Die Meldung nannte bisher nur die aufgerufene Adresse. Antwort,
HTTP-Code und curls eigene Fehlermeldung wurden weggeworfen - also
genau das, woran man es erkennt. Uebrig blieb Raten.
Jetzt werden alle drei eingesammelt und ausgewertet:
HTTP 400/401 Der Proxy Manager hat geantwortet und abgelehnt. Damit
ist auch gesagt, dass Port, Netz und Proxy stimmen. Die
Meldung der Schnittstelle steht dabei ("Invalid email or
password"), dazu der Hinweis auf npm-reset, falls das
Konto nie angelegt wurde.
HTTP 000 Gar keine Antwort. Der Reihe nach wird geprueft und
benannt: NPM_ENABLED=off, Container laeuft nicht, auf
dem Port lauscht nichts, oder er antwortet nur nicht.
HTTP 5xx Es hat etwas geantwortet, aber nicht wie erwartet.
Dazu: ist die Antwort HTML statt JSON, wird das ausdruecklich gesagt und
die erste Zeile gezeigt. Damit ist auf einen Blick erkennbar, dass ein
HTTP-Proxy geantwortet hat und nicht der Proxy Manager - im Test
"<html><head><title>502 Proxy Error</title>...".
Beim Pruefen der Faelle ist ein Fehler aufgefallen: container_running
benutzt RUNTIME ohne Absicherung. War die Runtime nicht erkannt, brach
die Fehlerdiagnose unter "set -u" mit "RUNTIME ist nicht gesetzt" ab -
ausgerechnet die Ausgabe, die helfen soll. Ohne erkannte Runtime lautet
die Antwort jetzt schlicht "nein".
Nebenbei korrigiert: NPM antwortet bei falschen Zugangsdaten mit 400,
nicht mit 401 - der erste Entwurf fing den haeufigsten Fall nicht.
Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com>
139 KiB
Checkmk im Container – Docker (Debian) & Podman (RHEL) mit NGINX Proxy Manager
Vollständige, produktionstaugliche Container-Installation von Checkmk mit NGINX Proxy Manager als HTTPS-Terminierung (Let's Encrypt oder selbstsigniert), inklusive Werkzeugen für Backup, Restore und die Migration bestehender Sites von einer Direktinstallation – ohne dass die Agents neu eingerichtet werden müssen.
Inhaltsverzeichnis
- Überblick & Architektur
- Verzeichnisstruktur
- Voraussetzungen & Ports
- Installation auf Debian/Ubuntu (Docker)
- Installation auf RHEL/Rocky/Alma/Fedora (Podman)
- Autostart nach einem Neustart des Hosts (Podman)
- Konfiguration (
.env) - Checkmk-Image beschaffen (Raw, Enterprise & Co.)
- Erststart
- HTTPS einrichten – Let's Encrypt oder selbstsigniert
- Proxy Manager lokal einrichten (Terminal-Browser)
- Adminoberfläche auf einen anderen Port legen
- Firewall
- Verwaltung:
cmk-manage.sh(CLI und ncurses-Oberfläche) - Backup
- Restore
- Migration einer Direktinstallation (
migrate_creator.sh) - Mehrere Sites in einem Container
- Checkmk aktualisieren
- Fehlersuche
- Sicherheitshinweise
- Deinstallation
1. Überblick & Architektur
Internet / LAN
|
:80 :443 :81
|
+-----------------------------------+
| NGINX Proxy Manager (Container) | network_mode: host
| - Let's Encrypt ODER self-signed |
| - Weboberfläche auf Port 81 |
+-----------------------------------+
| http://127.0.0.1:5000
v
+-----------------------------------+
| Checkmk / OMD (Container) | network_mode: host
| :5000 Web-GUI (Apache) |
| :8000 Agent-Receiver | <-- Agents (cmk-agent-ctl)
| :6557 Livestatus (optional) |
+-----------------------------------+
|
Bind-Mount: ./data/checkmk/sites -> /omd/sites
Bewusste Entwurfsentscheidungen
| Punkt | Umsetzung | Grund |
|---|---|---|
| Checkmk im Host-Netzwerk | network_mode: host, keine ports:-Angaben |
Agents, SNMP-Traps, ICMP und der Agent-Receiver arbeiten ohne NAT; die Quell-IP der überwachten Hosts bleibt erhalten |
| NGINX Proxy Manager ebenfalls im Host-Netzwerk | network_mode: host |
erreicht das Checkmk-Backend direkt über 127.0.0.1:5000; kein Bridge-Netz, keine host-gateway-Tricks nötig – funktioniert unter Docker und Podman identisch |
| Keine Named Volumes | ausschließlich Bind-Mounts nach ./data/ |
alle Daten liegen sichtbar im Projektverzeichnis, einfach zu sichern, zu kopieren und zu prüfen |
| Eine Compose-Datei für beides | docker compose und podman-compose |
identische Bedienung auf Debian und RHEL |
:Z an den Bind-Mounts |
SELinux-Relabeling | nötig unter RHEL; unter Debian/Docker wirkungslos (kein Fehler) |
2. Verzeichnisstruktur
.
├── README.md # deutsche Dokumentation
├── README_en.md # englische Fassung
├── docker-compose.yml # für Docker UND Podman
├── .env.example # Vorlage -> .env
├── install.sh # Installation Docker (Debian) / Podman (RHEL)
│
├── scripts/
│ ├── cmk-manage.sh # Stack, Backup, Restore, Import + ncurses-GUI
│ ├── migrate_creator.sh # -> auf den QUELLSERVER kopieren
│ └── lib/
│ └── common.sh # gemeinsame Funktionen + TUI-Helfer
│
├── containers/
│ └── browser/
│ └── Containerfile # Werkzeug-Image: Textbrowser, curl, jq, openssl
│
├── systemd/
│ ├── checkmk-stack.service.example # Compose-basierte Unit (Autostart)
│ └── quadlet/
│ ├── checkmk.container # Podman-Quadlet (Alternative)
│ └── nginx-proxy-manager.container
│
├── data/ # ALLE Nutzdaten (Bind-Mounts)
│ ├── checkmk/sites/ # -> /omd/sites (komplette OMD-Sites)
│ └── npm/
│ ├── data/ # -> /data (NPM-Konfiguration/DB)
│ ├── letsencrypt/ # -> /etc/letsencrypt (Zertifikate)
│ └── custom-certs/ # selbstsignierte Zertifikate zum Hochladen
│
├── backups/ # Backups und Migrations-Bundles (*.tar.gz)
└── images/ # heruntergeladene Checkmk-Image-Tarballs
3. Voraussetzungen & Ports
- 64-Bit-Linux, mind. 2 CPU-Kerne, 4 GB RAM (Empfehlung: 4 Kerne, 8 GB)
- Plattenplatz: Faustregel 1 GB je 100 überwachte Hosts und Jahr, plus Backups
- root-Rechte
- Ausgehender Internetzugang für den Image-Download
Belegte Ports (Host-Netzwerk!)
| Port | Dienst | Erreichbar von |
|---|---|---|
| 80/tcp | NGINX Proxy Manager – HTTP, Let's-Encrypt-Challenge | Internet/LAN |
| 443/tcp | NGINX Proxy Manager – HTTPS | Internet/LAN |
| 81/tcp | NGINX Proxy Manager – Adminoberfläche (Vorgabe; per npm-port änderbar) |
nur Admin-Netz! |
| 5000/tcp | Checkmk Apache (Backend) | nur localhost – nicht freigeben. Ausnahme: bei abgeschaltetem Proxy Manager (12.4) nur für die IP des externen Proxys |
| 8000/tcp | Checkmk Agent-Receiver (TLS-registrierte Agents) | überwachte Hosts |
| 6557/tcp | Livestatus (nur bei CMK_LIVESTATUS_TCP=on) |
verteilte Sites |
Wichtig: Da beide Container im Host-Netzwerk laufen, dürfen die Ports 80, 443 und 81 auf dem Host nicht bereits belegt sein (z. B. durch einen installierten Apache/NGINX). Prüfen mit
ss -tlnp | grep -E ':(80|81|443|5000)\b'.
4. Installation auf Debian/Ubuntu (Docker)
# Projekt an den gewünschten Ort legen
sudo mkdir -p /opt/checkmk-stack
sudo cp -r ./* ./.env.example /opt/checkmk-stack/
cd /opt/checkmk-stack
# Docker CE + Compose-Plugin installieren, Projekt vorbereiten
sudo ./install.sh --with-systemd
install.sh erledigt dabei:
- Docker-Repository von
download.docker.comeinbinden (GPG-Key + Sources-Liste) docker-ce,docker-ce-cli,containerd.io,docker-buildx-plugin,docker-compose-plugininstallierendialog,openssl,tar,curlinstallieren (für die ncurses-Oberfläche)systemctl enable --now docker- Verzeichnisse unter
data/undbackups/anlegen,.envaus.env.exampleerzeugen - optional die systemd-Unit
checkmk-stack.serviceeinrichten
Anschließend:
sudo $EDITOR /opt/checkmk-stack/.env # mindestens CMK_PASSWORD und CMK_SITE_ID
# Image festlegen (Raw geht ohne Anmeldung, Enterprise siehe Kapitel 8)
sudo ./scripts/cmk-manage.sh image pull --edition raw --version 2.3.0-latest
sudo ./scripts/cmk-manage.sh up
sudo ./scripts/cmk-manage.sh status
Unter Docker sorgt bereits restart: unless-stopped dafür, dass die Container
nach einem Reboot wieder starten (der Docker-Daemon startet sie). Die
systemd-Unit ist trotzdem sinnvoll, weil sie zusätzlich alle Sites startet
(siehe Kapitel 18).
5. Installation auf RHEL/Rocky/Alma/Fedora (Podman)
Auf Red-Hat-Systemen steht Docker nicht zur Verfügung – hier wird Podman verwendet. Die Compose-Datei ist dieselbe.
Schritt 0 bei RHEL: Subskription prüfen
Ein nicht registriertes RHEL installiert überhaupt keine Pakete – weder
podmannochgit,dialogodertar.dnfmeldet dann nur „This system is not registered with an entitlement server". Das ist der häufigste Grund, waruminstall.shauf einem frischen RHEL nicht durchläuft.# Ist das System registriert? sudo subscription-manager status # -> "Overall Status: Current" = in Ordnung sudo dnf repolist # -> darf nicht leer sein # Falls nicht: kostenloses Konto auf https://developers.redhat.com anlegen # (Developer Subscription for Individuals, bis zu 16 Systeme) und dann: sudo subscription-manager register --username <benutzer>RHEL 9 nutzt Simple Content Access, ein
subscription-manager attachist nicht mehr nötig. Ohne Konto geht es auch per Installations-DVD oder durch den Wechsel auf Rocky/Alma – alle drei Wege stehen ausführlich in Abschnitt 5.1.Rocky Linux, AlmaLinux, CentOS Stream und Fedora brauchen nichts davon – dort einfach weiterlesen.
sudo mkdir -p /opt/checkmk-stack
sudo cp -r ./* ./.env.example /opt/checkmk-stack/
cd /opt/checkmk-stack
sudo ./install.sh --with-systemd
install.sh installiert dabei:
- prüft zuerst, ob überhaupt ein nutzbares Repository vorhanden ist, und nennt andernfalls die drei Wege aus Abschnitt 5.1
podman,tar,openssldialogfür die ncurses-Oberfläche – schlägt das fehl, wirdnewt(whiptail) genommen; beides unterstützen die Skriptepodman-compose– in dieser Reihenfolge versucht: Distributions-Repository → EPEL →pip3 install podman-compose- richtet die systemd-Unit ein (bei Podman immer, siehe nächstes Kapitel)
Manuell entspricht das:
sudo dnf install -y podman podman-compose tar openssl
sudo dnf install -y dialog || sudo dnf install -y newt # dialog: AppStream, newt: BaseOS
# Falls podman-compose nicht im Repo ist - EPEL nachrüsten:
sudo dnf install -y https://dl.fedoraproject.org/pub/epel/epel-release-latest-9.noarch.rpm
sudo dnf install -y podman-compose
EPEL setzt eine funktionierende Subskription voraus. Das Paket
epel-releasekonfiguriert nur die EPEL-Quelle; seine Abhängigkeiten und alles, was danach daraus installiert wird, kommen weiterhin aus Red Hats BaseOS/AppStream. Auf einem nicht registrierten System scheitert deshalb schon der Befehl oben – EPEL ist kein Ersatz für die Registrierung.Bleibt
podman-composedeswegen unerreichbar, ist das kein Hindernis: mit Quadlet (Kapitel 6, Variante B) läuft der Stack ganz ohne Compose, direkt über systemd.
Starten:
sudo $EDITOR /opt/checkmk-stack/.env
# Image beschaffen - bei Enterprise mit Zugangsdaten, siehe Kapitel 8
sudo ./scripts/cmk-manage.sh image pull --edition enterprise --version 2.3.0p23 \
--user <benutzer> --password <kennwort>
sudo ./scripts/cmk-manage.sh up # nutzt automatisch podman-compose
sudo ./scripts/cmk-manage.sh status
Auf RHEL unbedingt Kapitel 8.2 lesen: kurze Image-Namen und
podman importstattpodman loadsind die beiden Ursachen fuer „Image unbekannt“.
5.1 Unregistriertes RHEL: woher die Pakete kommen
Ein frisch installiertes Red Hat Enterprise Linux ohne Subskription liefert gar nichts aus:
$ sudo dnf install -y podman
This system is not registered with an entitlement server.
You can use "rhc" or "subscription-manager" to register.
Error: There are no enabled repositories in "/etc/yum.repos.d".
Das betrifft alle Pakete – podman, git, dialog, tar. Es gibt drei
Wege, und install.sh erkennt die Lage inzwischen selbst und nennt sie.
Nur RHEL selbst ist betroffen. Rocky Linux, AlmaLinux, CentOS Stream und Fedora brauchen keine Registrierung – dort funktioniert
dnfsofort.
Weg 1 – kostenlose Developer-Subskription (empfohlen)
Red Hat vergibt die Developer Subscription for Individuals kostenlos. Sie gilt für bis zu 16 Systeme, physisch oder virtuell, und deckt neben Entwicklung und Test ausdrücklich auch kleine Produktivnutzung ab. Sie wird an die Person vergeben, nicht an die Firma.
- Kostenloses Konto auf https://developers.redhat.com anlegen
- Auf dem Server registrieren:
sudo subscription-manager register --username <benutzer>
# Kennwort wird abgefragt; alternativ --password <kennwort>
RHEL 9 nutzt Simple Content Access – die Repositories sind damit sofort
freigeschaltet, ein subscription-manager attach ist nicht mehr nötig.
- Kontrolle:
sudo subscription-manager status # -> Overall Status: Current
sudo dnf repolist # -> rhel-9-for-x86_64-baseos-rpms u.a.
sudo dnf install -y git podman
Fehlen einzelne Repositories:
sudo subscription-manager repos --list-enabled
sudo subscription-manager repos --enable=rhel-9-for-x86_64-appstream-rpms
Bei einem Firmenkonto mit Aktivierungsschlüssel stattdessen:
sudo subscription-manager register --org <org-id> --activationkey <schluessel>
Weg 2 – Installations-DVD als lokales Repository (ohne Konto, offline)
Funktioniert ohne jede Registrierung und ohne Internet. Voraussetzung ist die
DVD-ISO (rhel-9.x-x86_64-dvd.iso, mehrere GB) – die kleine boot.iso
enthält keine Pakete.
# ISO dauerhaft einhängen
sudo mkdir -p /mnt/rhel
sudo mount -o loop,ro /pfad/rhel-9.8-x86_64-dvd.iso /mnt/rhel
# beim Booten automatisch einhängen
echo '/pfad/rhel-9.8-x86_64-dvd.iso /mnt/rhel iso9660 loop,ro,nofail 0 0' \
| sudo tee -a /etc/fstab
# Repository-Datei anlegen
sudo tee /etc/yum.repos.d/rhel-local.repo >/dev/null <<'REPO'
[rhel-local-baseos]
name=RHEL local - BaseOS
baseurl=file:///mnt/rhel/BaseOS
enabled=1
gpgcheck=1
gpgkey=file:///etc/pki/rpm-gpg/RPM-GPG-KEY-redhat-release
[rhel-local-appstream]
name=RHEL local - AppStream
baseurl=file:///mnt/rhel/AppStream
enabled=1
gpgcheck=1
gpgkey=file:///etc/pki/rpm-gpg/RPM-GPG-KEY-redhat-release
REPO
sudo dnf clean all
sudo dnf repolist
sudo dnf install -y podman tar openssl dialog git
Grenze: Das lokale Repository enthält exakt den Stand der ISO – es gibt keine Sicherheitsupdates. Für einen dauerhaft betriebenen Monitoring-Server ist das kein Zustand; als Überbrückung, bis die Registrierung steht, ist es in Ordnung.
Weg 3 – auf Rocky Linux oder AlmaLinux wechseln
Beide sind binärkompatible Nachbauten von RHEL, dauerhaft kostenfrei und ohne
Registrierung. Dieses Projekt läuft dort unverändert – install.sh erkennt sie
als RHEL-Familie.
# Rocky Linux
sudo dnf install -y git
sudo git clone https://github.com/rocky-linux/rocky-tools.git
sudo bash rocky-tools/migrate2rocky/migrate2rocky.sh -r
# AlmaLinux
curl -O https://raw.githubusercontent.com/AlmaLinux/almalinux-deploy/master/almalinux-deploy.sh
sudo bash almalinux-deploy.sh
Vorher ein Backup bzw. einen Snapshot anlegen. Die Umstellung tauscht die Basispakete im laufenden System aus.
