeit kommt an den Snapshots des Originals nicht mehr vorbei **2.** Den Tag `pvesnap-recovery` entfernen, wenn sie zur regulären Maschine werden soll: ```bash qm set 9101 --tags produktion,datenbank ``` **3.** Aus der Merkliste nehmen — nach dem Entfernen des Tags taucht sie in `pvesnap-recovery list` ohnehin nicht mehr als lebend auf **4.** `onboot` wieder setzen, falls sie beim Hostneustart hochkommen soll: ```bash qm set 9101 --onboot 1 ```
!!! warning "Schritt 1 ist keine Kür" Solange die Maschine ein Linked Clone ist, kann der Quell-Snapshot nicht gelöscht werden — und das Original muss mitsamt seiner Platte bestehen bleiben. Im Protokoll des Dienstes stünde dauerhaft `snapshot is protected`. Siehe [Vom Snapshot lösen](loesen.md). !!! note "`onboot` und `startup` werden bewusst weggelassen" Eine frisch angelegte Wiederherstellung soll nicht beim nächsten Hostneustart von selbst hochkommen — schon gar nicht eine mit den MAC-Adressen einer noch laufenden Maschine. Wer sie behält, setzt das selbst. --- ## Und das Original? Wenn die Wiederherstellung übernimmt, will das Original meistens weg. Aber **nicht sofort**: !!! danger "Erst lösen, dann löschen" Solange die Wiederherstellung ein Linked Clone ist, hängt sie an den Datenträgern des Originals. Das Original zu löschen, würde die Wiederherstellung mitnehmen. Reihenfolge: 1. `pvesnap-recovery flatten 9101` — abwarten, bis es durch ist 2. prüfen: Die Detailansicht muss *„eigenständig — hängt an keinem Snapshot"* zeigen 3. erst dann das Original entfernen Auf LVM-thin entfällt das — dort sind die Klone von sich aus unabhängig. Siehe [Speicherarten](../nachschlagen/speicher.md).