Umbenennung ueber users.cfg statt Administration API

Der Test gegen einen echten Server (Kerio Connect 10.0.9 patch 2) hat
gezeigt, dass Users.set das Feld loginName stillschweigend ignoriert -
kein Fehler, keine Wirkung, waehrend fullName im selben Aufruf sauber
uebernommen wird. Vier Varianten geprueft (nur loginName, mit domainId,
mit leeren emailAddresses, vollstaendiges User-Objekt): alle wirkungslos.
Der bisherige Ansatz konnte also gar nicht funktionieren.

Der Login-Name steht in users.cfg, und zwar in zwei Listen: User und
UserAdditionalData. Beide verweisen ueber Name+Domain statt ueber die
Guid, beide muessen mit, sonst verliert der Benutzer seine
Passworthistorie. Geaendert wird der Rohtext, damit Formatierung und
unbekannte Felder unangetastet bleiben.

users.cfg und Store-Verzeichnis wandern jetzt in EINEM Stopp-Fenster.
Laeuft Kerio zwischendurch mit nur einer Haelfte, legt es die
vermeintlich fehlende Mailbox sofort neu an - beim Entwickeln genau so
passiert. Damit entfaellt auch der Admin-Zugang: das Script braucht
keine Zugangsdaten mehr, --list zeigt die Benutzer aus der Datei.

Ausserdem gefunden: itemSource heisst 'DSInternalSource', nicht
'Internal' wie angenommen - die alte Pruefung haette bei jedem lokalen
Benutzer faelschlich abgebrochen. Die Erkennung laeuft jetzt ueber
InternalDb in users.cfg.

Tests fuer beide Haelften unter tests/.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com>
This commit is contained in:
duffyduck
2026-08-07 13:44:31 +02:00
co-authored by Claude Opus 5
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commit 5011491067
5 changed files with 715 additions and 240 deletions
+92 -74
View File
@@ -6,62 +6,75 @@ Werkzeuge für Kerio Connect auf der Kommandozeile.
| --- | --- |
| [`kerio_rename_user.py`](kerio_rename_user.py) | Benutzer umbenennen — Login-Name **und** Mailbox-Verzeichnis im Store |
| [`kerio_trial_setup.py`](kerio_trial_setup.py) | Am Erstkonfigurationsassistenten vorbei, wenn dessen Lizenzschritt klemmt |
| [`kerio_common.py`](kerio_common.py) | Gemeinsame Bausteine: API-Client, Dienststeuerung |
| [`kerio_users_config.py`](kerio_users_config.py) | Lesen und Ändern von `users.cfg` |
| [`kerio_common.py`](kerio_common.py) | Gemeinsame Bausteine: Admin-API-Client, Dienststeuerung |
Beide Scripts laufen **lokal auf dem Kerio-Server als root**, brauchen nur die
Python-Standardbibliothek und bieten `--dry-run`.
Getestet gegen **Kerio Connect 10.0.9 patch 2** auf Debian 12.
---
# Benutzer umbenennen
## Warum
## Warum das nicht trivial ist
Kerio Connect legt die Mailbox eines Benutzers unter
Kerio hält den Benutzernamen an zwei Stellen, die nichts voneinander wissen:
```
<store>/mail/<domain>/<loginname>/
```
| Wo | Was |
| --- | --- |
| `users.cfg` | Der Login-Name, in **zwei** Listen: `User` und `UserAdditionalData` |
| Dateisystem | `<store>/mail/<domain>/<loginname>/` — die eigentliche Mailbox |
ab. Ändert man den Login-Namen über die Administration API oder die
Admin-Konsole, zieht dieses Verzeichnis nicht mit — der Benutzer findet danach
eine leere Mailbox vor, während die alten Daten unter dem alten Verzeichnisnamen
liegenbleiben. Typischer Anlass: Heirat oder ein anderer Namenswechsel.
Ändert man nur den Login-Namen, sucht Kerio ab sofort im Verzeichnis mit dem
*neuen* Namen, findet keins, legt ein leeres an — und die alten Mails liegen
weiter unter dem alten Verzeichnisnamen. Typischer Anlass für eine Umbenennung:
Heirat oder ein anderer Namenswechsel.