Was dieses Projekt tatsächlich braucht
| Paket | Wofür | Repository |
|---|---|---|
podman |
Container-Runtime | AppStream |
tar |
Backups und Migrations-Bundles | BaseOS |
openssl |
selbstsignierte Zertifikate | BaseOS |
dialog |
ncurses-Oberfläche | AppStream |
newt (whiptail) |
Ersatz, falls dialog fehlt |
BaseOS |
curl |
Image-Download | BaseOS |
podman-compose |
Compose-Unterstützung | EPEL oder pip3 |
git |
nur zum Klonen dieses Projekts | AppStream |
dialog ist optional: fehlt es, nutzen die Skripte automatisch whiptail
aus dem Paket newt, das in BaseOS liegt. install.sh versucht genau diese
Reihenfolge und bricht deswegen nicht mehr ab.
git wird nicht zwingend gebraucht – das Projekt lässt sich genauso als ZIP
oder per scp auf den Server bringen.
EPEL hilft hier nicht: Das EPEL-Repository setzt die Basis-Repositories von Red Hat voraus. Ohne Subskription oder lokales Repository lässt sich auch
epel-releasenicht installieren – und damit keinpodman-compose. In dem Fall ist der Quadlet-Weg aus Kapitel 6 die Lösung: er kommt ganz ohne Compose aus.
5.2 SELinux
Die Bind-Mounts sind in docker-compose.yml mit :Z versehen, Podman setzt
dadurch automatisch den Kontext container_file_t. Falls Zugriffe dennoch
scheitern:
sudo semanage fcontext -a -t container_file_t "/opt/checkmk-stack/data(/.*)?"
sudo restorecon -Rv /opt/checkmk-stack/data
sudo ausearch -m avc -ts recent # AVC-Meldungen prüfen
6. Autostart nach einem Neustart des Hosts (Podman)
Das ist bei Podman der wichtigste Unterschied zu Docker: Podman hat keinen Daemon. Die Angabe
restart: unless-stoppedin der Compose-Datei wirkt deshalb nicht über einen Reboot hinweg. Der Autostart muss über systemd erfolgen. Es gibt zwei erprobte Wege.
Variante A – Compose-basierte systemd-Unit (empfohlen, identisch zu Docker)
Wird von ./install.sh --with-systemd automatisch erzeugt und aktiviert.
Manuell:
sudo tee /etc/systemd/system/checkmk-stack.service >/dev/null <<'EOF'
[Unit]
Description=Checkmk + NGINX Proxy Manager (Container-Stack)
Wants=network-online.target
After=network-online.target
[Service]
Type=oneshot
RemainAfterExit=yes
WorkingDirectory=/opt/checkmk-stack
EnvironmentFile=/opt/checkmk-stack/.env
TimeoutStartSec=0
ExecStart=/bin/sh -c '/usr/bin/podman-compose up -d'
ExecStartPost=/opt/checkmk-stack/scripts/cmk-manage.sh start-all-sites
ExecStop=/bin/sh -c '/usr/bin/podman-compose down'
[Install]
WantedBy=multi-user.target
EOF
sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable --now checkmk-stack.service
sudo systemctl status checkmk-stack.service
Prüfen, dass es einen Reboot übersteht:
sudo systemctl is-enabled checkmk-stack # -> enabled
sudo reboot
# nach dem Neustart:
sudo podman ps
sudo /opt/checkmk-stack/scripts/cmk-manage.sh status
ExecStartPost ruft start-all-sites auf. Das ist nötig, weil der
Checkmk-Entrypoint nur die in CMK_SITE_ID eingetragene Site startet – bei
mehreren Sites blieben die übrigen sonst gestoppt.
Variante B – Podman-Quadlet (ab Podman 4.4, ohne Compose)
Quadlet erzeugt aus einfachen Beschreibungsdateien echte systemd-Units.
Vorteil: kein podman-compose nötig, saubere Abhängigkeiten, natives Podman.
sudo ./install.sh --quadlet
Das schreibt (mit den Werten aus der .env) nach /etc/containers/systemd/:
checkmk.containernginx-proxy-manager.container
Danach:
sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl start checkmk nginx-proxy-manager
sudo systemctl status checkmk
Die Units werden durch WantedBy=multi-user.target default.target beim
Systemstart automatisch aktiviert – ein separates systemctl enable ist bei
Quadlet nicht nötig (und auch nicht möglich, da die Units generiert werden).
Vorlagen liegen unter systemd/quadlet/.
Variante C – rootless Podman (optional, erhöhter Aufwand)
sudo ./install.sh --rootless
sudo loginctl enable-linger checkmk # Dienstbenutzer
# Unit als Benutzer-Unit:
mkdir -p ~/.config/systemd/user
cp systemd/checkmk-stack.service.example ~/.config/systemd/user/checkmk-stack.service
systemctl --user daemon-reload
systemctl --user enable --now checkmk-stack
--rootless setzt net.ipv4.ip_unprivileged_port_start=80, damit die Ports
80/443 ohne root gebunden werden dürfen. loginctl enable-linger sorgt dafür,
dass die Benutzer-Units auch ohne Anmeldung nach einem Reboot starten.
Hinweis: Im rootless-Betrieb werden die UIDs der Site-Benutzer über User-Namespaces abgebildet. Die Dateien unter
data/checkmk/sitesgehören dann Subordinate-UIDs (z. B.165536). Das ist normal, erschwert aber die Arbeit mit den Dateien vom Host aus. Für Migrationen wird der rootful Betrieb empfohlen.
7. Konfiguration (.env)
cp .env.example .env
chmod 600 .env
$EDITOR .env
Die wichtigsten Schalter:
| Variable | Bedeutung |
|---|---|
CMK_RUNTIME |
leer = automatische Erkennung, sonst docker oder podman |
CMK_IMAGE |
das tatsaechlich verwendete Image, immer vollqualifiziert – siehe Kapitel 8 |
CMK_EDITION, CMK_VERSION |
nur Vorgaben fuer den Image-Downloader |
CMK_IMAGE_SOURCE |
auto/registry/download – woher das Image geholt wird |
CMK_REGISTRY_USER/-PASSWORD |
Anmeldung an registry.checkmk.com (Enterprise) |
CMK_DOWNLOAD_USER/-PASSWORD |
Anmeldung am Checkmk-Downloadportal |
CMK_SITE_ID |
Site, die der Container anlegt bzw. beim Start hochfährt |
CMK_PASSWORD |
Startpasswort für den Benutzer cmkadmin (nur bei Neuanlage) |
CMK_LIVESTATUS_TCP |
on öffnet Port 6557 für verteilte Überwachung |
MAIL_RELAY_HOST |
SMTP-Relay für Benachrichtigungen |
TZ |
Zeitzone, z. B. Europe/Berlin |
NPM_ENABLED |
on/off – soll der Proxy-Manager-Container überhaupt laufen? Siehe 12.4 |
NPM_ADMIN_PORT |
Port der Proxy-Manager-Oberfläche (Vorgabe 81) – nur über npm-port bzw. das Menü ändern |
NPM_API_HOST |
Name für die Schnittstelle (127.0.0.1 oder localhost) – siehe Kapitel 14.6 |
NPM_ADMIN_URL |
Startseite des Terminal-Browsers; leer = automatisch aus NPM_ADMIN_PORT |
BACKUP_DIR |
Ablage für manuelle Backups (Vorgabe ./backups); geplante Jobs haben eigene Pfade |
BACKUP_AUTO |
on/off – sollen die Backup-Jobs per cron laufen? |
CERT_DOMAIN, CERT_DAYS |
Vorgaben für selbstsignierte Zertifikate |
CERT_EXTERNAL_DIR, CERT_EXTERNAL_FULLCHAIN, CERT_EXTERNAL_KEY |
Verzeichnis und Dateinamen eines von außen gelieferten Zertifikats |
CERT_EXTERNAL_WATCH |
täglich prüfen, ob es ausgetauscht wurde |
FW_ROLE |
single/central/remote – Rolle im verteilten Monitoring, steuert die Firewall-Prüfung |
FW_EC_SYSLOG, FW_EC_SNMPTRAP, FW_EC_TCP |
Event Console: Syslog (514), SNMP-Traps (162/udp), Status über TCP (6558) |
FW_AGENT |
läuft auf diesem Host ein Checkmk-Agent im Pull-Betrieb? (6556) |
FW_EXTRA_PORTS |
weitere Ports für die Prüfung, z. B. 3000/tcp=Grafana |
7.1 Wer liest die .env – und warum gibt es sie zusätzlich zum Skript?
Die .env ist die einzige Konfigurationsdatei. Es gibt bewusst keine zweite
Konfiguration im Verwaltungsskript:
.env (einzige Quelle der Wahrheit)
|
+---------------+----------------+------------------+
| | | |
docker-compose systemd-Unit cmk-manage.sh migrate_creator.sh
(Variablen- (EnvironmentFile) (source) (unabhaengig, laeuft
ersetzung) auf dem Quellserver)
- Gelesen wird sie von compose, von der systemd-Unit und vom Skript.
- Geschrieben wird sie durch das Skript – entweder gezielt
(
image …setztCMK_IMAGE,import --set-default-sitesetztCMK_SITE_ID,npm-portsetztNPM_ADMIN_PORT) oder über das Einstellungsmenü bzw.config set(siehe Kapitel 14). Ein Editor ist damit nicht mehr nötig, bleibt aber als Menüpunkt erhalten. - Das Skript selbst haelt nur Rueckfallwerte fuer den Fall, dass ein
Schluessel in der
.envfehlt (inscripts/lib/common.sh, Funktionload_env). Es ueberschreibt niemals einen gesetzten Wert.
Kurz: die .env sagt was laeuft, das Skript macht etwas damit. Doppelt
gepflegt werden muss nichts.
8. Checkmk-Image beschaffen (Raw, Enterprise & Co.)
8.1 Welche Edition liegt wo?
Das ist die haeufigste Stolperfalle: die Enterprise-Edition liegt nicht auf
Docker Hub. Im Namensraum checkmk auf Docker Hub gibt es ausschliesslich:
Edition (CMK_EDITION) |
Bezugsquelle | Anmeldung |
|---|---|---|
raw (bis 2.4) |
docker.io/checkmk/check-mk-raw |
nein |
community (ab 2.5, Nachfolger von raw) |
docker.io/checkmk/check-mk-community |
nein |
cloud |
docker.io/checkmk/check-mk-cloud |
nein |
managed (bis 2.4) |
docker.io/checkmk/check-mk-managed |
nein |
pro (ab 2.5, Nachfolger von enterprise) |
docker.io/checkmk/check-mk-pro |
nein |
ultimate, ultimatemt (ab 2.5) |
docker.io/checkmk/check-mk-ultimate[mt] |
nein |
enterprise (2.0 – 2.4) |
registry.checkmk.com/enterprise/check-mk-enterprise oder Image-Tarball aus dem Kundenportal |
ja |
free (historisch, bis 2.1) |
docker.io/checkmk/check-mk-free |
nein |
Ab Checkmk 2.5 wurden die Editionen umbenannt; diese Images liegen wieder offen
auf Docker Hub. Wer also eine 2.5 oder neuer einsetzt, nimmt einfach pro.
Fuer 2.2/2.3/2.4-Enterprise fuehrt nur der Weg ueber registry.checkmk.com
oder den Tarball.
Vorsicht bei den Namen
Die Umbenennung ist die zweite grosse Stolperfalle. checkmk.com zeigt nur noch die neuen Namen, die Dateien und Repositories tragen bis 2.4 aber die alten. Konkret für 2.3.0p9 – geprüft am Versionsarchiv:
| Auswahl auf checkmk.com | --edition hier |
tatsächlicher Dateiname |
|---|---|---|
| Community | raw |
check-mk-raw-docker-2.3.0p9.tar.gz |
| Pro | enterprise |
check-mk-enterprise-docker-2.3.0p9.tar.gz |
| Ultimate | cloud |
check-mk-cloud-docker-2.3.0p9.tar.gz |
| Ultimate MT | managed |
check-mk-managed-docker-2.3.0p9.tar.gz |
Wer auf der Website „Pro" wählt und daraus check-mk-pro-docker-2.3.0p9.tar.gz
ableitet, bekommt ein HTTP 404 – diese Datei gibt es für 2.3 nicht.
Das Skript nimmt einem das ab: es liest den echten Dateinamen aus dem Versionsarchiv und probiert zusätzlich beide Namensvarianten durch. In der Oberfläche steht in der Editionsauswahl jeweils beides.
Frei herunterladbar heisst nicht lizenzfrei – der Lizenzschluessel wird anschliessend in Checkmk selbst hinterlegt.
8.2 Zwei Podman-Fallstricke (genau die aus der Praxis)
1. Kurze Image-Namen. Podman kennt keine Vorgabe-Registry. Kurze Namen wie
checkmk/check-mk-enterprise:2.3.0p23 werden ueber
unqualified-search-registries aus /etc/containers/registries.conf aufgeloest
– auf RHEL steht dort registry.access.redhat.com an erster Stelle. Podman
sucht das Image also bei Red Hat, findet es nicht und meldet
image not known bzw. fragt interaktiv nach. Deshalb steht in .env und
docker-compose.yml konsequent der vollqualifizierte Name:
CMK_IMAGE=registry.checkmk.com/enterprise/check-mk-enterprise:2.3.0p23
Aktuelle Auflösungsreihenfolge ansehen:
grep -A3 unqualified-search-registries /etc/containers/registries.conf
2. import statt load. Ein heruntergeladener Image-Tarball wird mit
load eingespielt:
| Kommando | Erwartet | Ergebnis |
|---|---|---|
podman import datei.tar.gz |
ein Dateisystem-Archiv (rootfs) | Image ohne Entrypoint, ohne Umgebung, ohne Tag → unbrauchbar, „Image unbekannt“ |
podman load -i datei.tar.gz |
ein Image-Archiv (docker save/OCI) |
vollstaendiges Image inkl. Metadaten und Tag ✔ |
Ein mit import erzeugtes Fehl-Image wieder loswerden:
podman images | grep '<none>'
podman rmi <image-id>
cmk-manage.sh image load prueft das Archiv vorher auf manifest.json bzw.
oci-layout und weist ein falsches Archiv mit genau diesem Hinweis ab.
8.3 Zugangsdaten in der .env hinterlegen
CMK_EDITION=enterprise
CMK_VERSION=2.3.0p23
# Bezugsweg 1 - private Registry
CMK_REGISTRY=registry.checkmk.com
CMK_REGISTRY_USER=<benutzer-aus-dem-kundenportal>
CMK_REGISTRY_PASSWORD=<kennwort>
# Bezugsweg 2 - Tarball vom Downloadportal
CMK_DOWNLOAD_BASEURL=https://download.checkmk.com/checkmk
CMK_DOWNLOAD_USER=<benutzer>
CMK_DOWNLOAD_PASSWORD=<kennwort>
Die Zugangsdaten stammen aus dem Checkmk-Kundenportal (portal.checkmk.com).
Die .env sollte deshalb chmod 600 haben – install.sh setzt das.
8.4 Zugangsdaten vorab prüfen
Bevor ein mehrere Gigabyte grosser Download an einer falschen Anmeldung scheitert, lässt sich beides in Sekunden testen:
./scripts/cmk-manage.sh image test --edition enterprise --version 2.3.0p23
Geprüft wird ohne jeden Download und ohne dass eine Anmeldung gespeichert wird:
| Prüfung | Was sie beantwortet |
|---|---|
| Registry erreichbar | Netzwerk, Proxy, DNS |
| Anmeldung akzeptiert | stimmen Benutzer und Kennwort? |
| Zugriff auf das Repository | hat das Konto die nötige Berechtigung (Subskription)? |
| Downloadportal | liegt der Image-Tarball dort und wird die Anmeldung akzeptiert? |
Beispiel mit korrekten Zugangsdaten aus der .env:
Registry registry.checkmk.com
[ OK ] erreichbar (HTTP 401)
[ OK ] Anmeldung akzeptiert
[ OK ] Zugriff auf 'enterprise/check-mk-enterprise' vorhanden
Downloadportal download.checkmk.com
[ OK ] Datei erreichbar (HTTP 200)
https://download.checkmk.com/checkmk/2.3.0p23/check-mk-enterprise-2.3.0p23.docker.tar.gz
[ OK ] Zugangsweg nutzbar.
Bei falschem Kennwort:
Registry registry.checkmk.com
[ OK ] erreichbar (HTTP 401)
[FEHLER] Anmeldung abgelehnt (HTTP 401)
Benutzername/Kennwort des Checkmk-Kundenportals pruefen
Nützliche Unterscheidungen, die der Test trifft:
- Anmeldung akzeptiert, aber kein Zugriff auf das Repository – die Zugangsdaten stimmen, der Subskription fehlt aber die Berechtigung für diese Edition.
- Anmeldung akzeptiert, aber HTTP 404 im Downloadportal – Benutzer und
Kennwort sind richtig, nur Version oder Dateiname passen nicht. Dann die
exakte Version angeben (kein
-latest) oderCMK_DOWNLOAD_URLsetzen. - Bei den frei verfügbaren Editionen (
raw,pro,cloud…) meldet der Test „öffentliches Repository – keine Anmeldung nötig" und prüft trotzdem, ob das Repository wirklich abrufbar ist.
Optionen:
# Zugangsdaten einmalig angeben, ohne sie in die .env zu schreiben
./scripts/cmk-manage.sh image test --edition enterprise --version 2.3.0p23 \
--user <benutzer> --password <kennwort>
# nur einen Bezugsweg prüfen
./scripts/cmk-manage.sh image test --only registry
./scripts/cmk-manage.sh image test --only download
Die Zugangsdaten werden über curl --config - von der Standardeingabe
übergeben und erscheinen daher nicht in der Prozessliste.
Kennwörter mit Sonderzeichen: Bis dahin lief das über eine temporäre
.netrc-Datei. Deren Format trennt die Felder durch Leerzeichen – ein Kennwort mit Leerzeichen,#oder Anführungszeichen kam dadurch still verstümmelt an, und die Anmeldung schlug scheinbar grundlos fehl. Gegen einen Testserver nachgemessen: bei einem Kennwort mit Leerzeichen,#,"und$liefert der neue Weg HTTP 200, der alte HTTP 401. Fehltcurl, weicht der Test für die Registry aufpodman loginbzw.docker loginaus – auch dann in eine Wegwerfdatei, die gespeicherte Anmeldung des Systems bleibt unberührt.
