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opencrm/tools/audit-notary
duffyduckandClaude Opus 5 8d2dfb8be1 Gegenbuch: Fingerabdruck-Pin verpflichtend und vollstaendig angewandt (R177)
R177-01 (MEDIUM): Der Pin war optional. Ohne ihn war der Vertrauensanker die
gesamte allowed_signers-Menge, nicht der eine Notar-Schluessel: ein zweiter
dort gelisteter Schluessel konnte das Gegenbuch waschen und force-pushen, und
%G? war G. R176-01 hatte "jeder selbst erzeugte Schluessel" geschlossen, "jeder
erlaubte Schluessel" blieb offen. Fix: Pin wird aus user.signingkey abgeleitet;
laesst er sich nicht bestimmen, wird abgebrochen statt die ganze Liste zu
akzeptieren.

R177-02 (MEDIUM): Der Schreib-Lauf prueft den frischen Commit nur auf %G?,
nicht auf den Pin. Ein Notar-Host mit falsch konfiguriertem Schluessel meldete
"beglaubigt" und pushte - und ab da war die Kette dauerhaft rot, behebbar nur
per Force-Push, den die Branch-Protection gerade verhindern soll. Fix:
Pin-Abgleich am frischen Commit vor dem Push, bei Abweichung Ruecknahme.

Kleinkram: NOTARY_ALLOW_LOCAL faerbt Erfolgsmeldungen ein und pusht nicht mehr
ins Leere; CRM-Fehler liefern eine erklaerende Zeile statt Node-Stacktrace.

Verifiziert mit drei SSH-Schluesseln gegen echten Remote: keyC-Angriff -> Alarm
exit 2 auch ohne gesetzten Pin; Schreiblauf mit falschem Schluessel ->
zurueckgerollt, nichts gepusht; CRM nicht erreichbar/401 -> saubere Meldung;
Lokalmodus eingefaerbt; saubere Historie ohne Fehlalarm.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-08-21 21:09:58 +02:00
..

Gegenbuch (externe Notarisierung)

Alle Schutzmechanismen im CRM selbst Hash-Kette, Versionsgrenze, Löschungs-Manifest, Bestandssiegel liegen in derselben Datenbank, die sie absichern sollen. Wer dort schreiben kann, sitzt am Ende immer schon auf der Ebene, die den Beweis führt. Genau das hat der Pentest über mehrere Runden Schicht für Schicht gezeigt.

Das Gegenbuch durchbricht das: Ein zweiter Rechner holt regelmäßig einen kurzen Kontrollwert vom CRM, prüft ihn gegen seine eigene Historie und hängt ihn signiert an ein privates Repository an.

Die eine nicht verhandelbare Bedingung

Der Signaturschlüssel und das Push-Recht dürfen nicht in den Deploy-Secrets des CRM liegen. Sonst ist der zweite Schlüssel im selben Zugriffsbereich wie der erste es sieht nach doppeltem Boden aus und ist keiner. Das CRM braucht für dieses Verfahren gar nichts zu wissen: Es liefert nur einen lesbaren Kontrollwert, der keine Geheimnisse enthält.

Einrichten

Auf einem anderen Rechner als dem CRM-Server:

git clone git@host:dein/audit-gegenbuch.git
cd audit-gegenbuch

export CRM_URL=https://crm.example.de
export CRM_TOKEN=<Access-Token eines Benutzers mit audit:read>

node /pfad/zu/notary.mjs

Als Cronjob, stündlich:

0 * * * * cd /pfad/zum/gegenbuch && CRM_URL=https://crm.example.de \
  CRM_TOKEN=... node /pfad/notary.mjs >> notary.log 2>&1

Force-Push serverseitig sperren. Ohne das ist die Append-only-Eigenschaft nur geliehen wer Schreibrecht auf das Repository erlangt, schreibt die Historie sonst einfach um. Bei GitHub/GitLab: Branch-Protection auf main.

Der entscheidende Punkt: es wird tatsächlich geprüft

Die erste Fassung dieses Skripts hat signiert aber nie eine Signatur geprüft. Es las seine Wahrheit aus der lokalen Arbeitsdatei. Wer den Notar-Rechner beschreiben konnte, hat ihm damit beliebige „beglaubigte" Zeilen untergeschoben und einen abgeschnittenen Datenbestand als neue Wahrheit festgeschrieben, ohne Alarm. Signieren ohne prüfenden Leser ist wertlos.