Dieses Script erledigt beide Hälften in der richtigen Reihenfolge.
## Warum nicht über die Administration API
## Voraussetzungen
**Die API kann das nicht.** `Users.set` nimmt ein Feld `loginName` entgegen und
ignoriert es stillschweigend — kein Fehler, keine Wirkung. Nachgeprüft gegen
Kerio Connect 10.0.9 mit vier Varianten (nur `loginName`, mit `domainId`, mit
leeren `emailAddresses`, vollständiges User-Objekt): alle wirkungslos, während
`fullName` im selben Aufruf sauber übernommen wird.
- Python 3.9 oder neuer, nur Standardbibliothek — keine Pakete zu installieren
- Läuft **lokal auf dem Kerio-Server als root** (Dateisystemzugriff + Dienstkontrolle)
- Administration API erreichbar (Standard: `https://localhost:4040/admin/api/jsonrpc/`)
Deshalb arbeitet das Script direkt auf `users.cfg` — und braucht dadurch
**keine Admin-Zugangsdaten**.
## Ablauf
1. **Vorprüfungen**, bevor irgendetwas geschrieben wird:
- Domain und Benutzer über die API auflösen
- Benutzer aus einem Verzeichnisdienst (LDAP/AD)? → Abbruch, denn der Name
gehört dann dem Verzeichnisdienst
- neuer Login-Name noch frei?
- Mailbox-Verzeichnis vorhanden, Zielname noch nicht belegt,
Quelle und Ziel auf demselben Dateisystem?
- ist der Dienst überhaupt steuerbar?
- Domain und Benutzer in `users.cfg` vorhanden?
- Benutzer aus einem Verzeichnisdienst (`InternalDb=0`)? → Abbruch, denn
dann gehört der Name dem Verzeichnisdienst
- neuer Login-Name frei und zeichenmäßig zulässig?
- Zielverzeichnis unbelegt, Quelle und Ziel auf demselben Dateisystem?
- Dienst steuerbar?
2. Plan ausgeben. `--dry-run` endet hier, sonst Rückfrage (`--yes` überspringt).
3. `Users.set` setzt `loginName` und optional `fullName`.
4. Kerio-Dienst stoppen und warten, bis er wirklich unten ist.
5. Verzeichnisse per `os.rename` verschieben (`mail/`, und `archive/` falls vorhanden).
6. Dienst wieder starten.
3. Dienst stoppen.
4. `users.cfg` **neu einlesen**, Name in `User` und `UserAdditionalData` setzen,
atomar über eine temporäre Datei speichern.
5. Verzeichnisse verschieben (`mail/`, und `archive/` falls vorhanden).
6. Dienst starten und gegenlesen.
Schlägt Schritt 5 fehl, werden bereits verschobene Verzeichnisse zurückgenommen
und der Login-Name in Kerio auf den alten Wert zurückgesetzt — Konfiguration und
Platte bleiben konsistent.
**Schritte 4 und 5 liegen bewusst in einem einzigen Stopp-Fenster.** Das ist
keine Bequemlichkeit: Läuft Kerio zwischendurch mit nur einer der beiden
Hälften, legt es die vermeintlich fehlende Mailbox sofort neu an, und man hat
ein verwaistes Verzeichnis mehr. Genau das ist beim Entwickeln passiert.
Schlägt etwas fehl, werden verschobene Verzeichnisse zurückgenommen und
`users.cfg` aus dem Backup wiederhergestellt.
## Benutzung
```bash
# Erst ansehen, was passieren würde (braucht kein root):
# Wer ist da? (kein root nötig)
./kerio_rename_user.py --list
# Erst ansehen:
./kerio_rename_user.py \
--admin admin \
--domain firma.de \
--old-login anna.mueller \
--new-login anna.schmidt \
@@ -69,22 +82,17 @@ Platte bleiben konsistent.
--dry-run
# Dann wirklich:
sudo -E ./kerio_rename_user.py \
--admin admin \
sudo ./kerio_rename_user.py \
--domain firma.de \
--old-login anna.mueller \
--new-login anna.schmidt \
--full-name "Anna Schmidt"
```
Das Passwort kommt aus der Umgebungsvariablen `KERIO_ADMIN_PASSWORD` oder wird
interaktiv abgefragt — nicht über die Kommandozeile, sonst landet es in der
Shell-History. (`sudo -E` reicht die Variable durch.)