In der ncurses-Oberfläche ist der Test an zwei Stellen erreichbar:
- Hauptmenü → image → „Zugangsdaten prüfen"
- Einstellungen → „Checkmk-Image und Zugangsdaten" → „>> Zugangsdaten jetzt prüfen" – also direkt dort, wo Benutzer und Kennwort eingetragen werden
Nach dem Ändern eines Zugangsdaten-Feldes fragt das Menü ausserdem von sich aus, ob gleich geprüft werden soll.
8.5 Verfügbare Versionen auflisten
Statt Versionsnummern zu raten:
./scripts/cmk-manage.sh image versions --edition enterprise --filter 2.3.0p
Abgefragt werden bis zu drei Quellen:
| Quelle | --source |
Zugangsdaten |
|---|---|---|
| Versionsarchiv von checkmk.com | web |
nein |
| Registry (Docker Hub bzw. registry.checkmk.com) | registry |
nur für Enterprise |
| Downloadportal (Verzeichnis-Listing) | download |
ja |
Registry und Downloadportal führen nicht dasselbe. Die Registry hält in der Regel nur die jüngsten Patchstände vor – bei
2.4.0etwap31aufwärts, dazu2.4.0-latestund die täglichen Bauten. Ältere Stände sind dort herausgerollt. Das Downloadportal ist dagegen ein Archiv und hat sie weiterhin.Das ist genau dann entscheidend, wenn eine bestimmte Version gebraucht wird – bei einer Migration nämlich, weil
omd restoreexakt die Version der Quell-Site verlangt (Kapitel 17.4). Für solche Fälle ist der Tarball der richtige Weg, nicht die Registry.image whyweist von sich aus darauf hin, wenn ein Tag in der Registry fehlt, die Version im Archiv aber vorhanden ist.
Ohne --source werden alle drei versucht – so kommt auch ohne hinterlegte
Zugangsdaten eine brauchbare Liste zustande:
Versionsarchiv https://checkmk.com/download/archive
(oeffentlich, keine Zugangsdaten noetig)
2.3.0p50
2.3.0p49
2.3.0p48
...
Uebernehmen
aus der Registry : ./scripts/cmk-manage.sh image pull --edition enterprise --version <version>
als Tarball : ./scripts/cmk-manage.sh image download --edition enterprise --version <version>
nur eintragen : ./scripts/cmk-manage.sh config set CMK_VERSION <version>
Weitere Optionen: --limit N (Vorgabe 25), --all, --filter TEXT und
--bare für die nackte Liste ohne Rahmen – praktisch zum Weiterverarbeiten:
./scripts/cmk-manage.sh image versions --source web --filter 2.3.0p --bare | head -1
In der Oberfläche gibt es den Punkt image → „Verfügbare Versionen auflisten"; beim Holen eines Images muss die Version ohnehin nicht mehr abgetippt werden – dort erscheint eine Auswahlliste.
8.6 Image holen – ein Kommando, drei Wege
Stehen Edition und Version fest, genügt:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh image get
Woher geholt wird, steuert CMK_IMAGE_SOURCE:
| Wert | Wirkung |
|---|---|
auto (Vorgabe) |
erst die Registry, dann das Downloadportal |
registry |
nur aus der Registry |
download |
nur als Tarball vom Downloadportal |
Einmalig abweichen: image get --source download.
auto ist die sinnvolle Vorgabe, weil Registries nur die jüngsten Patchstände
vorhalten – eine ältere, für eine Migration nötige Version liegt dann nur noch
im Downloadportal. Der Wechsel geschieht automatisch, ohne Rückfrage.
Beim up wird automatisch geholt. Fehlt das Image lokal und sind Edition
und Version gesetzt, beschafft up es zuerst über diesen Weg – sonst versucht
compose einen nackten Pull, der bei einer nur im Archiv vorhandenen Version
scheitern muss:
[ INFO ] Das Image ist lokal nicht vorhanden - hole es (auto) ...
[ INFO ] Bezugsweg 'auto': zuerst die Registry ...
[ WARN ] Aus der Registry nicht zu bekommen - versuche das Downloadportal.
Mit up --no-fetch bleibt das aus.
In der Oberfläche liegt das unter image → „Image holen". Dort wird nur noch der Bezugsweg abgefragt – der eingestellte ist gekennzeichnet. Wer Edition oder Version ändern will, wählt dort „Etwas anderes waehlen" oder gleich den Assistenten.
Die Einzelschritte
In der Oberfläche geht das als Assistent: image → „Image beschaffen" führt in einem Durchgang durch Edition, Version und Bezugsweg, setzt danach
CMK_EDITION,CMK_VERSIONundCMK_IMAGEund fragt nicht erneut nach Zugangsdaten, die schon in der.envstehen. Nur wenn sie für den gewählten Weg fehlen, werden sie erfragt – auf Wunsch gleich gespeichert. Derselbe Assistent liegt auch unter Einstellungen → Checkmk-Image und Zugangsdaten → „>> Image beschaffen".
Auf der Kommandozeile bleiben die Einzelschritte:
a) Aus einer Registry (empfohlen)
Für die Enterprise-Edition entspricht das genau diesen beiden Schritten – das
Skript erledigt sie in einem Aufruf und trägt das Ergebnis in die .env ein:
podman login registry.checkmk.com # bzw. docker login
podman pull registry.checkmk.com/enterprise/check-mk-enterprise:2.3.0p9
# frei verfuegbar, ohne Anmeldung
sudo ./scripts/cmk-manage.sh image pull --edition raw --version 2.3.0-latest
# Enterprise mit Anmeldung an registry.checkmk.com
sudo ./scripts/cmk-manage.sh image pull --edition enterprise --version 2.3.0p23 \
--user <benutzer> --password <kennwort>
b) Image-Tarball vom Downloadportal (mit Zugangsdaten)
sudo ./scripts/cmk-manage.sh image download --edition enterprise --version 2.3.0p23 \
--user <benutzer> --password <kennwort>
Der Downloader probiert die ueblichen Dateinamen unter
<CMK_DOWNLOAD_BASEURL>/<version>/ durch
(check-mk-enterprise-<version>.docker.tar.gz und
check-mk-enterprise-docker-<version>.tar.gz). Falls Checkmk das Schema
geaendert hat, laesst sich die vollstaendige URL direkt vorgeben:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh image download \
--url 'https://download.checkmk.com/checkmk/2.3.0p23/check-mk-enterprise-2.3.0p23.docker.tar.gz' \
--user <benutzer> --password <kennwort>
Die Zugangsdaten werden über curl --config - übergeben und erscheinen
daher nicht in der Prozessliste.
c) Bereits heruntergeladene Datei einspielen
Wer die Datei im Browser aus dem Kundenportal geladen hat:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh image load --file /root/check-mk-enterprise-2.3.0p23.docker.tar.gz
In allen drei Faellen ermittelt das Skript den tatsaechlichen Image-Namen
(bei load z. B. docker.io/checkmk/check-mk-enterprise:2.4.0p9) und traegt
ihn als CMK_IMAGE in die .env ein. Danach:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh up
8.7 CMK_IMAGE gegenüber CMK_EDITION/CMK_VERSION
Diese drei Werte haben unterschiedliche Aufgaben, und das ist eine häufige Verwechslung:
| Wert | Wer liest ihn | Wozu |
|---|---|---|
CMK_IMAGE |
compose und die systemd-Units | das Image, das tatsächlich gestartet wird |
CMK_EDITION |
nur cmk-manage.sh image … |
Vorgabe für den Downloader |
CMK_VERSION |
nur cmk-manage.sh image … |
Vorgabe für den Downloader |
CMK_IMAGE lässt sich nicht aus Edition und Version ableiten – je nach
Bezugsweg sieht dieselbe Version völlig anders aus:
docker.io/checkmk/check-mk-raw:2.3.0-latest (Docker Hub)
registry.checkmk.com/enterprise/check-mk-enterprise:2.3.0p9 (Registry)
docker.io/checkmk/check-mk-enterprise:2.4.0p9 (aus Tarball geladen)
Der Name nach
image downloadüberrascht. Der Tarball trägt intern den unqualifizierten Namencheckmk/check-mk-enterprise:<version>, und Podman ergänzt daraus beim Einspielendocker.io/– obwohl es das Image dort gar nicht gibt. Das ist richtig und stört nicht: das Image liegt lokal,upverwendet es. Nur pullen ließe es sich unter diesem Namen nicht. Fehlt es später einmal, holtimage getes wieder über das Downloadportal – nicht überpodman pull.
Deshalb hält CMK_IMAGE fest, was wirklich gilt. Gesetzt wird der Wert von
image pull, image download, image load und image use – von Hand muss man
dort nichts eintragen. In der Oberfläche sind die drei Werte deshalb nicht
einzeln editierbar: der Assistent setzt sie gemeinsam. Auf der Kommandozeile
bleiben sie einzeln setzbar (config set …).
Nur eintragen, ohne etwas herunterzuladen. Aus Edition und Version lässt sich die Referenz bilden – ein Download ist dafür nicht nötig:
./scripts/cmk-manage.sh image use --edition enterprise --version 2.4.0p9
# -> CMK_IMAGE=registry.checkmk.com/enterprise/check-mk-enterprise:2.4.0p9
# CMK_EDITION=enterprise
# CMK_VERSION=2.4.0p9
Das Image selbst holt die Runtime beim nächsten up. Im Assistenten heißt
dieser Weg „Nur eintragen – geholt wird beim nächsten Start". Braucht die
Registry eine Anmeldung (Enterprise), muss die einmal erfolgt sein – entweder
über den Weg „Registry holen" oder mit
podman login registry.checkmk.com.
Alle vier Wege des Assistenten setzen
CMK_IMAGE– sie unterscheiden sich nur darin, ob dabei schon etwas geholt wird. Deshalb bleiben die drei Werte von selbst stimmig, und die Abweichungswarnung tritt im normalen Betrieb gar nicht mehr auf.
Auf der Kommandozeile übernehmen image pull und image download mit
--remember die Edition und Version gleich mit in die .env:
./scripts/cmk-manage.sh image pull --edition enterprise --version 2.3.0p9 --remember
Daraus folgt: Edition oder Version zu ändern, startet keine andere Ausgabe. Erst
image pull(bzw.download/load) schreibt das Ergebnis nachCMK_IMAGE, und erstuperstellt den Container neu.
Damit das nicht unbemerkt auseinanderläuft, prüft das Skript die drei Werte
gegeneinander – in image status, in status und im Einstellungsmenü direkt
nach dem Ändern von Edition oder Version:
[ WARN ] CMK_IMAGE passt nicht zu den eingestellten Vorgaben.
verwendet wird : docker.io/checkmk/check-mk-raw:2.3.0-latest
Edition : eingestellt "enterprise", im Image steckt "raw"
Compose und die systemd-Units verwenden ausschliesslich CMK_IMAGE.
...
./scripts/cmk-manage.sh image pull --edition enterprise --version 2.3.0-latest
./scripts/cmk-manage.sh up
Aus einem Tarball geladene Images (localhost/…) gelten dabei als stimmig,
solange Name und Tag passen.
Wenn das Holen fehlschlägt, bleibt CMK_IMAGE unverändert – das ist
Absicht, denn das alte Image läuft ja weiter. Der Assistent sagt das dann auch
ausdrücklich („Image wurde NICHT geholt") statt nur auf die Abweichung
hinzuweisen. Es bleibt trotzdem ein Zustand, in dem Edition und Version etwas
anderes behaupten als das benutzte Image. Dafür gibt es zwei Auswege – beide
im Menü unter den drei Werten:
| Weg | Richtung | Wirkung |
|---|---|---|
| Assistent starten | – | führt durch Edition, Version und Bezugsweg |
| Image aus den Vorgaben setzen | Edition/Version → Image | bildet die Referenz und trägt sie ein, ohne etwas zu laden; der Menüeintrag zeigt gleich, was dabei herauskommt |
| Vorgaben aus dem Image ableiten | Image → Edition/Version | schreibt Edition und Version aus CMK_IMAGE zurück; am Betrieb ändert sich nichts |
Auf der Kommandozeile ist das zweite:
./scripts/cmk-manage.sh image use "$CMK_IMAGE" --remember
8.8 Registry-Pfad herausfinden
„Login Succeeded" heisst noch nicht, dass der Pfad stimmt. Meldet der Pull
unable to copy from source docker://…, existiert das Repository unter diesem
Namen nicht oder die Subskription deckt es nicht ab:
./scripts/cmk-manage.sh image repos --edition enterprise
Das fragt zuerst den Katalog (/v2/_catalog) ab – den sperren allerdings viele
Registries – und probiert danach die üblichen Pfade durch:
Uebliche Pfade fuer "raw" durchprobiert
STATUS TAGS PFAD
200 = nutzbar, 404 = gibt es nicht, 401/403 = kein Zugriff
401 - raw/check-mk-raw (kein Zugriff - oder gibt es nicht)
200 2394 checkmk/check-mk-raw
...
[ OK ] Nutzbar: docker.io/checkmk/check-mk-raw
Scheitert ein image pull gegen eine private Registry, läuft diese Prüfung
automatisch an und zeigt gleich, was dort wirklich liegt.
401 heisst nicht zwingend „vorhanden". Viele Registries – Docker Hub zum Beispiel – antworten auch auf nicht existierende Repositories mit 401, um deren Existenz nicht zu verraten. Verlässlich ist nur 200 = nutzbar und 404 = gibt es nicht.
Führt kein Pfad zum Ziel, bleibt der Tarball-Weg. Er ist für Enterprise ohnehin der dokumentierte und funktioniert unabhängig von der Registry:
./scripts/cmk-manage.sh image download --edition enterprise --version 2.4.0p9
8.9 Nachsehen, was gilt
./scripts/cmk-manage.sh image status # konfiguriertes + lokale Images
./scripts/cmk-manage.sh image list # nur lokale Checkmk-Images
./scripts/cmk-manage.sh image use localhost/checkmk/check-mk-enterprise:2.3.0p23
image status warnt ausdruecklich, wenn CMK_IMAGE ein kurzer Name ohne
Registry ist.
In der ncurses-Oberflaeche liegt derselbe Ablauf unter dem Menuepunkt „Checkmk-Image beschaffen/auswaehlen“ (Edition auswaehlen → Version → Zugangsdaten → holen).
9. Erststart
sudo ./scripts/cmk-manage.sh up
sudo ./scripts/cmk-manage.sh status
Ausgabe (Beispiel):
Container
checkmk läuft
nginx-proxy-manager läuft
Sites im Container
SITE VERSION STATUS
cmk 2.3.0p23.cre läuft
Zugang
Checkmk (direkt) : http://10.0.0.5:5000/cmk/
Checkmk (über Proxy) : https://<FQDN>/cmk/
Agent-Receiver : 10.0.0.5:8000
NGINX Proxy Manager : http://10.0.0.5:81/
Der Port der Adminoberfläche folgt NPM_ADMIN_PORT aus der .env; die Ausgabe
zeigt immer den tatsächlich eingestellten Wert.
Anmeldung an Checkmk: Benutzer cmkadmin, Passwort aus CMK_PASSWORD.
10. HTTPS einrichten – Let's Encrypt oder selbstsigniert
10.1 Das Administratorkonto
Die früher üblichen Standardzugangsdaten
admin@example.com/changemegibt es seit Version 2.15 nicht mehr. Der Container legt das erste Konto nur noch an, wenn beim ersten StartINITIAL_ADMIN_EMAILundINITIAL_ADMIN_PASSWORDgesetzt sind – sonst erscheint im Browser ein Einrichtungsassistent. Nachgelesen inbackend/setup.jsvon v2.15.1 und am laufenden Container überprüft.
Deshalb stehen die Werte in der .env und werden von docker-compose.yml
durchgereicht:
NPM_ADMIN_EMAIL=admin@example.com
NPM_ADMIN_PASSWORD=ein-ordentliches-kennwort
Beides vor dem ersten Start setzen. Dann ist das Konto sofort da – und damit auch die REST-Schnittstelle nutzbar, über die Kapitel 10.2 den Proxy-Host anlegt.
Ist der Stack schon gelaufen und das Konto von Hand über den Assistenten angelegt worden, wirken die Variablen nicht mehr (die Datenbank ist nicht mehr leer). Dann einfach die selbst vergebenen Zugangsdaten eintragen – das Skript meldet sich damit an.
Wenn die Anmeldung fehlt
Fehlen die Zugangsdaten, sagt das Skript je nach Lage, was zu tun ist – es
sieht dafür nach, ob data/npm/data/database.sqlite schon existiert:
| Lage | Weg |
|---|---|
| noch keine Datenbank | config set NPM_ADMIN_EMAIL … und …_PASSWORD …, dann up – der Container legt das Konto selbst an |
| Datenbank vorhanden | Konto im Browser anlegen (cmk-manage.sh browser), dieselben Daten anschließend mit config set eintragen |
Wer lieber sauber neu beginnt – in der Oberfläche unter Einstellungen → NGINX Proxy Manager → „>> Datenbank zurücksetzen" oder auch im Proxy-Hosts-Menü, auf der Kommandozeile:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh npm-reset
Das legt die Datenbank beiseite (umbenannt, nicht gelöscht), sodass der
Container beim nächsten up das Konto aus NPM_ADMIN_EMAIL/NPM_ADMIN_PASSWORD
neu anlegt. Proxy-Hosts, Weiterleitungen und Zugriffslisten sind damit weg
– die Zertifikate bleiben. Das Kommando zeigt vorher genau das an und fragt
nach. Die Proxy-Hosts lassen sich mit proxy add in einem Aufruf neu anlegen.
10.1.1 Wenn die Anmeldung fehlschlägt
Die Meldung nennt inzwischen selbst, woran es liegt – sie zeigt den HTTP-Code, die Antwort der Schnittstelle und, falls gar nichts antwortete, was curl gemeldet hat:
[FEHLER] Anmeldung am Proxy Manager fehlgeschlagen.
Aufgerufen : http://127.0.0.1:81/api/tokens
Konto : admin@example.com
HTTP-Code : 400
Antwort : Invalid email or password
Woran es liegen kann
Der Proxy Manager hat geantwortet und die Anmeldung abgelehnt.