Deshalb gilt jetzt:

  • Wahrheitsquelle ist der signierte Commit-Baum (bevorzugt der Remote-Kopf), nicht die Arbeitsdatei
  • Jeder Commit, der das Gegenbuch ändert, muss eine gültige Signatur tragen
  • Weicht die Arbeitsdatei vom signierten Stand ab, wird abgebrochen
  • Geschrieben wird erst nach erfolgreichem, signiertem Commit scheitert er, wird die Datei zurückgerollt

Voraussetzungen, die wirklich Voraussetzungen sind

  • allowed_signers muss den Notar-Schlüssel enthalten. Das Skript akzeptiert ausschließlich Signaturen, die git als G bewertet bei SSH-Signaturen heißt das wörtlich „Schlüssel steht in allowed_signers". Ein fremder, selbst erzeugter Schlüssel liefert U und wird abgelehnt. (Bei GPG statt SSH liefert auch ein legitimer Schlüssel ohne Ownertrust ein U dann Ownertrust setzen, nicht U wieder zulassen.)

  • Ein Remote muss erreichbar sein. Ist er es nicht, bricht das Skript mit Code 3 ab, statt dem lokalen Stand zu glauben. Ein Gegenbuch, dessen beglaubigter Stand sich nicht feststellen lässt, gibt kein grünes Licht.

  • Genau ein Schlüssel zählt, nicht die ganze Liste. allowed_signers kann mehrere Principals enthalten ein Kollege, ein Alt-Schlüssel, eine global geteilte Datei. Jeder davon würde sonst als „gültig" durchgehen und könnte das Gegenbuch umschreiben. Deshalb prüft das Skript zusätzlich den Fingerabdruck des Signierschlüssels.

    Er wird automatisch aus user.signingkey abgeleitet. Lässt er sich nicht bestimmen, bricht das Skript ab statt stillschweigend die ganze Liste zu akzeptieren. Explizit setzen geht auch:

    export NOTARY_SIGNER_FINGERPRINT=$(git log -1 --format=%GF)
    

    Wichtig: exakt der %GF-Wert (SHA256:…), nicht die vollständige Ausgabe von ssh-keygen -lf.

Rückgabecodes

Code Bedeutung
0 alles in Ordnung, Checkpoint angehängt (bzw. Prüfung bestanden)
1 Betriebsfehler (Konfiguration, Commit oder Push fehlgeschlagen)
2 Befund Widerspruch zwischen CRM und Gegenbuch, oder ungültige Signatur
3 beglaubigter Stand nicht feststellbar (Remote fehlt oder unerreichbar)

Für Cron gilt: jeder Code außer 0 gehört gemeldet. Code 2 ist der Alarm, Code 3 heißt „ich weiß es nicht" und das ist ausdrücklich kein Freibrief.

Prüfmodus für Auditoren

node notary.mjs --check

Führt alle Kontrollen aus, hängt aber nichts an und braucht kein Schreibrecht. Geeignet für jemanden, der die Kette unabhängig nachvollziehen will.

Was das Skript erkennt

Angriff Erkennung
Beglaubigter Eintrag nachträglich verändert Hash an der beglaubigten Position stimmt nicht mehr
Einträge am Ende abgeschnitten aktuelle höchste ID kleiner als die beglaubigte
Bestandssiegel verschwunden vorher beglaubigt, jetzt nicht mehr vorhanden
Gegenbuch selbst gekürzt Lücke in der fortlaufenden Nummer
Gegenbuch lokal manipuliert Arbeitsdatei weicht vom signierten Stand ab
Untergeschobener Commit Commit ohne gültige Signatur in der Historie
Nie gepushte lokale Commits Abgleich gegen den Remote-Kopf
Bestandssiegel-Blätter entfernt beglaubigte Blattzahl auf null gefallen

Bei jedem dieser Fälle bricht das Skript mit Exit-Code 2 ab und hängt nichts an der manipulierte Zustand wird also nicht als neue Wahrheit festgeschrieben. Für Cron heißt das: Exit-Code überwachen, sonst geht der Alarm im Log unter.

Was es nicht leistet ehrlich

  • Restfenster: Einträge zwischen dem letzten Kontrollwert und jetzt sind noch nicht beglaubigt und am Ende fälsch- oder kürzbar. Häufigerer Lauf verkleinert das Fenster, beseitigt es aber nicht. Das gilt für jedes periodische Verfahren dieser Art.
  • Stiller Ausfall: Läuft der Cronjob nicht mehr, entsteht keine Warnung im CRM dort ist ja nichts konfiguriert. Der Ausfall muss auf dem Gegenbuch-Rechner überwacht werden (z. B. Alarm, wenn der jüngste Commit älter als zwei Intervalle ist).
  • NOTARY_SIGN=false existiert nur für Tests ohne hinterlegten Schlüssel und verlangt zusätzlich NOTARY_INSECURE_ACK=…. Der Reflex „Cron hakt, also Signatur abschalten" soll bewusst nicht ausreichen er würde eine ungeschützte Kette festschreiben.
  • Der Remote-Server muss Force-Push verhindern. Das Skript prüft die Signaturen, aber wenn jemand die Historie am Server überschreiben kann, ersetzt er auch die signierten Commits durch eigene. Branch-Protection ist Teil des Schutzes, nicht Zubehör.