Nur den angezeigten Namen ändern, ohne Login und Verzeichnis anzufassen:
```bash
./kerio_rename_user.py --admin admin --domain firma.de \
sudo ./kerio_rename_user.py --domain firma.de \
--old-login anna.mueller --full-name "Anna Schmidt"
```
@@ -92,35 +100,50 @@ Nur den angezeigten Namen ändern, ohne Login und Verzeichnis anzufassen:
| Option | Bedeutung |
| --- | --- |
| `--server`, `--port` | Admin-API, Standard `localhost:4040` |
| `--admin`, `--password` | Admin-Zugang; besser `KERIO_ADMIN_PASSWORD` |
| `--list` | Benutzer aus `users.cfg` auflisten |
| `--domain` | Mail-Domain, z. B. `firma.de` |
| `--old-login`, `--new-login` | Login-Namen ohne `@domain` |
| `--full-name` | Neuer angezeigter Name |
| `--store-dir` | Store-Pfad, Standard `/opt/kerio/mailserver/store` |
| `--install-dir` | Standard `/opt/kerio/mailserver` |
| `--store-dir` | Standard `/opt/kerio/mailserver/store` |
| `--service-name` | Dienstname, Standard `kerio-connect` |
| `--service-manager` | `auto`, `systemd`, `initd` oder `none` |
| `--service-wait` | Sekunden Wartezeit aufs Stoppen, Standard 90 |
| `--dry-run` | Nur anzeigen |
| `--yes` | Rückfrage überspringen |
| `--force` | Auch bei LDAP-/AD-Benutzern versuchen |
| `--insecure` | TLS-Zertifikat nicht prüfen (selbstsigniert) |
| `--force` | Auch bei Benutzern aus einem Verzeichnisdienst |
`--service-manager none` fasst den Dienst nicht an — dafür muss Kerio dann
selbst gestoppt sein, bevor das Script läuft.
## Was das Script bewusst nicht anfasst
Nach der Umbenennung steht der alte Name noch an ein paar Stellen, die reine
Anzeige betreffen und den Mailbetrieb nicht stören:
- `.personal` — die vCard des Benutzers, enthält noch die alte Adresse
- `#public/Contacts/` — der Eintrag in der globalen Adressliste
- `.caldav.db` / `.carddav.db` — die DAV-Datenbanken
Kerio schreibt `.personal` beim Start teilweise selbst neu. Wer die Adresse dort
sofort korrekt haben will, korrigiert den Kontakt in der Administrationskonsole.
Kommt der alte Name in `users.cfg` außerhalb der Benutzerlisten vor (etwa in
einem Alias), meldet das Script das im Plan und ändert es **nicht** automatisch —
lieber ein Hinweis als eine kaputte Konfiguration.
Die alte Adresse nimmt nach der Umbenennung keine Mail mehr an. Wer das braucht,
legt anschließend in der Administrationskonsole einen Alias an.
## Hinweise
- **Vorher ein Backup des Stores anlegen.** Das Script verschiebt Verzeichnisse.
- Erst an einem Testbenutzer ausprobieren.
- Der Benutzer sollte während des Laufs nicht angemeldet sein.
- Nach der Umbenennung müssen sich alle Mail-Clients des Benutzers mit dem neuen
Login neu anmelden.
- Die alte Adresse wird bewusst **nicht** als Alias angelegt. Wer möchte, dass
Mail an die alte Adresse weiterhin ankommt, legt den Alias anschließend in der
Admin-Konsole an.
- Weitere Adressen am Benutzer (`emailAddresses`) bleiben unverändert und werden
im Plan zur Kontrolle mit angezeigt.
- Nach der Umbenennung müssen sich alle Mail-Clients mit dem neuen Login neu
anmelden.
- Gruppenmitgliedschaften bleiben erhalten: Kerio referenziert Gruppen über
GUIDs, nicht über Namen.
---
@@ -135,13 +158,22 @@ verlinkte Registrierungsseite ist seit der Übernahme durch GFI teilweise tot
man kommt im Assistenten nicht weiter.