Der Weg dorthin stimmt also - Port, Netz und Proxy sind in Ordnung.
Das ist die halbe Miete: hat es geantwortet, liegt es nicht am Netz. Die andere Richtung sieht so aus:
| HTTP-Code | Bedeutung | Nächster Schritt |
|---|---|---|
400/401 |
Der Proxy Manager lehnt ab | Konto/Kennwort in der .env, oder das Konto gibt es nicht → npm-reset |
000 |
gar keine Antwort | Container aus? Port frei? – der Befehl prüft beides und sagt, welches zutrifft |
5xx + HTML |
etwas anderes antwortet | meist der HTTP-Proxy; die erste Zeile der HTML-Antwort wird mit angezeigt |
Antwortet HTML statt JSON, steht es ausdrücklich da – samt erster Zeile, an der man erkennt, wer da geantwortet hat:
Die Antwort ist HTML, kein JSON - sie stammt also nicht von der
Schnittstelle des Proxy Managers, sondern von etwas davor
(HTTP-Proxy, anderer Dienst auf dem Port). Erste Zeile:
<html><head><title>502 Proxy Error</title></head>...
10.2 Proxy-Host anlegen – ohne Browser
Die Weboberfläche lässt sich im Terminal-Browser nur mühsam bedienen; Formulare mit Datei-Upload funktionieren dort gar nicht. Da der Proxy Manager ohnehin lokal läuft, ist die Schnittstelle der verlässlichere Weg:
# Checkmk unter checkmk.example.com veröffentlichen, mit selbstsigniertem Zertifikat
sudo ./scripts/cmk-manage.sh proxy add --domain checkmk.example.com --cert self
# oder mit Let's Encrypt (Port 80 muss aus dem Internet erreichbar sein)
sudo ./scripts/cmk-manage.sh proxy add --domain checkmk.example.com --cert letsencrypt
# auf einen anderen Zielport statt 5000
sudo ./scripts/cmk-manage.sh proxy add --domain checkmk.example.com --forward-port 8080
Das Kommando erledigt in einem Zug: Zertifikat erzeugen (bzw. bei Let's
Encrypt anfordern), in den Proxy Manager hochladen, Proxy-Host anlegen, HTTPS
erzwingen, HTTP/2 und Websockets einschalten und den empfohlenen
advanced_config-Abschnitt setzen.
| Kommando | Wirkung |
|---|---|
proxy status |
Anmeldung prüfen, Anzahl Hosts und Zertifikate |
proxy list |
vorhandene Proxy-Hosts |
proxy certs |
vorhandene Zertifikate mit Ablaufdatum |
proxy add … |
Proxy-Host anlegen (--update ersetzt einen vorhandenen) |
proxy show --domain X |
Einzelheiten samt zusätzlicher Pfade |
proxy del --id N |
Proxy-Host löschen |
proxy edit --id N … |
vorhandenen Proxy-Host ändern – nur die angegebenen Felder |
proxy default --domain X |
HTTPS über die blanke IP ermöglichen (spiegelt X in einen Standard-Server) |
proxy default --off |
diese Spiegelung wieder entfernen |
proxy admin --domain X / --root |
Adminoberfläche erreichbar machen – per Name oder über die Wurzel |
proxy check |
antwortet hinter jedem Pfad etwas? (aus dem Proxy-Container geprüft) |
proxy reload |
nginx die Konfiguration neu einlesen lassen – ohne Unterbrechung |
proxy restart |
den Proxy-Manager-Container neu starten |
Optionen von proxy add:
| Option | Vorgabe | Bedeutung |
|---|---|---|
--domain FQDN |
PROXY_DOMAIN |
öffentlicher Name |
--forward-host H |
127.0.0.1 |
Weiterleitungsziel |
--forward-port P |
5000 |
Zielport – frei wählbar, nicht auf Checkmk festgelegt |
--scheme http|https |
http |
Schema zum Ziel |
--cert self|letsencrypt|none |
self |
Zertifikat |
--update |
– | vorhandenen Eintrag ersetzen |
--advanced TEXT |
siehe unten | eigener nginx-Abschnitt |
--location /P=HOST:PORT |
– | weiterer Dienst unter einem Pfad, mehrfach angebbar – siehe 10.3 |
--no-force-ssl, --no-http2, --no-websockets, --no-block-exploits |
– | Abschalter |
Der advanced_config-Abschnitt
Ohne --advanced setzt proxy add diesen Block – dieselben vier Zeilen, die
man sonst im Reiter Advanced von Hand einträgt:
client_max_body_size 0;
proxy_read_timeout 300s;
proxy_set_header X-Forwarded-Proto $scheme;
proxy_set_header X-Forwarded-For $proxy_add_x_forwarded_for;
Wozu die vier:
| Zeile | Grund |
|---|---|
client_max_body_size 0 |
hebt die Größenbegrenzung auf – sonst scheitern große Agent-Uploads und Bakery-Pakete |
proxy_read_timeout 300s |
lange laufende Checkmk-Ansichten laufen sonst in eine Zeitüberschreitung |
X-Forwarded-Proto |
Checkmk erzeugt sonst http://-Verweise hinter dem HTTPS-Proxy |
X-Forwarded-For |
im Checkmk-Zugriffsprotokoll steht sonst nur die Proxy-Adresse statt der echten Client-IP |
Ersetzen (nicht ergänzen) lässt sich der Block mit --advanced:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh proxy add --domain checkmk.example.com \
--advanced 'client_max_body_size 0;
proxy_read_timeout 600s;'
Mit --advanced '' bleibt das Feld leer. Der Assistent in der Oberfläche
verwendet immer die Vorgabe oben; wer etwas anderes braucht, nimmt die
Kommandozeile oder passt den Eintrag anschließend im Proxy Manager an.
In der Oberfläche liegt derselbe Ablauf unter proxy → „Proxy-Host anlegen" (Name → Zielport → Zertifikat) sowie unter Einstellungen → NGINX Proxy Manager → „>> Proxy-Hosts anlegen/verwalten".
Ein selbstsigniertes Zertifikat wird bei wiederholtem Aufruf wiederverwendet statt jedes Mal neu angelegt – sonst sammeln sich im Proxy Manager Dutzende Einträge gleichen Namens an.
10.3 Mehrere Dienste hinter einem Port (Pfade statt Namen)
Der typische Fall: von außen ist nur ein Port erreichbar, auf dem Server laufen aber mehrere Oberflächen – Checkmk, Grafana, vielleicht noch etwas. Statt für jeden Dienst einen eigenen Namen zu brauchen, lassen sie sich über den Pfad unterscheiden:
https://10.0.0.5/cmk/ -> Checkmk (127.0.0.1:5000)
https://10.0.0.5/grafana -> Grafana (127.0.0.1:3000)
https://10.0.0.5/sonstwas -> ein weiterer Dienst
Genau dafür ist der Proxy Manager da. In einem Aufruf:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh proxy add \
--domain 10.0.0.5 \
--forward-port 5000 \
--cert self \
--location /grafana=127.0.0.1:3000 \
--location /sonstwas=127.0.0.1:8080
--domaindarf eine IP-Adresse sein – ein DNS-Name ist nicht nötig. (Die Schnittstelle akzeptiert alles außer einer Handvoll Sonderzeichen.)--forward-portist das Ziel für alles, was nicht von einem Pfad abgedeckt ist – hier Checkmk.--locationist beliebig oft angebbar. Schreibweise/pfad=host:port, wahlweise mit Schema (https://host:port) und mit einem Pfad, der beim Ziel vorangestellt wird (/alt=host:3000/basis).
Anzeigen lässt sich das Ergebnis mit:
./scripts/cmk-manage.sh proxy show --domain 10.0.0.5
In der Oberfläche fragt der Assistent nach dem Zertifikat, ob weitere Dienste unter demselben Namen liegen sollen, und nimmt dann Pfad und Ziel im Wechsel auf, bis man ein Feld leer lässt.
Die Pfadliste ist vollständig zu verstehen.
proxy add --updateersetzt den Eintrag mitsamt allen Pfaden. Wer später einen Pfad ergänzt, gibt die bereits vorhandenen also wieder mit an –proxy showzeigt, welche das sind.
Was die Dienste selbst wissen müssen
Ein Dienst hinter einem Unterpfad erzeugt sonst Verweise auf /, die ins Leere
gehen. Checkmk ist davon nicht betroffen – es liegt ohnehin unter
/<site>/. Andere brauchen eine Einstellung:
Grafana (/etc/grafana/grafana.ini bzw. GF_*-Umgebungsvariablen):
[server]
domain = 10.0.0.5
root_url = %(protocol)s://%(domain)s/grafana/
serve_from_sub_path = true
Als Container:
environment:
GF_SERVER_ROOT_URL: https://10.0.0.5/grafana/
GF_SERVER_SERVE_FROM_SUB_PATH: "true"
Bleibt das aus, lädt Grafana zwar, sucht sein JavaScript aber unter
https://10.0.0.5/public/... statt /grafana/public/... – die Seite bleibt
weiß. Dasselbe gilt sinngemäß für jeden anderen Dienst: er muss seinen
Basispfad kennen.
Warum überhaupt der Proxy Manager
Alle Container laufen im Host-Netzwerk, die Dienste hören also direkt auf ihren Ports (Checkmk 5000, Grafana 3000, …). Nach außen geben Sie davon keinen frei – nur 443. Der Proxy Manager verteilt dahinter nach Pfad und erledigt zugleich die HTTPS-Terminierung mit einem Zertifikat für alle Dienste.
Internet / LAN
|
:443 (einziger offener Port)
|
NGINX Proxy Manager
| | |
/cmk/ /grafana /sonstwas
| | |
:5000 :3000 :8080 (nur auf localhost)
10.4 Wenn doch die Weboberfläche
http://<server>:81aufrufen – bzw. den inNPM_ADMIN_PORTgesetzten Port (siehe Kapitel 12); ist der Port im Netz gesperrt, hilft der Terminal-Browser aus Kapitel 11- Anmelden mit
NPM_ADMIN_EMAIL/NPM_ADMIN_PASSWORD
10.5 Proxy-Host im Browser anlegen
Hosts → Proxy Hosts → Add Proxy Host
| Feld | Wert |
|---|---|
| Domain Names | checkmk.example.com (bzw. der interne Name) |
| Scheme | http |
| Forward Hostname / IP | 127.0.0.1 |
| Forward Port | 5000 |
| Block Common Exploits | ein |
| Websockets Support | ein (für die Livedaten der Oberfläche) |
Reiter Advanced (empfohlen, damit Checkmk die echte Client-IP sieht und große Agent-Uploads funktionieren):
client_max_body_size 0;
proxy_read_timeout 300s;
proxy_set_header X-Forwarded-Proto $scheme;
proxy_set_header X-Forwarded-For $proxy_add_x_forwarded_for;
10.6 Variante A – Let's Encrypt (öffentlich erreichbarer Server)
Voraussetzungen: der DNS-Name zeigt öffentlich auf diesen Server und Port 80 ist aus dem Internet erreichbar (HTTP-01-Challenge).
Im Proxy-Host, Reiter SSL:
- SSL Certificate → Request a new SSL Certificate
- Force SSL ein
- HTTP/2 Support ein
- HSTS Enabled nach Bedarf
- E-Mail-Adresse angeben, Nutzungsbedingungen bestätigen → Save
Die Erneuerung übernimmt der Proxy Manager automatisch; die Zertifikate liegen
im Bind-Mount data/npm/letsencrypt/ und sind damit im Projektverzeichnis
gesichert.
Bei interner DNS-Zone ohne öffentlichen Zugang: DNS-Challenge verwenden (SSL → Use a DNS Challenge → Provider auswählen, API-Token hinterlegen).
10.7 Variante B – Selbstsigniertes Zertifikat (interne Umgebung)
Erzeugen:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh cert \
--domain checkmk.intern.example \
--alt 10.0.0.5 --alt checkmk \
--days 3650
Ergebnis in data/npm/custom-certs/checkmk.intern.example/:
privkey.pem– privater Schlüsselfullchain.pem– Zertifikat (mit SAN für alle angegebenen Namen/IPs)
Einbinden:
- SSL Certificates → Add SSL Certificate → Custom
- Name vergeben,
privkey.pemals Certificate Key,fullchain.pemals Certificate hochladen - Im Proxy-Host unter SSL dieses Zertifikat auswählen, Force SSL und HTTP/2 aktivieren
Damit die Checkmk-Agents und Browser dem Zertifikat vertrauen, muss
fullchain.pemauf den Clients als vertrauenswürdiges Zertifikat installiert werden (Windows: Computerzertifikate → Vertrauenswürdige Stammzertifizierungsstellen; Linux:/usr/local/share/ca-certificates/+update-ca-certificates). Für die reine Agent-Kommunikation über Port 8000 ist das nicht nötig – dort verwendet Checkmk eine eigene, site-interne CA.
Die ncurses-Oberfläche bietet denselben Ablauf unter „Selbstsigniertes Zertifikat erzeugen“.
10.8 HTTPS über die blanke IP
Ruft man den Server als https://172.0.250.82/cmk/ auf, endet das im Browser
mit ERR_SSL_UNRECOGNIZED_NAME_ALERT – über http:// funktioniert
dieselbe Adresse. Das liegt nicht am Zertifikat.
Der Grund steckt in TLS: Der Browser teilt dem Server beim Verbindungsaufbau
mit, welchen Namen er sprechen will (SNI). Laut RFC 6066 dürfen dort keine
IP-Adressen stehen, also sendet der Browser bei einer IP gar nichts. nginx
kann den passenden Server-Block dann nicht über den Namen auswählen und fällt
auf seinen Standard-Server zurück. Bei NPM ist das dieser Block aus
/etc/nginx/conf.d/default.conf:
server {
listen 443 ssl;
server_name localhost;
ssl_reject_handshake on; # <- genau das meldet der Browser
return 444;
}
Über HTTP fällt es nicht auf, weil nginx den Server-Block dort am Host-Kopf
erkennt – und der trägt die IP.
Abhilfe ist ein eigener Standard-Server, der diese namenlosen Aufrufe annimmt:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh proxy default --domain checkmk.example.local --restart
Der Befehl liest den genannten Proxy-Host über die API aus und spiegelt ihn –
Ziel, Zertifikat und alle zusätzlichen Pfade – in einen Block mit
default_server, der in die Zusatzkonfiguration geschrieben wird. Aufrufe mit
Namen bleiben unberührt: nginx wählt weiterhin zuerst nach SNI aus, der
Standard-Server greift nur, wenn kein Name passt. Keiner der von NPM erzeugten
Blöcke setzt default_server selbst, deshalb gibt es darum keinen Streit.
| Befehl | Wirkung |
|---|---|
proxy default |
zeigt, ob eingerichtet, und welchen Proxy-Host es spiegelt |
proxy default --domain X |
Proxy-Host X spiegeln |
proxy default --off |
Spiegelung entfernen |
--restart |
den Proxy Manager gleich neu starten |
In der Oberfläche liegt das unter Proxy-Hosts → HTTPS über die blanke IP (ohne Namen) ermöglichen.
Zwei Dinge sind zu beachten:
- Das Zertifikat muss die IP als Alternativnamen führen, sonst meldet der
Browser einen Namensfehler (anklickbar, aber unschön).
cmk-manage.sh certundproxy add --cert selftragen die IP des Hosts von sich aus ein; bei einem Let's-Encrypt-Zertifikat geht das prinzipbedingt nicht – dafür gibt es keine Zertifikate auf IP-Adressen. Der Befehl prüft das und sagt es. - Die Zusatzkonfiguration liegt im Datenverzeichnis des Proxy Managers, und das
gehört dem Container. Deshalb mit
sudoaufrufen.
Die saubere Alternative bleibt ein Name: ein DNS-Eintrag oder eine Zeile in der
hosts-Datei der Clients genügt, damit der Browser SNI sendet und der
Proxy-Host ganz normal greift.
10.9 Einen Proxy-Host ändern
proxy add --update schreibt den Eintrag vollständig neu – wer damit nur
den Port ändern will, verliert unbeabsichtigt die Pfade und die erweiterte
Konfiguration. Dafür gibt es proxy edit: angegeben wird nur, was sich ändern
soll, alles Übrige bleibt unangetastet.
./scripts/cmk-manage.sh proxy edit --id 3 --forward-port 5001
./scripts/cmk-manage.sh proxy edit --domain checkmk.example.local --cert self
./scripts/cmk-manage.sh proxy edit --id 3 --location /grafana=127.0.0.1:3000
./scripts/cmk-manage.sh proxy edit --id 3 --del-location /grafana
./scripts/cmk-manage.sh proxy edit --id 3 # nur ansehen
Der Eintrag wird über --id oder --domain gewählt.
| Option | Ändert |
|---|---|
--rename NAME |
den Domainnamen |
--forward-host HOST, --forward-port PORT |
das Weiterleitungsziel |
--scheme http|https |
wie der Proxy das Ziel anspricht |
--cert self|letsencrypt|none|ID |
das Zertifikat |
--advanced 'TEXT' |
die erweiterte nginx-Konfiguration (\n trennt Zeilen) |
--force-ssl, --http2, --websockets, --block-exploits |
jeweils on/off |
--enable, --disable |
den Eintrag ein- oder ausschalten |
--location /pfad=host:port |
einen Pfad hinzufügen oder ersetzen |
--del-location /pfad |
einen Pfad entfernen |
Zwei Dinge sind dabei zu wissen:
- Pfade kennt die Schnittstelle nur als Ganzes.
--locationund--del-locationlesen deshalb den Bestand, ändern den einen Eintrag und schreiben die Liste zurück. Hatte ein ersetzter Pfad eine eigene erweiterte Konfiguration, wird das vorher gesagt. - Der Proxy Manager biegt manches still zurecht: ohne Zertifikat schaltet
er
http2_supportundssl_forcedvon sich aus ab.proxy editvergleicht danach, was gespeichert wurde, und meldet eine Abweichung – sonst sucht man den Fehler später an der falschen Stelle.
In der Oberfläche liegt dasselbe unter Proxy-Hosts → Proxy-Host bearbeiten; dort sind die Felder mit den aktuellen Werten vorbelegt, und die Schalter stehen als Auswahlliste bereit.
Wurde der Standard-Server für den IP-Zugang eingerichtet (Kapitel 10.8), spiegelt er einen Stand von vorher. Nach inhaltlichen Änderungen neu schreiben –
proxy editerinnert daran.
10.10 Änderungen wirksam machen
Was über die API läuft – Proxy-Hosts anlegen, ändern, löschen –, schreibt der Proxy Manager selbst und lädt nginx dabei neu. Die Zusatzkonfiguration dagegen (der Standard-Server aus Kapitel 10.8, der Adminport aus Kapitel 12) liegt als Datei im Datenverzeichnis und wird erst beim nächsten Einlesen beachtet:
./scripts/cmk-manage.sh proxy reload # nginx neu einlesen, ohne Unterbrechung
./scripts/cmk-manage.sh proxy restart # Container neu starten
reload prüft die Konfiguration vorher mit nginx -t und lädt nur dann
neu. Ist etwas kaputt, steht die Ursache samt Zeilennummer da, und es passiert
nichts:
[FEHLER] Die nginx-Konfiguration ist fehlerhaft - es wird nichts neu geladen.
nginx: [emerg] invalid parameter "kaputt" in /data/nginx/custom/http.conf:1
restart ist nur nötig, wenn sich Umgebungsvariablen geändert haben oder nginx
gar nicht mehr antwortet. Er wartet danach, bis nginx wieder läuft und die
Adminoberfläche antwortet – nginx ist nach einer Sekunde zurück, der Dienst
dahinter braucht länger, und ein „fertig" wäre sonst gelogen.
In der Oberfläche liegt beides unter Proxy-Hosts → Proxy Manager neu starten / nginx neu laden.
10.11 Die Adminoberfläche des Proxy Managers erreichbar machen
Sie ist eine Single-Page-Anwendung und lädt ihre Dateien über absolute Pfade:
<link rel="preload" href="/images/logo-no-text.svg" ...>
Unter einem Unterpfad wie /npm kommt deshalb nur die Startseite an, alles
Weitere landet bei dem, was auf der Wurzel liegt – im Browser eine weiße
Seite. Gemessen an einem laufenden Proxy Manager:
| Zugriff | / |
/images/… |
Anmeldung (POST /api/tokens) |
|---|---|---|---|
Unterpfad /npm |
200 | 502 | – |
| eigener Name | 200 | 200 | 200 |
| Wurzel | 200 | 200 | 200 |
Checkmk funktioniert unter /cmk/ nur deshalb, weil es für einen URL-Präfix
gebaut ist und ihn in jede erzeugte Adresse einsetzt. Der Proxy Manager kann
das nicht. Es bleiben zwei Wege – beide kommen mit dem einen freien Port
aus:
Variante A – eigener Name (wenn es Namensauflösung gibt):
./scripts/cmk-manage.sh proxy admin --domain npm.example.local
./scripts/cmk-manage.sh proxy reload
Legt einen Proxy-Host an, der auf 127.0.0.1:81 zeigt – die Oberfläche liegt
dort auf /, alles funktioniert. Checkmk bleibt unter seinem eigenen Namen
oder unter der IP erreichbar; welcher Server-Block greift, entscheidet der
Name (SNI), nicht der Port. Ohne DNS genügt eine Zeile in der hosts-Datei
der Arbeitsplätze.
Variante B – Wurzel (wenn es keine Namensauflösung gibt):
./scripts/cmk-manage.sh proxy admin --root
./scripts/cmk-manage.sh proxy default --domain <name> --restart # falls eingerichtet
Die Wurzel des vorhandenen Proxy-Hosts zeigt danach auf die Adminoberfläche,
das bisherige Ziel wandert auf /cmk (bzw. CMK_SITE_ID):
https://172.0.250.82/ Adminoberfläche des Proxy Managers
https://172.0.250.82/cmk/ Checkmk
Das geht, weil Checkmk nur seinen Site-Pfad belegt – der Rest der Wurzel ist frei. Zurück:
./scripts/cmk-manage.sh proxy admin --root --off
Bei Variante B liegt die Anmeldemaske offen im Netz. Für die Dauer einer Einrichtung ist das vertretbar; danach entweder zurücknehmen oder den Zugang per Firewall auf das Adminnetz begrenzen.
Weitere Angaben: --id N bzw. --host NAME, wenn es mehrere Proxy-Hosts gibt,
--path /pfad für einen abweichenden Site-Pfad, --cert self|letsencrypt|none
bei Variante A. Ohne Angabe zeigt proxy admin den Stand.
In der Oberfläche liegt beides unter Proxy-Hosts → Adminoberfläche erreichbar machen.
10.12 Weitere Dienste dazunehmen – Beispiel Grafana
Mit einem einzigen freien Port lassen sich mehrere Dienste über Pfade auseinanderhalten:
https://172.0.250.82/ Adminoberfläche des Proxy Managers
https://172.0.250.82/cmk/ Checkmk
https://172.0.250.82/grafana/ Grafana
Ob ein Dienst das mitmacht, hängt an ihm selbst – nicht am Proxy. Er muss wissen, dass er unter einem Präfix liegt, und ihn in jede Adresse einsetzen, die er erzeugt. Checkmk kann das von Haus aus (der Site-Pfad ist der Präfix), die Oberfläche des Proxy Managers kann es gar nicht (Kapitel 10.11), Grafana kann es, wenn man es ihm sagt:
# docker-compose.yml, Dienst grafana
environment:
GF_SERVER_ROOT_URL: "https://172.0.250.82/grafana/"
GF_SERVER_SERVE_FROM_SUB_PATH: "true"
Gleichwertig in der grafana.ini:
[server]
root_url = https://172.0.250.82/grafana/
serve_from_sub_path = true
Damit setzt Grafana ein <base href="/grafana/" /> in seine Seiten, und alle
Dateien werden relativ dazu geladen. Ohne die beiden Zeilen leitet es auf
/login um – also auf die Wurzel, wo etwas ganz anderes liegt. Gemessen:
| Grafana-Einstellung | /grafana/login |
Dateien der Seite |
|---|---|---|
ohne serve_from_sub_path |
302 auf /login |
gehen an die Wurzel |
mit root_url + serve_from_sub_path |
200 | /grafana/public/… → 200 |
Auf der Proxy-Seite ist es dann ein Pfad mehr:
./scripts/cmk-manage.sh proxy edit --id 1 --location /grafana=127.0.0.1:3000
./scripts/cmk-manage.sh proxy default --domain <name> --restart # falls eingerichtet
./scripts/cmk-manage.sh proxy check
proxy check fragt jedes Ziel aus dem Proxy-Container heraus ab – von dort
baut nginx die Verbindung auf, nicht von deinem Arbeitsplatz:
Proxy-Host 1 stack.local
PFAD ZIEL ANTWORT
/ http://127.0.0.1:81 HTTP 200
/grafana http://127.0.0.1:3000 HTTP 302
/cmk http://127.0.0.1:9999 nicht erreichbar
Genau so findet man einen Tippfehler in der Zieladresse, bevor der Browser
502 Bad Gateway zeigt. In der Oberfläche liegt das unter Proxy-Hosts →
Ziele prüfen.
Port 3000 bleibt in der Firewall zu. Grafana wird ausschließlich über den Proxy erreicht, genau wie Checkmk auf 5000.
firewall closebietet einen versehentlich geöffneten Port wieder an.
10.13 Ein von außen geliefertes Zertifikat verwenden
Wenn eine fremde Stelle das Zertifikat in ein Verzeichnis legt und es beim
Erneuern dort ersetzt – gleicher Dateiname, neuer Inhalt –, passt der
übliche Weg nicht: Der Proxy Manager kopiert hochgeladene Zertifikate nach
/data/custom_ssl/npm-<id>/ und bekommt von einer ersetzten Datei nichts mit.
Deshalb wird das Verzeichnis schreibgeschützt als /certs in den Container
gehängt, und die beiden Dateien unter custom_ssl werden durch Verweise
darauf ersetzt:
./scripts/cmk-manage.sh config set CERT_EXTERNAL_DIR /etc/ssl/kunde
./scripts/cmk-manage.sh up # Container neu erstellen, damit er /certs sieht
./scripts/cmk-manage.sh cert external --domain kunde.example.com
| Einstellung | Bedeutung |
|---|---|
CERT_EXTERNAL_DIR |
Verzeichnis auf dem Host (Vorgabe ./data/npm/external-certs) |
CERT_EXTERNAL_FULLCHAIN |
Dateiname der Zertifikatskette (Vorgabe fullchain.pem) |
CERT_EXTERNAL_KEY |
Dateiname des privaten Schlüssels (Vorgabe privkey.pem) |
CERT_EXTERNAL_WATCH |
täglich auf Austausch prüfen (on/off) |
Vor dem Umstellen wird geprüft, ob beide Dateien lesbar sind, ob Zertifikat und Schlüssel zusammengehören (Vergleich der öffentlichen Schlüssel) und wie lange es noch gilt:
[FEHLER] Zertifikat und Schluessel gehoeren nicht zusammen.
[ WARN ] Das Zertifikat laeuft in weniger als 14 Tagen ab (Sep 25 20:03:58 2026 GMT).
Der Austausch allein genügt nicht. nginx liest Zertifikatsdateien beim Start und beim Neuladen – nachgemessen an einem ausgetauschten Zertifikat:
| ausgeliefert | |
|---|---|
| Datei ersetzt, kein Neuladen | altes Zertifikat |
nach nginx -s reload |
neues Zertifikat |
Dafür gibt es zwei Wege:
./scripts/cmk-manage.sh cert external --refresh # einmalig, lädt nur bei Änderung neu
sudo ./scripts/cmk-manage.sh cert external --watch on # täglich per cron
--refresh vergleicht den SHA256-Fingerabdruck mit dem zuletzt gesehenen
(cert-external.state) und lädt nginx nur dann neu. Der Wächter schreibt dafür
/etc/cron.d/checkmk-cert-external.
Zurück auf eine eigene Kopie – danach lebt der Proxy Manager wieder mit seinen eigenen Dateien weiter:
./scripts/cmk-manage.sh cert external --off --id 3
cert external ohne Angabe zeigt den Stand: Verzeichnis, Ablaufdatum,
Aussteller, ob /certs im Container ankommt, welche Zertifikate darauf zeigen
und ob der Wächter eingetragen ist. In der Oberfläche liegt alles unter
Selbstsigniertes Zertifikat erzeugen → Extern geliefertes Zertifikat
verwenden.
Wird das Zertifikat im Proxy Manager über die Weboberfläche neu hochgeladen, ersetzt er die Verweise wieder durch Kopien. Dann einmal
cert external --domain …nachziehen.
11. Proxy Manager lokal einrichten (Terminal-Browser)
Wenn Port 81 aus dem Netz nicht erreichbar ist, muss die Adminoberfläche des
NGINX Proxy Managers auf der Maschine selbst bedient werden. Dafür startet
cmk-manage.sh browser einen weiteren Container im Host-Netzwerk – der erreicht
127.0.0.1:81 genauso wie der Proxy Manager selbst.
sudo ./scripts/cmk-manage.sh browser
Das ist bewusst kein Dienst in der docker-compose.yml: ein Browser ist ein
interaktives Programm mit Terminal, kein Hintergrunddienst. Er wird mit
run --rm -it gestartet und verschwindet beim Beenden wieder rückstandslos.
11.1 Warum kein lynx
Die Adminoberfläche des Proxy Managers ist eine JavaScript-Anwendung. Klassische Textbrowser können sie nicht darstellen – man sieht eine leere Seite. Es gibt deshalb zwei Engines, die einen vollwertigen Browser im Terminal rendern:
| Engine | Basis | JavaScript | Proxy Manager bedienbar |
|---|---|---|---|
browsh |
Firefox | ja | ja – Vorgabe, gepflegt |
carbonyl |
Chromium | ja | ja – schönere Darstellung, Stand 2023 |
links (links2) |
Textbrowser | nein | nein |
w3m |
Textbrowser | nein | nein |
lynx |
Textbrowser | nein | nein |
shell |
Bash + curl/jq/openssl | – | für Diagnose und die API |
Die Textbrowser sind trotzdem eingebaut, weil sie für schnelle Prüfungen praktisch sind. Wählt man sie, warnt das Skript ausdrücklich.
11.2 Bedienung
# Vorgabe: browsh auf http://127.0.0.1:81
sudo ./scripts/cmk-manage.sh browser
# andere Engine oder andere Seite
sudo ./scripts/cmk-manage.sh browser --engine carbonyl
sudo ./scripts/cmk-manage.sh browser --engine links --url http://127.0.0.1:5000/cmk/
# Shell mit Netzwerkwerkzeugen im Host-Netzwerk
sudo ./scripts/cmk-manage.sh browser --engine shell
Tastenbelegung in browsh:
| Taste | Wirkung |
|---|---|
Strg+L |
Adresszeile |
Strg+T |
neuer Tab |
Strg+W |
Tab schließen |
Strg+Q |
beenden |
Beim ersten Aufruf einer Textbrowser- oder shell-Engine baut das Skript ein
kleines Werkzeug-Image (Debian slim mit links2, w3m, lynx, curl, jq, openssl,
rund 170 MB). Vorab bauen – auch ohne Terminal, etwa im Installationsskript:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh browser --build-only
browsh und carbonyl werden dagegen als fertige Images geladen; die Namen
stehen in der .env (BROWSH_IMAGE, CARBONYL_IMAGE) und sind
vollqualifiziert, damit Podman sie nicht bei registry.access.redhat.com sucht.
In der ncurses-Oberfläche liegt alles unter „Terminal-Browser (Proxy Manager lokal bedienen)".
11.3 Schwarzes Fenster: die Startseite antwortet nicht
Bleibt nach Starting Browsh … / Waiting for Firefox to connect… alles
schwarz, liegt es fast immer daran, dass auf der Startseite nichts
antwortet – nicht am Browser. Ein Terminal-Browser zeigt in dem Fall keine
Fehlerseite, sondern gar nichts. Dass Browsh selbst läuft, merkt man daran,
dass Strg+Q noch ins Menü zurückführt.
Das Skript prüft die Startseite deshalb vorher und nennt die Ursache:
[ WARN ] Auf http://127.0.0.1:81 antwortet nichts.
Ein Terminal-Browser zeigt dann nur eine schwarze Seite.
Das ist die Oberflaeche des NGINX Proxy Managers.
Er ist abgeschaltet (NPM_ENABLED=off):
./scripts/cmk-manage.sh npm-enable on
Trotzdem starten? [j/N]
Unterschieden werden:
| Lage | Meldung |
|---|---|
| Proxy Manager abgeschaltet | Hinweis auf npm-enable on |
| Container fehlt oder gestoppt | Hinweis auf up |
| Container läuft, antwortet aber nicht | Hinweis auf logs und npm-port |
| Checkmk-Oberfläche (Port 5000) tot | Hinweis auf up bzw. sites |
| externe Adresse | Hinweis auf den Netzzugang des Hosts |
Mit --no-check lässt sich die Prüfung überspringen. In der Oberfläche
erscheint dieselbe Diagnose als Dialog mit der Wahl, trotzdem zu starten oder
im Menü eine andere Startseite einzugeben.
11.4 Grenze: Datei-Upload
Ein Terminal-Browser kann keinen Dateiauswahl-Dialog des Betriebssystems öffnen. Für Let's Encrypt ist das egal (dort werden nur Formularfelder ausgefüllt), aber das Hochladen eines selbstsignierten Zertifikats (SSL Certificates → Custom) funktioniert so nicht zuverlässig.
Für genau diesen Fall führt der Weg über die REST-Schnittstelle des Proxy Managers. Zertifikat wie in Kapitel 10.7 erzeugen, dann:
NPM=http://127.0.0.1:81
CERTDIR=./data/npm/custom-certs/checkmk.intern.example
# 1) Anmelden und Token holen
TOKEN=$(curl -s -X POST "$NPM/api/tokens" \
-H 'Content-Type: application/json' \
-d '{"identity":"admin@example.com","secret":"<kennwort>"}' | jq -r .token)
# 2) Zertifikatseintrag anlegen (provider "other" = eigenes Zertifikat)
CERT_ID=$(curl -s -X POST "$NPM/api/nginx/certificates" \
-H "Authorization: Bearer $TOKEN" -H 'Content-Type: application/json' \
-d '{"provider":"other","nice_name":"checkmk-selfsigned","domain_names":["checkmk.intern.example"]}' \
| jq -r .id)
# 3) Schlüssel und Zertifikat hochladen
curl -s -X POST "$NPM/api/nginx/certificates/$CERT_ID/upload" \
-H "Authorization: Bearer $TOKEN" \
-F "certificate=@$CERTDIR/fullchain.pem" \
-F "certificate_key=@$CERTDIR/privkey.pem"
# 4) Proxy-Host für Checkmk anlegen
curl -s -X POST "$NPM/api/nginx/proxy-hosts" \
-H "Authorization: Bearer $TOKEN" -H 'Content-Type: application/json' \
-d "{\"domain_names\":[\"checkmk.intern.example\"],
\"forward_scheme\":\"http\",
\"forward_host\":\"127.0.0.1\",
\"forward_port\":5000,
\"certificate_id\":$CERT_ID,
\"ssl_forced\":true,
\"http2_support\":true,
\"block_exploits\":true,
\"allow_websocket_upgrade\":true,
\"advanced_config\":\"client_max_body_size 0;\",
\"enabled\":true,
\"meta\":{}}"
curl und jq sind im Werkzeug-Image enthalten, falls der Host sie nicht hat:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh browser --engine shell
Beim allerersten Login erzwingt der Proxy Manager das Ändern von E-Mail-Adresse und Kennwort. Das geht am einfachsten im Browser (
cmk-manage.sh browser); danach funktioniert die API mit den neuen Daten.