Kerio kennt dafür den Schalter `ConfigWizardDone` in `mailserver.cfg`. Steht er
auf `1`, öffnet die Administrationskonsole den Assistenten nicht mehr und der
Server läuft 30 Tage ab Installation im unregistrierten Modus.
auf `1`, öffnet die Administrationskonsole den Assistenten nicht mehr.
Im unregistrierten Modus fehlen Antivirus-Updates, ActiveSync, Greylisting und
Hersteller-Support; nach 30 Tagen stoppt die Engine. **Benutzerverwaltung,
Administrationskonsole und Admin-API sind nicht eingeschränkt** — für einen
Testserver also unproblematisch.
## Was das bringt — und was nicht
Danach sind **Administrationskonsole und Admin-API voll nutzbar**, und dieses
Repo lässt sich damit testen.
**Der Mailbetrieb bleibt aber gesperrt.** Ohne Lizenzschlüssel weisen IMAP, POP3
und Webmail jede Verbindung ab (`Server license expired` beim Client,
`Product name does not match` im Log), und `error.log` meldet beim Start
`No license key found`. Der Schalter überspringt nur den Dialog — er aktiviert
keinen Testzeitraum.
Für echten Mailbetrieb führt kein Weg an einer Trial-Lizenznummer vorbei:
**Dashboard → „Become a registered trial user"**, oder auf der GFI-Downloadseite
„Try free for 30 days". Braucht ausgehendes HTTPS auf Port 443.
## Benutzung
@@ -151,33 +183,19 @@ sudo ./kerio_trial_setup.py --skip-wizard # Assistenten überspringen
sudo ./kerio_trial_setup.py --restore # Backup zurückspielen
```
`--status` zeigt Dienstzustand, `ConfigWizardDone`, `TrialID`, vorhandene
Lizenzdateien und eine Schätzung, wann der Testzeitraum abläuft.
## Der springende Punkt
`mailserver.cfg` darf **nur bei gestopptem Dienst** bearbeitet werden. Kerio
schreibt seine Konfiguration beim Beenden aus dem Speicher zurück und würde eine
Änderung am laufenden Dienst wieder überschreiben. Das Script stoppt deshalb den
Dienst, liest die Datei **danach neu ein** (die Version von vorher ist zu diesem
Zeitpunkt bereits veraltet), schreibt atomar über eine temporäre Datei im selben
Verzeichnis, startet den Dienst und liest den Wert zur Kontrolle noch einmal.
Vor jeder Änderung wird ein Backup als `mailserver.cfg.bak-trial-setup` angelegt.
## Falls du doch eine registrierte Trial willst
Geht aus der laufenden Instanz heraus, ohne Installer: **Dashboard → „Become a
registered trial user"**. Braucht ausgehendes HTTPS auf Port 443 zum
GFI-Registrierungsserver.
Änderung am laufenden Dienst wieder überschreiben. Das gilt für `users.cfg`
genauso — beide Scripts halten sich daran.
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## API- und Doku-Referenz
## Referenzen
- [Administration API for Kerio Connect — Users](https://manuals.gfi.com/en/kerio/api/connect/admin/reference/interfacekerio_1_1jsonapi_1_1admin_1_1_users.html)
- [Administration API — Users](https://manuals.gfi.com/en/kerio/api/connect/admin/reference/interfacekerio_1_1jsonapi_1_1admin_1_1_users.html)
- [Sample communication (Session.login, X-Token)](https://manuals.gfi.com/en/kerio/api/connect/admin/reference/sample_communication.html)
- [User struct](https://manuals.gfi.com/en/kerio/api/connect/admin/reference/structkerio_1_1jsonapi_1_1admin_1_1_user.html)
- [Registering Kerio Connect (unregistered mode)](https://manuals.gfi.com/en/kerio/connect/content/registration-and-licenses/registering-kerio-connect-1134.html)
- [Initial Wizard Settings Are Not Saving (ConfigWizardDone)](https://support.kerioconnect.gfi.com/article/114858-initial-wizard-settings-are-not-saving-in-kerio-connect)
- [Modifying the mailserver.cfg](https://support.kerioconnect.gfi.com/en-us/article/114788-modifying-the-mailserver-cfg)