11.5 Alternative: SSH-Tunnel
Falls SSH auf die Maschine möglich ist, ist der Tunnel der bequemste Weg – dann bedient man die Oberfläche im gewohnten Browser:
ssh -N -L 8081:127.0.0.1:81 benutzer@checkmk-server
# danach lokal: http://127.0.0.1:8081
Das ändert nichts an der Firewall: Port 81 bleibt von außen dicht, der Zugriff läuft durch die bestehende SSH-Verbindung.
12. Adminoberfläche auf einen anderen Port legen
Die Weboberfläche des NGINX Proxy Managers hört im Image fest auf Port 81
(listen 81 default; in /etc/nginx/conf.d/production.conf). Eine
Umgebungsvariable dafür gibt es in den veröffentlichten 2.x-Versionen noch
nicht – im Entwicklungszweig ist NPM_ADMIN_PORT bereits vorbereitet, in
Version 2.15.1 aber noch nicht enthalten. Und weil beide Container im
Host-Netzwerk laufen, lässt sich der Port auch nicht per Port-Mapping
verschieben.
Ist Port 81 im Netz gesperrt, hilft deshalb:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh npm-port 10443
12.1 Was dabei passiert
nginx bindet innerhalb seines http{}-Blocks einen offiziellen
Erweiterungspunkt ein:
include /data/nginx/custom/http.conf;
/data ist unser Bind-Mount ./data/npm/data. Dort legt das Kommando einen
zusätzlichen Server an, der auf dem gewünschten Port lauscht und an die
Oberfläche auf 127.0.0.1:81 weiterreicht:
./data/npm/data/nginx/custom/http.conf
# >>> cmk-manage.sh: Admin-Port - nicht von Hand aendern >>>
server {
listen 10443;
listen [::]:10443;
server_name _;
client_max_body_size 0;
location / {
proxy_pass http://127.0.0.1:81;
...
}
}
# <<< cmk-manage.sh: Admin-Port <<<
Nur der Bereich zwischen den beiden Markierungen wird verwaltet – eigene
Ergänzungen in derselben Datei bleiben unangetastet. Anschließend startet das
Skript den Proxy-Manager-Container neu, damit nginx die Datei liest, und trägt
NPM_ADMIN_PORT sowie NPM_ADMIN_URL in die .env ein. Der Terminal-Browser
aus Kapitel 11 startet
dann automatisch auf dem neuen Port.
12.2 Wichtig: Port 81 bleibt lokal bestehen
Der eingebaute Server auf Port 81 lässt sich so nicht abschalten – er lauscht weiter auf allen Adressen. Das ist unkritisch, solange die Firewall ihn sperrt, und genau so ist die Empfehlung:
# firewalld
sudo firewall-cmd --permanent --add-port=10443/tcp
sudo firewall-cmd --permanent --remove-port=81/tcp 2>/dev/null
sudo firewall-cmd --reload
# ufw
sudo ufw allow 10443/tcp
sudo ufw delete allow 81/tcp 2>/dev/null
12.3 Stand ansehen und zurücksetzen
./scripts/cmk-manage.sh npm-port # aktuellen Stand anzeigen
sudo ./scripts/cmk-manage.sh npm-port 81 # zurück auf die Vorgabe
Bei 81 wird der verwaltete Block wieder entfernt; ist die Datei danach leer,
verschwindet sie ganz. Es gilt dann wieder ausschließlich die Konfiguration aus
dem Image.
Das Kommando lehnt Ports ab, die im Stack schon vergeben sind (80, 443, 5000, 8000, 6557), prüft den Zahlenbereich und warnt, wenn auf dem Wunschport bereits ein anderer Dienst lauscht.
Sobald eine NPM-Version mit
NPM_ADMIN_PORTerscheint, wird dieser Umweg überflüssig – dann genügt die Umgebungsvariable. Bis dahin ist der Erweiterungspunkt der Weg, der ohne Änderung am Image auskommt.
12.4 Proxy Manager ganz abschalten (externer NGINX)
Wer die HTTPS-Terminierung schon anderweitig löst – etwa mit einem NGINX auf einem vorgelagerten System – braucht den Container gar nicht. Dafür gibt es einen Schalter:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh npm-enable off # abschalten
sudo ./scripts/cmk-manage.sh npm-enable on # wieder einschalten
./scripts/cmk-manage.sh npm-enable # Stand anzeigen
In der Oberfläche steht er unter Einstellungen → NGINX Proxy Manager →
„Proxy Manager betreiben", in der .env heißt er NPM_ENABLED.
Was „aus" bedeutet: Der Container wird gestoppt und entfernt, und bei
up gar nicht erst angelegt – compose bekommt dann nur noch den
Checkmk-Dienst genannt. Es wird also weder ein Image geladen noch ein
Container gebaut:
NPM_ENABLED=off -> docker compose up -d checkmk
NPM_ENABLED=on -> docker compose up -d checkmk nginx-proxy-manager
Die Daten bleiben. Konfiguration, Datenbank und Zertifikate liegen in den
Bind-Mounts ./data/npm/data und ./data/npm/letsencrypt, nicht im Container.
Vor dem Abschalten zeigt das Kommando beides mit Größe an; beim späteren
Einschalten wird die vorhandene Konfiguration samt Zertifikaten unverändert
wieder aufgenommen.
Was danach zu tun ist: Der externe Proxy leitet auf Port 5000 dieses Hosts weiter. Der war bisher nur für localhost gedacht und muss jetzt – möglichst eng begrenzt – für den Proxy erreichbar sein:
# firewalld
sudo firewall-cmd --permanent --add-rich-rule='rule family=ipv4 source address=<proxy-ip> port port=5000 protocol=tcp accept'
sudo firewall-cmd --reload
# ufw
sudo ufw allow from <proxy-ip> to any port 5000 proto tcp
Im externen NGINX:
location / {
proxy_pass http://<checkmk-host>:5000;
proxy_set_header Host $host;
proxy_set_header X-Forwarded-For $proxy_add_x_forwarded_for;
proxy_set_header X-Forwarded-Proto $scheme;
client_max_body_size 0;
proxy_read_timeout 300s;
}
Das passende Kommando samt Beispielkonfiguration gibt npm-enable off direkt
mit aus.
Der Agent-Receiver bleibt davon unberührt. Die Agents sprechen Port 8000 dieses Hosts direkt an, nicht den Proxy – der muss also weiterhin für die überwachten Systeme erreichbar sein.
Bei Quadlet (Kapitel 6, Variante B) entfernt
install.sh --quadletdie Unitnginx-proxy-manager.container, solange der Schalter aufoffsteht. Schaltet man ihn später ein, genügt ein erneutessudo ./install.sh --quadlet.
13. Firewall
RHEL und Rocky bringen firewalld ab Werk mit, und dort ist in der Regel nur SSH freigegeben. Ein Stack, der sauber läuft, ist von außen trotzdem nicht erreichbar – die Agents kommen nicht durch, und im Browser passiert nichts. Deshalb prüft der Manager das auf Wunsch selbst:
./scripts/cmk-manage.sh firewall # Prüfbericht
./scripts/cmk-manage.sh firewall open # Kommandos nur anzeigen
sudo ./scripts/cmk-manage.sh firewall open --apply
sudo ./scripts/cmk-manage.sh firewall open --apply --source 10.0.0.0/24
Erkannt werden firewalld, ufw, nftables und iptables – in dieser
Reihenfolge, die erste aktive gewinnt. Bei firewalld werden alle aktiven
Zonen ausgewertet, nicht nur die Standardzone: hängen zwei Netzwerkkarten in
verschiedenen Zonen, zählt ein Port als offen, sobald ihn eine davon freigibt.
Neben einzelnen Ports werden auch Dienstnamen (http, https, ssh) und
Rich Rules berücksichtigt.
Welche Ports gebraucht werden, hängt an der Konfiguration. Ports werden
durchweg als nummer/protokoll geführt – Syslog und SNMP-Traps laufen über
UDP, und eine Freigabe für TCP nützt ihnen nichts.
Immer:
| Port | Zweck | Nötig |
|---|---|---|
80/tcp |
HTTP, Prüfung durch Let's Encrypt | nur mit NPM_ENABLED=on |
443/tcp |
HTTPS für Checkmk und weitere Dienste | nur mit NPM_ENABLED=on |
NPM_ADMIN_PORT/tcp (81) |
Adminoberfläche des Proxy Managers | nur aus dem Adminnetz |
5000/tcp |
Checkmk direkt | nur mit NPM_ENABLED=off, sonst geschlossen lassen |
8000/tcp |
Agent-Receiver (registrierte Agents) | immer |
Verteiltes Monitoring – über FW_ROLE gesteuert:
| Port | Zweck | Nötig |
|---|---|---|
6557/tcp |
Livestatus – die Zentrale fragt diese Site ab | bei FW_ROLE=remote, sonst nur mit CMK_LIVESTATUS_TCP=on |
443/tcp |
Konfigurationsabgleich und Automations-API der Zentrale | bei FW_ROLE=remote |
Die Zentrale (FW_ROLE=central) baut die Verbindungen selbst auf und
braucht eingehend nichts zusätzlich – dafür muss ausgehend 6557/tcp und
443/tcp zu den Remote-Sites erlaubt sein. Darauf weist der Bericht hin.
Ebenso auf den häufigsten Stolperstein: FW_ROLE=remote bei
CMK_LIVESTATUS_TCP=off – dann ist der Port zwar offen, aber es lauscht
niemand.
Event Console und Agent – jeweils eigener Schalter, weil das nicht jeder Aufbau braucht:
| Port | Zweck | Schalter |
|---|---|---|
514/udp, 514/tcp |
Syslog-Meldungen annehmen | FW_EC_SYSLOG=off|udp|tcp|beide |
162/udp |
SNMP-Traps annehmen | FW_EC_SNMPTRAP=on |
6558/tcp |
Status und Ereignisse der Event Console über TCP | FW_EC_TCP=on |
6556/tcp |
Checkmk-Agent dieses Hosts (Pull-Betrieb) | FW_AGENT=on |
Alles Weitere – Grafana, NSCA, was sonst auf dem Rechner liegt – kommt in
FW_EXTRA_PORTS:
./scripts/cmk-manage.sh config set FW_EXTRA_PORTS "3000/tcp=Grafana,5667/tcp=NSCA"
Der Bericht markiert auch den umgekehrten Fall: Ist 5000 offen, obwohl der
Proxy Manager läuft, steht dort „offen – sollte zu sein". Ohne Prüfbefund
endet firewall mit Rückgabewert 1, lässt sich also in eigenen Skripten
auswerten.
Portbereiche in bestehenden Regeln werden aufgelöst: Wer 6556-6558/tcp
(firewalld, nftables) oder 6556:6558/tcp (ufw, iptables) freigegeben hat,
bekommt alle drei Ports als offen gemeldet. Bei ufw zählt eine Regel ohne
Protokollangabe – ufw allow 514 – für TCP und UDP, so wie ufw sie auch
anlegt.
--source begrenzt jede erzeugte Regel auf ein Quellnetz. Für 8000, 6557 und
514 ist das sinnvoll (nur die überwachten Hosts bzw. die Zentrale), für Port
80 nicht: Let's Encrypt prüft die Domain von außen, eine Begrenzung lässt die
Ausstellung scheitern. Darauf weist der Bericht hin.
Wieder zumachen
firewall open kennt nur eine Richtung. Schaltet man die Event Console wieder
ab oder streicht einen Eintrag aus FW_EXTRA_PORTS, bleibt die Freigabe
stehen – der Port ist offen, ohne dass noch etwas dahinter lauscht. Dafür gibt
es die Gegenrichtung:
./scripts/cmk-manage.sh firewall close # Kommandos nur anzeigen
sudo ./scripts/cmk-manage.sh firewall close --apply
Angeboten wird nur, was offen ist, zu diesem Aufbau gehört und gerade nicht
gebraucht wird. Dazu zählen die Ports aus der Tabelle oben und alles, was
firewall open --apply selbst geöffnet hat – das merkt sich das Werkzeug in
firewall-opened.conf, damit ein gestrichener FW_EXTRA_PORTS-Eintrag nicht
in Vergessenheit gerät.
Drei Sicherungen sind eingebaut:
| SSH bleibt offen | Port 22, der Port, auf dem sshd wirklich lauscht (aus sshd -T), und der Port der laufenden Sitzung (SSH_CONNECTION) |
| Fremde Freigaben bleiben | Wer 3306 für seine Datenbank offen hat, behält sie – geschlossen wird nur, was dieser Aufbau kennt |
| Sammelregeln bleiben | Eine Regel wie 80,443/tcp deckt mehrere Ports ab; sie wird nicht angefasst, sondern gemeldet |
Der Adminport des Proxy Managers wird mit angeboten. Er ist kein
Pflichtport: die Oberfläche ist auch über 127.0.0.1 erreichbar – per
Terminal-Browser im Container oder über einen SSH-Tunnel. Offen im Netz hat sie
nichts verloren, und genau deshalb steht sie hier zur Disposition:
PORT GEHOERT ZU ZUSTAND
10443/tcp Adminoberflaeche des Proxy Managers kann zu - Zugang dann nur lokal
81/tcp Adminoberflaeche - alter Vorgabeport kann zu
Welcher Port das ist, kommt aus NPM_ADMIN_PORT – wer ihn auf 10443 verlegt
hat, bekommt 10443 angeboten. Die Vorgabe 81 steht zusätzlich immer im
Katalog: nach einem Portwechsel bliebe sie sonst offen, ohne dass sie noch
jemand nennt. Soll der Adminzugang aus dem Netz erhalten bleiben:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh firewall close --apply --keep-admin
In der Oberfläche wird danach gefragt, sobald ein Adminport betroffen ist.
Bei ufw wird dabei bewusst nicht nach Regelnummern gelöscht: die
verschieben sich beim ersten Löschen, der nächste Aufruf träfe die falsche
Regel. Stattdessen wird über die Regelangabe gelöscht
(ufw delete allow 514/udp), bei nftables über den Handle und bei iptables mit
derselben Regelangabe, mit der sie eingetragen wurde.
In der Oberfläche liegt das unter Einstellungen → Firewall → Nicht mehr benötigte Ports schließen.
Docker und ufw: Veröffentlichte Container-Ports umgehen ufw sonst über die
DOCKER-USER-Kette. Hier nicht – beide Container laufen im Host-Netz, es gelten die Hostregeln unverändert.
In der Oberfläche steckt derselbe Bericht unter Firewall prüfen, samt Rückfrage, ob die fehlenden Freigaben gleich gesetzt werden sollen. Die Schalter liegen unter Einstellungen → Firewall: was offen sein muss, und dort stehen auch zwei Aktionen:
| Menüpunkt | was er tut |
|---|---|
>> Firewall jetzt prüfen |
derselbe Bericht wie firewall check |
>> Firewall-Regeln übernehmen (Ports öffnen) |
fragt erst nach einem Quellnetz, zeigt danach die Kommandos, die genau so ausgeführt werden, und setzt sie nach Bestätigung |
Die Reihenfolge ist Absicht: das Quellnetz ändert die Kommandos, deshalb wird
es vor der Anzeige erfragt – was im Fenster steht, wird auch ausgeführt. Ohne
root wird über sudo neu aufgerufen. Zum Schluss zeigt die Oberfläche den
Stand danach, damit man nicht raten muss, ob es gewirkt hat.
Sind die
FW_*-Schlüssel in einer älteren.envnoch nicht vorhanden, steht im Menü<leer>– es gelten dann die Vorgaben (single, alles aus). Sobald ein Wert gesetzt wird, landet der Schlüssel in der.env.
Von Hand
firewalld (RHEL/Rocky/Alma):
sudo firewall-cmd --permanent --add-service=http
sudo firewall-cmd --permanent --add-service=https
sudo firewall-cmd --permanent --add-port=8000/tcp # Agent-Receiver
sudo firewall-cmd --permanent --add-rich-rule='rule family=ipv4 source address=10.0.0.0/24 port port=81 protocol=tcp accept'
# Verteiltes Monitoring: Livestatus nur fuer die Zentrale
sudo firewall-cmd --permanent --add-rich-rule='rule family=ipv4 source address=10.0.0.5/32 port port=6557 protocol=tcp accept'
# Event Console: Syslog und SNMP-Traps (UDP!)
sudo firewall-cmd --permanent --add-service=syslog # 514/udp
sudo firewall-cmd --permanent --add-service=snmptrap # 162/udp
sudo firewall-cmd --permanent --add-port=6558/tcp # Status ueber TCP
sudo firewall-cmd --reload
# Bei abweichendem Admin-Port (z.B. 10443) stattdessen dessen Nummer freigeben -
# das passende Kommando gibt "cmk-manage.sh npm-port <port>" direkt aus.
ufw (Debian/Ubuntu):
sudo ufw allow 80/tcp
sudo ufw allow 443/tcp
sudo ufw allow 8000/tcp
sudo ufw allow from 10.0.0.0/24 to any port 81 proto tcp
sudo ufw allow from 10.0.0.5 to any port 6557 proto tcp # Livestatus fuer die Zentrale
sudo ufw allow 514/udp # Event Console: Syslog
sudo ufw allow 162/udp # Event Console: SNMP-Traps
sudo ufw enable
Port 5000 bleibt geschlossen – der Zugriff erfolgt ausschließlich über den Proxy. Port 81 nur aus dem Administrationsnetz freigeben.
14. Verwaltung: cmk-manage.sh
Das Skript ist gleichzeitig Kommandozeilenwerkzeug und ncurses-Oberfläche.
14.1 ncurses-Oberfläche (wie im Midnight Commander)
sudo ./scripts/cmk-manage.sh gui
┌──────────────── Checkmk Stack Manager ─────────────────┐
│ Projekt : /opt/checkmk-stack │
│ Runtime : podman Standard-Site: cmk │
│ Backups : /opt/checkmk-stack/backups │
│ │
│ status Status von Containern und Sites │
│ stack Stack steuern (Start/Stop/Logs/Update) │
│ backup Backup erstellen / planen │
│ restore Backup wiederherstellen │
│ import Site von Direktinstallation importieren │
│ manage Backups verwalten (Liste/Details/Löschen) │
│ sites Sites im Container verwalten │
│ image Checkmk-Image beschaffen/auswählen │
│ proxy Proxy-Hosts anlegen/verwalten (HTTPS) │
│ browser Terminal-Browser (Proxy Manager lokal) │
│ cert Selbstsigniertes Zertifikat erzeugen │
│ firewall Firewall prüfen (benötigte Ports) │
│ config Einstellungen (.env) - menügeführt │
│ shell Root-Shell im Checkmk-Container │
│ quit Beenden │
│ < OK > <Cancel> │
└────────────────────────────────────────────────────────┘
Bedienung: Pfeiltasten, Leertaste markiert in Auswahllisten (z. B. mehrere
Sites für ein Backup), Enter bestätigt, ESC/Cancel geht zurück.
Die Fenstergröße richtet sich nach Terminalgröße, Textlänge und Anzahl der
Einträge – in einem größeren Terminal sind entsprechend mehr Einträge auf
einmal sichtbar. Das gilt für alle Fenster, auch in migrate_creator.sh:
sämtliche Dialoge laufen über drei gemeinsame Stellen in
scripts/lib/common.sh, die die Größe selbst berechnen.
14.4 Rahmen erscheinen als q, x, l, m (PuTTY)
Sieht die Oberfläche so aus –
lqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqk
x Projekt : /opt/checkmk-stack x
– dann fehlt auf dem Server eine UTF-8-Locale. Ohne sie zeichnen
dialog und whiptail die Rahmen über die alte VT100-Umschaltung ESC(0.
Terminals im UTF-8-Modus – PuTTY in der Vorgabe – ignorieren diese Umschaltung
und zeigen stattdessen die rohen Buchstaben.
Nachgemessen: bei LC_ALL=C schickt whiptail eine ESC(0-Umschaltung und
91 rohe q; mit UTF-8-Locale keine einzige.
Das Skript behebt das auf zwei Wegen selbst.
1. UTF-8-Locale. Beim Start der Oberfläche setzt es
LC_CTYPE auf die erste verfügbare UTF-8-Locale (C.UTF-8, en_US.UTF-8, …).
Nur LC_CTYPE, damit Sortierung und Zahlenformat unberührt bleiben. Ist
LC_ALL auf einen Nicht-UTF-8-Wert gesetzt, wird es dabei entfernt – sonst
würde es LC_CTYPE aushebeln. 2. Unicode statt VT100. Das allein genügt nicht: ncurses benutzt die
VT100-Umschaltung auch mit UTF-8-Locale, solange das terminfo sie anbietet –
bei TERM=xterm der Fall. Deshalb wird zusätzlich NCURSES_NO_UTF8_ACS=1
gesetzt, womit ncurses echte Unicode-Rahmenzeichen zeichnet. Mit dialog unter
LANG=C.UTF-8 und TERM=xterm gemessen:
ESC(0 |
UTF-8-Rahmenbytes | rohe q |
|
|---|---|---|---|
| ohne Schalter | 38 | 0 | 182 |
| mit Schalter | 0 | 220 | 0 |
whiptail braucht das nicht – es zeichnet bei UTF-8-Locale von sich aus
Unicode. Wer den umgekehrten Fall hat – ein Terminal, das ESC(0 beherrscht,
aber kein UTF-8 – stellt mit CMK_TUI_ACS=1 das alte Verhalten wieder her.
Prüfen lässt sich das mit:
./scripts/cmk-manage.sh selftest # Abschnitt "Zeichensatz fuer die Oberflaeche"
Meldet die Prüfung, dass keine UTF-8-Locale vorhanden ist, fehlt das Sprachpaket:
sudo dnf install -y glibc-langpack-en # RHEL/Rocky/Alma
sudo apt-get install -y locales # Debian/Ubuntu
Einstellungen in PuTTY
Damit es auch auf der Gegenseite passt:
| PuTTY-Bereich | Einstellung |
|---|---|
| Window → Translation | Remote character set: UTF-8 |
| Window → Translation | Handling of line drawing characters: Use Unicode line drawing code points |
| Connection → Data | Terminal-type string: xterm-256color (Vorgabe ist nur xterm) |
| Window → Appearance | eine Schrift mit Rahmenzeichen, z. B. Consolas oder DejaVu Sans Mono |
Wer die Sitzung dauerhaft so haben möchte, speichert sie in PuTTY unter Session → Saved Sessions.
Wenn es trotzdem nicht passt: nachsehen statt raten
./scripts/cmk-manage.sh tui-check
Das gibt zwei Testzeilen aus:
- Zeile A – echte UTF-8-Rahmenzeichen (
┌──┐) - Zeile B – die alte VT100-Umschaltung
ESC(0mit den Buchstabenlqk
Daran lässt sich die Ursache ablesen:
| Beobachtung | Bedeutung |
|---|---|
| A Linien, B Linien | alles in Ordnung |
A Linien, B zeigt lqqqk |
das Terminal macht die VT100-Umschaltung nicht mit – der PuTTY-Fall, siehe Einstellungen oben |
| A zeigt Kauderwelsch | das Terminal läuft nicht im UTF-8-Modus |
| beide zeigen Buchstaben | die Schrift hat keine Rahmenzeichen |
Das Kommando nennt zu jeder Beobachtung gleich die passende Abhilfe.
dialogstattwhiptailinstallieren ist auf dieser Seite der wirksamste Griff – es geht mit dem Zeichensatz zuverlässiger um und kann als einziges auch einfache ASCII-Rahmen:sudo dnf install -y dialog # RHEL/Rocky/Alma sudo apt-get install -y dialog # Debian/UbuntuDas Skript bevorzugt
dialog, sobald es vorhanden ist. Danach lassen sich notfalls einfache Rahmen erzwingen:CMK_TUI_ASCII=1 ./scripts/cmk-manage.sh guiOhne
dialogsagt das Skript das ausdrücklich –whiptailkennt keine solche Option.
14.5 Selbstprüfung
./scripts/cmk-manage.sh selftest
Prüft die Skripte auf die Fallstricke, die sich hier als wiederkehrend erwiesen haben:
| Prüfung | Warum |
|---|---|
| Syntax aller vier Skripte | Tippfehler fallen sofort auf |
| Dialoge gehen über die gemeinsamen Stellen | sonst hätte ein neues Fenster wieder eine feste Größe |
| keine fest eingetragenen Fenstergrößen | dito |
kein [ … ] && VAR=… |
liefert 1, wenn die Bedingung nicht zutrifft, und beendet unter set -e das Skript – dreimal die Ursache eines stillen Abbruchs |
| Einstellungstabelle vollständig | jeder Schlüssel hat sechs Felder und steht in .env.example |
Wer eigene Menüpunkte ergänzt, sollte den Aufruf danach einmal machen.
Es wird dialog bevorzugt; ist nur whiptail vorhanden, wird dieses genutzt.
Eine Dateiauswahl mit Verzeichnisnavigation ist eingebaut.
14.2 Kommandozeile
./scripts/cmk-manage.sh --help
| Kommando | Wirkung |
|---|---|
up [--no-fetch] / down / restart / pull |
Stack steuern; up holt ein fehlendes Image selbst |
status |
Container, Sites, Zugangsadressen |
logs [-f] |
Container-Logs |
sites |
Sites im Container auflisten |
site-start SITE / site-stop SITE |
einzelne Site steuern |
start-all-sites |
alle Sites starten (wird von systemd aufgerufen) |
site-create NAME |
weitere Site im Container anlegen – eigene Ports (5001, 8001, …) |
site-delete NAME |
Site samt Daten entfernen |
backup … |
Backup als .tar.gz-Bundle |
list / verify / prune --keep N |
Backups verwalten |
job list|add|set|del|run|auto |
geplante Backups (eigene Zielpfade je Job) |
restore … |
Backup zurückspielen |
import … |
Migrations-Bundle einspielen |
image get |
Image über den eingestellten Bezugsweg holen |
image status|list|versions|repos|why|test|pull|download|load|use |
Checkmk-Image beschaffen, auswählen und Fehler erklären |
browser [--engine …] |
Terminal-Browser im Container – Proxy Manager lokal bedienen |
config list|get|set|edit |
Einstellungen der .env anzeigen und ändern |
npm-port [PORT] |
Port der Proxy-Manager-Oberfläche setzen/anzeigen |
npm-enable [on|off] |
Proxy Manager ein-/ausschalten (Daten bleiben erhalten) |
npm-reset |
Datenbank beiseitelegen, damit das Konto neu entsteht |
proxy status|list|certs|add|del |
Proxy-Hosts über die API anlegen und verwalten |
cert … |
selbstsigniertes Zertifikat erzeugen |
cert external … |
von außen geliefertes Zertifikat verwenden (verweisen statt kopieren) |
firewall [check|open|close] |
prüfen, öffnen und nicht mehr Benötigtes wieder schließen (firewalld, ufw, nftables, iptables); close --keep-admin lässt den Adminport offen |
shell |
Root-Shell im Checkmk-Container |
omd … |
beliebiges omd-Kommando im Container |
noproxy [--export|--fix] |
prüfen, ob lokale Adressen am HTTP-Proxy vorbeigehen; eintragen in profile.d, .bashrc, /etc/environment oder die systemd-Unit |
Globale Optionen: --env-file DATEI, -y/--yes (keine Rückfragen, z. B. für
Cronjobs), -v/--verbose.
14.3 Einstellungen ändern – ohne Editor
Sämtliche Werte der .env lassen sich über das Menü pflegen. In der
Oberfläche: Einstellungen (.env) – menügeführt. Die Werte sind nach
Bereichen gruppiert:
┌──────────────────── Einstellungen ─────────────────────┐
│ Alle Werte der Datei .env - direkt hier änderbar. │
│ Datei: /opt/checkmk-stack/.env │
│ │
│ runtime Runtime und Zeitzone │
│ image Checkmk-Image und Zugangsdaten │
│ checkmk Checkmk-Site und Container │
│ npm NGINX Proxy Manager │
│ browser Terminal-Browser │
│ paths Verzeichnisse │
│ cert Selbstsignierte Zertifikate │
│ show Alle Werte auflisten │
│ editor Datei .env im Editor öffnen │
│ back zurück │
└────────────────────────────────────────────────────────┘
Jeder Eintrag zeigt seinen aktuellen Wert und öffnet beim Bestätigen die
passende Eingabe: Freitext, Zahl, Auswahlliste oder Kennwortfeld (Kennwörter
erscheinen in der Übersicht als ******** und bleiben unverändert, wenn man
das Feld leer lässt). Der Editor bleibt als Menüpunkt erhalten.
Dieselben Werte über die Kommandozeile:
./scripts/cmk-manage.sh config list # alles mit aktuellen Werten
./scripts/cmk-manage.sh config list --category npm # nur ein Bereich
./scripts/cmk-manage.sh config get CMK_SITE_ID
./scripts/cmk-manage.sh config set CMK_SITE_ID prod
./scripts/cmk-manage.sh config set NPM_ADMIN_PORT 10443
Geprüft wird beim Setzen, nicht erst beim nächsten Start:
| Schlüssel | Prüfung |
|---|---|
NPM_ADMIN_PORT |
Zahl 1–65535, nicht 80/443/5000/8000/6557, Warnung wenn belegt |
CMK_SITE_ID |
nur Buchstaben, Ziffern, _; höchstens 16 Zeichen |
CMK_IMAGE, NPM_IMAGE, … |
muss vollqualifiziert sein (Podman-Fallstrick) |
CMK_RUNTIME |
muss auf diesem System installiert sein |
CERT_DAYS u. a. |
Zahlenfelder |
| URL-Felder | müssen mit http:// oder https:// beginnen |
Werte mit Leerzeichen werden automatisch in Anführungszeichen gesetzt, damit
die .env weiterhin von compose, systemd und der Shell gelesen werden
kann. Ändert man NPM_ADMIN_PORT, zieht das Skript die nginx-Zusatzdatei
automatisch mit (siehe Kapitel 12).
Bei Werten, die erst nach dem Neuerstellen der Container greifen, weist das
Menü ausdrücklich darauf hin.
14.6 Netze mit Zwangsproxy: API-Fehler, der keiner ist
In Kundennetzen steht oft ein HTTP-Proxy in der Umgebung (http_proxy,
https_proxy). Nimmt no_proxy die lokalen Adressen nicht aus, schickt
curl selbst eine Anfrage an 127.0.0.1 dorthin. Der Proxy kennt die Adresse
nicht – und die Fehlermeldung landet an einer Stelle, die nichts dafür kann:
[FEHLER] Anmeldung am Proxy Manager fehlgeschlagen.
Das sieht nach falschen Zugangsdaten oder einer kaputten API aus. Ist es aber nicht. Nachsehen:
./scripts/cmk-manage.sh noproxy
HTTP-Proxy in der Umgebung
http_proxy http://proxy.kunde.local:3128
no_proxy <leer>
Geht http://127.0.0.1:81/ daran vorbei?
[FEHLER] Nein - curl schickt auch diese Anfrage an den Proxy.
Einzutragen
no_proxy=localhost,127.0.0.1,::1,checkmk-host,172.0.250.82
Erkannt wird das nicht geraten, sondern an dem, was curl -v selbst sagt
(Uses proxy env variable http_proxy == …) – dafür muss auf der Zieladresse
nichts laufen.
no_proxy vergleicht Namen, keine Adressen
Das ist der Punkt, an dem man am längsten sucht: no_proxy=localhost deckt
eine Anfrage an 127.0.0.1 nicht ab – und umgekehrt. Nachgemessen mit
curl 7.88:
no_proxy |
Anfrage an 127.0.0.1 |
Anfrage an localhost |
|---|---|---|
localhost |
geht an den Proxy | direkt |
127.0.0.1 |
direkt | geht an den Proxy |
| beide | direkt | direkt |
In Firmennetzen steht oft nur localhost in der Ausnahmeliste. Dann läuft
ausgerechnet der Zugriff auf die Schnittstelle des Proxy Managers über den
Proxy. noproxy prüft deshalb beide Schreibweisen und sagt, welche fehlt:
Gehen lokale Anfragen daran vorbei?
http://127.0.0.1:81/ geht an den Proxy
http://localhost:81/ direkt
[ WARN ] Nur 'localhost' ist ausgenommen, 127.0.0.1 nicht.
Bis das geaendert ist, hilft sofort:
cmk-manage.sh config set NPM_API_HOST localhost
NPM_API_HOST bestimmt, unter welchem Namen die Schnittstelle angesprochen
wird – Vorgabe 127.0.0.1, weil das ohne Namensauflösung auskommt und immer
auf IPv4 zeigt. Lässt sich die Ausnahmeliste im Kundennetz nicht ändern, ist
das Umstellen auf localhost der kürzere Weg.
In der laufenden Sitzung – ein Programm kann die Umgebung seiner Elternshell
nicht ändern, deshalb der Umweg über eval:
eval "$(./scripts/cmk-manage.sh noproxy --export)"
Dauerhaft – die Ziele schließen einander nicht aus, je nach Rechner braucht es mehrere:
| Befehl | wirkt für |
|---|---|
sudo … noproxy --fix |
Anmeldeshells (/etc/profile.d/cmk-noproxy.sh) |
… noproxy --fix --user |
nur diesen Benutzer (~/.bashrc) |
sudo … noproxy --fix --environment |
Anmeldungen ohne Shell (/etc/environment) |
sudo … noproxy --fix --service |
Systemdienste – Ergänzung der systemd-Unit |
Der letzte Punkt ist der, den man leicht übersieht: Systemdienste lesen weder
profile.d noch .bashrc noch /etc/environment. Läuft der Stack über
systemd, schreibt --service eine Ergänzung nach
/etc/systemd/system/checkmk-stack.service.d/cmk-noproxy.conf:
[Service]
Environment=no_proxy=localhost,127.0.0.1,::1,checkmk-host,172.0.250.82
Environment=NO_PROXY=localhost,127.0.0.1,::1,checkmk-host,172.0.250.82
Environment=http_proxy=http://proxy.kunde.local:3128
Environment=https_proxy=http://proxy.kunde.local:3128
Der Proxy selbst kommt dabei mit hinein – ohne ihn käme der Dienst beim Holen von Images nicht ins Internet. Gibt es keine passende Unit, zeigt der Befehl den Abschnitt zum Einfügen von Hand.
Was schon dasteht, bleibt – und zwar vorn. Der Eintrag sammelt beide
Schreibweisen ein (no_proxy und NO_PROXY; manche Systeme setzen nur die
große), hängt die lokalen Adressen hinten an und wirft Doppelte heraus:
| vorher | nachher |
|---|---|
| (leer) | localhost,127.0.0.1,::1,host,172.0.250.82 |
no_proxy=firma.intern,10.0.0.0/8 |
firma.intern,10.0.0.0/8,localhost,127.0.0.1,… |
nur NO_PROXY=firma.intern |
firma.intern,localhost,127.0.0.1,… |
| beide gesetzt, verschieden | beide bleiben, dann unsere |
127.0.0.1 steht schon drin |
bleibt stehen, nur Fehlendes kommt dazu |
Ein zweiter Aufruf schreibt nichts doppelt. In der Oberfläche liegt das unter Einstellungen → Runtime und Zeitzone → Lokale Verbindungen prüfen.
Die eigenen Aufrufe dieses Werkzeugs sind davon unabhängig. Anfragen an lokale Adressen laufen grundsätzlich mit
curl --noproxy, Anfragen ins Internet (Registry, Downloadportal) weiterhin über den Proxy. Der Befehl ist für alles andere da: eigenecurl-Tests, der Terminal-Browser, andere Skripte.
Kleine Eigenheit von curl:
no_proxy/NO_PROXYundhttps_proxy/HTTPS_PROXYgelten in beiden Schreibweisen,HTTP_PROXYin Großschreibung dagegen nicht – das ignoriert curl absichtlich, weil in CGI-Umgebungen eine eingehende KopfzeileProxy:sie setzen könnte. Der Bericht weist darauf hin, wenn nur diese gesetzt ist.
Reihenfolge: Erst
noproxyzum Nachsehen, dann eintragen, dann miteval "$(… noproxy --export)"in der laufenden Sitzung wirksam machen – sonst wundert man sich, warum sich nichts ändert.
15. Backup
Backups werden mit omd backup erstellt und als Bundle verpackt:
cmkbackup_<site>_<version>_<zeitstempel>.tar.gz
└── cmkbundle/
├── MANIFEST Site, Version, Quelle, Prüfsumme …
├── INFO.txt lesbare Zusammenfassung
├── site.tar.gz das eigentliche omd-Backup
└── site.tar.gz.sha256
Dadurch weiß das Restore-/Import-Werkzeug immer, welche Site und welche Checkmk-Version im Archiv steckt, und kann die Integrität prüfen.
# eine Site
sudo ./scripts/cmk-manage.sh backup --site cmk
# alle Sites, ohne Logdateien, mit Kennzeichnung
sudo ./scripts/cmk-manage.sh backup --all --no-logs --label vor-update
# konsistentestes Backup: Site wird kurz gestoppt
sudo ./scripts/cmk-manage.sh backup --site cmk --stop
# ohne Performance-Daten (deutlich kleiner)
sudo ./scripts/cmk-manage.sh backup --site cmk --no-rrds --dir /mnt/nas/checkmk
Auflisten und prüfen:
./scripts/cmk-manage.sh list
./scripts/cmk-manage.sh verify --file backups/cmkbackup_cmk_2.3.0p23.cre_20260820-030000.tar.gz
./scripts/cmk-manage.sh prune --keep 7
15.1 Geplante Backups (Backup-Jobs)
Manuelle Backups gehen immer nach BACKUP_DIR aus der .env. Geplante Jobs
bringen dagegen ihr eigenes Zielverzeichnis mit – so lässt sich täglich auf
eine NAS-Freigabe und wöchentlich woanders hin sichern.
Im Menü: backup → „Backup erstellen / planen"
┌──────────── Backup erstellen / planen ─────────────────┐
│ Manuelle Backups gehen immer nach: │
│ /opt/checkmk-stack/backups (Einstellung BACKUP_DIR)│
│ │
│ Geplante Jobs haben ihr eigenes Zielverzeichnis. │
│ Automatische Ausfuehrung: aus │
│ │
│ manuell Backup jetzt erstellen │
│ jobs Backup-Jobs verwalten │
│ auto Automatische Ausfuehrung ein/aus │
│ status Zeitplan und Jobs anzeigen │
│ jetzt Einen Job sofort ausfuehren │
│ back zurueck │
└────────────────────────────────────────────────────────┘
Dieselben Jobs liegen auch in den Einstellungen → „Backup-Jobs".
Job anlegen
Im Menü führt ein Dialog durch Sites, Zeitplan (täglich / wöchentlich / monatlich / freier Cron-Ausdruck), Zielverzeichnis, Aufbewahrung und Optionen. Dasselbe per Parameter:
# täglich 02:15, alle Sites, ohne Logs, 14 Backups aufbewahren
sudo ./scripts/cmk-manage.sh job add --name nachts \
--cron "15 2 * * *" --no-logs --keep 14
# sonntags 03:30, nur zwei Sites, auf die NAS, ohne RRDs, 8 aufbewahren
sudo ./scripts/cmk-manage.sh job add --name nas-woche \
--cron "30 3 * * 0" --sites prod,test \
--dir /mnt/nas/checkmk --no-rrds --no-logs --keep 8
Alle Kommandos:
| Kommando | Wirkung |
|---|---|
job list |
angelegte Jobs anzeigen |
job status |
Zeitplan, Cron-Datei und Schalter |
job add --name N --cron "…" |
Job anlegen |
job set NAME … |
Job ändern (nicht genannte Felder bleiben) |
job del NAME |
Job löschen (die Backups bleiben) |
job enable|disable NAME |
Job ein-/ausschalten |
job run NAME |
Job sofort ausführen |
job run-all |
alle aktiven Jobs ausführen |
job auto on|off |
automatische Ausführung ein/aus |
Optionen von job add / job set:
| Option | Bedeutung |
|---|---|
--sites ALL|a,b |
zu sichernde Sites (Vorgabe ALL) |
--cron "15 2 * * *" |
Zeitplan, fünf Cron-Felder |
--dir VERZ |
Zielverzeichnis dieses Jobs (Vorgabe BACKUP_DIR) |
--keep N |
wie viele Backups im Ziel bleiben (0 = alle) |
--no-rrds, --no-logs, --stop |
wie bei backup |
--disabled |
anlegen, aber noch nicht einplanen |
Automatik ein- und ausschalten
sudo ./scripts/cmk-manage.sh job auto on # einplanen
sudo ./scripts/cmk-manage.sh job auto off # Zeitplan entfernen
on schreibt aus allen aktiven Jobs die Datei /etc/cron.d/checkmk-backup
– je Job eine Zeile mit seinem eigenen Zeitplan:
15 2 * * * root /opt/checkmk-stack/scripts/cmk-manage.sh -y job run nachts >>/var/log/cmk-backup.log 2>&1
30 3 * * 0 root /opt/checkmk-stack/scripts/cmk-manage.sh -y job run nas-woche >>/var/log/cmk-backup.log 2>&1
Dafür werden root-Rechte gebraucht. Ohne root gibt das Kommando die Zeilen
aus, damit man sie selbst übernehmen kann. off entfernt die Datei wieder; die
Jobs selbst bleiben erhalten. Der Schalter steht als BACKUP_AUTO in der
.env.
Nach jedem Lauf räumt der Job sein eigenes Zielverzeichnis auf --keep auf –
ein separater prune-Eintrag ist nicht nötig.
Wo die Jobs liegen
In backup-jobs.conf im Projektverzeichnis, eine Zeile je Job:
name|sites|cron|verzeichnis|optionen|aufbewahren|aktiv
nachts|ALL|15 2 * * *|/opt/checkmk-stack/backups|--no-logs|14|on
nas-woche|prod,test|30 3 * * 0|/mnt/nas/checkmk|--no-rrds --no-logs|8|on
Die Datei ist bewusst lesbar und versionierbar, gehört aber nicht ins
Repository (sie steht in .gitignore, weil sie systemspezifische Pfade
enthält).
16. Restore
# Einfachster Fall: Site existiert nicht mehr
sudo ./scripts/cmk-manage.sh restore --file backups/cmkbackup_cmk_2.3.0p23.cre_20260820-030000.tar.gz
# Vorhandene Site überschreiben (laufende Prozesse beenden)
sudo ./scripts/cmk-manage.sh restore --file backups/… --reuse --kill
# Unter anderem Namen zurückspielen (z. B. für einen Test)
sudo ./scripts/cmk-manage.sh restore --file backups/… --as-site test
Ablauf des Skripts:
- Archivstruktur und SHA256-Prüfsumme kontrollieren
- prüfen, ob die Checkmk-Version des Backups im Container vorhanden ist
- bei vorhandener Site Rückfrage/
--reuse, Site stoppen - Archiv in den Container kopieren und
omd restoreausführen TMPFSder Site abschalten (im Container nicht nutzbar)- Site starten und Hinweise ausgeben
--as-siteändert den Site-Namen – registrierte Agents zeigen dann ins Leere und müssten neu registriert werden. Für eine Migration also nicht verwenden.
Ein rohes omd backup-Archiv (ohne Bundle-Hülle) wird ebenfalls akzeptiert;
der Site-Name wird dann aus dem Archiv gelesen.
16.1 Warum ein Restore nach dem Neuerstellen des Containers scheiterte
ERROR: apache user www-data must be member of group cmk
Beim Anlegen einer Site trägt omd create den Apache-Benutzer in die Gruppe
der Site ein. Diese Zugehörigkeit steht in /etc/group – und das liegt im
Container, nicht im Bind-Mount. Wird der Container neu erstellt (jedes up
mit geändertem Image, podman rm, ein Update), ist /etc/group wieder der
Stand aus dem Abbild, während die Site im Bind-Mount unverändert weiterlebt.
Der offizielle Entrypoint erkennt diesen Fall und legt Gruppe und Benutzer neu
an – nimmt www-data dabei aber nicht in die Gruppe auf:
if ! getent group "$CMK_SITE_ID" >/dev/null; then
groupadd -g 1000 "$CMK_SITE_ID"
fi
if ! getent passwd "$CMK_SITE_ID" >/dev/null; then
useradd -u 1000 ... -G omd -s /bin/bash "$CMK_SITE_ID"
fi
Im Betrieb fällt das nicht auf: die Site läuft, die Oberfläche antwortet, der
Agent-Receiver nimmt Daten an. Erst omd restore --reuse prüft es
(user_verify in omdlib/users_and_groups.py) und bricht ab.
Direkt dahinter wartet der zweite Stolperstein:
ERROR: fstab entry for /omd/sites/cmk/tmp does not exist
omd lässt einen fehlenden /etc/fstab ausdrücklich durchgehen
(„In case there is no fstab (seen in some containers) assume everything is
OK") – im Abbild liegt aber eine Datei mit einer Kommentarzeile. Damit
existiert /etc/fstab, die Ausnahme greift nicht, und der Eintrag wird
vermisst.
Beides ist Zustand des Containers, nicht der Daten. cmk-manage.sh zieht
es deshalb vor jedem restore und import nach – und seit demselben Anlass
auch nach jedem up, damit ein von Hand aufgerufenes omd nicht darüber
stolpert:
[ INFO ] Apache-Benutzer www-data -> cmk in die Gruppe aufgenommen
(nach dem Neuerstellen des Containers verloren gegangen).
[ INFO ] fstab-Eintrag fuer /omd/sites/cmk/tmp ergaenzt - ohne ihn
verweigert 'omd restore' den Dienst.
Der Apache-Benutzer und das Kommando zum Eintragen werden dabei aus
/omd/versions/default/share/omd/distro.info gelesen – derselben Quelle, aus
der omd sie nimmt. Von Hand wäre es:
docker exec checkmk gpasswd -a www-data cmk
docker exec checkmk sh -c 'echo "tmpfs /omd/sites/cmk/tmp tmpfs noauto,user,mode=751,uid=cmk,gid=cmk 0 0" >> /etc/fstab'
17. Migration einer Direktinstallation (migrate_creator.sh)
Ziel: eine bestehende Checkmk-Installation auf Blech/VM in den Container übernehmen – ohne die Agents anzufassen.
17.1 Warum die Agents weiterlaufen
Ein omd backup enthält die komplette Site inklusive
etc/ssl (site-eigene CA und Zertifikate der registrierten Agents),
etc/check_mk (Regeln, Hosts, Passwörter) und der Monitoring-Historie.
Wird die Site unter demselben Namen wiederhergestellt und ist der Server
unter derselben IP-Adresse erreichbar, dann
- finden Push-/Pull-Agents (
cmk-agent-ctl) ihre Registrierung wieder, - bleibt die TLS-Verbindung zum Agent-Receiver auf Port 8000 gültig,
- stimmen alle URLs (
https://<ip>/<site>/check_mk/…) weiterhin, - bleiben Performance-Daten und Historie erhalten.
Voraussetzung ist deshalb, dass das Zielsystem die IP des Quellservers übernimmt (bzw. der DNS-Name darauf umgestellt wird) – das ist im geplanten Vorgehen ohnehin so.
17.2 Schritt 1 – Skript auf den Quellserver kopieren
scp scripts/migrate_creator.sh root@alt-server:/root/
ssh root@alt-server 'chmod +x /root/migrate_creator.sh'
Das Skript ist eigenständig – es braucht auf dem Quellserver nur bash,
tar und omd (für die Oberfläche zusätzlich dialog oder whiptail).
17.3 Schritt 2 – Bundle auf dem Quellserver erzeugen
Vorhandene Sites anzeigen:
sudo ./migrate_creator.sh --list
SITE VERSION STATUS GROESSE
prod 2.3.0p23.cre laeuft 4.7 GiB
test 2.3.0p23.cre gestoppt 318.2 MiB
Mit Oberfläche (Sites per Leertaste auswählen):
sudo ./migrate_creator.sh --gui
Der Dialog fragt nacheinander ab: Sites → Optionen (Site stoppen, RRDs/Logs
auslassen) → Zielverzeichnis → Kennzeichnung → optionale Übertragung per scp.
Mit Parametern:
# eine Site, Site während des Backups stoppen (konsistenteste Variante)
sudo ./migrate_creator.sh --site prod --stop --out /var/tmp
# alle Sites, ohne Logs, direkt auf das Zielsystem übertragen
sudo ./migrate_creator.sh --all --no-logs \
--scp root@10.0.0.5:/opt/checkmk-stack/backups/
Ergebnis:
/var/tmp/cmkmigrate_prod_2.3.0p23.cre_20260820-101500.tar.gz
Das Bundle enthält zusätzlich zum omd-Backup ein MANIFEST mit Site-Name,
Checkmk-Version, Quell-Hostname, Quell-IP-Adressen, Quell-Betriebssystem
und SHA256-Prüfsumme sowie ein Verzeichnis siteinfo/ mit omd config show,
omd status und der IP-Konfiguration des Altsystems zur späteren Kontrolle.
17.4 Schritt 3 – Zielsystem auf die richtige Version bringen
omd restore kann eine Site nur wiederherstellen, wenn genau deren
Checkmk-Version im Zielsystem installiert ist. Im Container kommt die Version
aus dem Image – also muss der Image-Tag passen:
tar -xzOf backups/cmkmigrate_prod_*.tar.gz cmkbundle/MANIFEST | grep CMK_VERSION
# CMK_VERSION=2.3.0p23.cre -> Version 2.3.0p23, Endung .cre = Raw Edition
# passendes Image holen und als CMK_IMAGE eintragen lassen
sudo ./scripts/cmk-manage.sh image pull --edition raw --version 2.3.0p23
sudo ./scripts/cmk-manage.sh up
Bei einer Enterprise-Quelle (.cee) entsprechend:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh image pull --edition enterprise --version 2.3.0p23 \
--user <benutzer> --password <kennwort>
# oder, wenn die Registry nicht erreichbar ist:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh image download --edition enterprise --version 2.3.0p23 \
--user <benutzer> --password <kennwort>
Das Import-Skript prüft das selbst und bricht mit einer entsprechenden Meldung ab, wenn die Version fehlt.
Edition beachten: die Endung der Version verrät sie –
.cre= Raw,.cee= Enterprise,.cce= Cloud,.cme= Managed. Das Import-Skript liest sie aus dem Manifest und nennt im Fehlerfall direkt das passendeimage pull-Kommando. Enterprise-Images gibt es nicht auf Docker Hub – siehe Kapitel 8.
17.5 Schritt 4 – Bundle importieren
Mit Oberfläche:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh gui # -> "import"
Mit Parametern:
sudo ./scripts/cmk-manage.sh import \
--file backups/cmkmigrate_prod_2.3.0p23.cre_20260820-101500.tar.gz \
--set-default-site
Das Skript
- erkennt das Migrations-Bundle und zeigt Quell-Host und Quell-IP an,
- warnt, wenn die IP dieses Hosts von der Quell-IP abweicht (dann müssten die Agents nachgeführt werden),
- prüft Prüfsumme, Version und Edition,
- fragt bei bereits vorhandener Site nach (
--reuseüberschreibt), - führt
omd restoreunter dem unveränderten Site-Namen aus, - setzt auf Wunsch
CMK_SITE_IDin der.env(--set-default-site), damit der Container die Site auch nach einem Reboot automatisch startet, - startet die Site und gibt die nächsten Schritte aus.
17.6 Schritt 5 – Umschalten und kontrollieren
# 1) Alten Server abschalten bzw. dessen Site stoppen (kein Doppel-Monitoring!)
ssh root@alt-server 'omd stop prod'
# 2) Zielsystem auf die IP/den DNS-Namen des Altsystems umstellen
# (statische IP übernehmen oder DNS-Eintrag umbiegen)
# 3) Container neu erstellen, falls CMK_SITE_ID geändert wurde
sudo ./scripts/cmk-manage.sh up
sudo ./scripts/cmk-manage.sh status
# 4) Kontrolle in Checkmk
sudo ./scripts/cmk-manage.sh omd su prod
OMD[prod]:~$ cmk -O # Konfiguration aktivieren
OMD[prod]:~$ omd status
OMD[prod]:~$ exit
Danach in der Oberfläche prüfen:
- Monitor → All hosts – melden sich die Agents wieder?
- Bei TLS-Agents: der Service „Check_MK Agent“ darf keine Registrierungsfehler melden.
- Ein Agent lässt sich vom überwachten Host aus testen mit
cmk-agent-ctl status– dort muss die Siteprodmit dem Zielserver und „Connection: TLS“ erscheinen.
17.7 Checkliste Migration
migrate_creator.shauf den Quellserver kopiert- Bundle erzeugt (möglichst mit
--stop) - Bundle auf das Zielsystem kopiert (
backups/) - passendes Image geholt (
image pull/image download),CMK_IMAGEgesetzt, Stack neu erstellt import --set-default-siteausgeführt, Site läuft- Alte Site gestoppt / alter Server abgeschaltet
- IP bzw. DNS auf das Zielsystem umgestellt
- Ports 80/443/8000 in der Firewall offen
- Proxy-Host im NGINX Proxy Manager mit Zertifikat eingerichtet
- Agents melden sich,
cmk -Oausgeführt - Backup des neuen Systems eingerichtet (Cron)
18. Mehrere Sites in einem Container
Der Entrypoint des Abbilds legt nur die Site aus CMK_SITE_ID an und startet
auch nur diese. Weitere Sites lassen sich aber anlegen – und mit dem Proxy
davor liegen sie nebeneinander unter einem einzigen Port:
./scripts/cmk-manage.sh site-create zweite
./scripts/cmk-manage.sh site-create kunde2 --password geheim123
./scripts/cmk-manage.sh sites
./scripts/cmk-manage.sh site-delete zweite
18.1 Eigene Ports je Site
omd vergibt die Ports selbst weiter – daran hängt alles Weitere:
| erste Site | zweite | dritte | |
|---|---|---|---|
| Oberfläche (Apache) | 5000 | 5001 | 5002 |
| Agent-Receiver | 8000 | 8001 | 8002 |
| Livestatus | 6557 | 6558 | 6559 |
Zwei Dinge folgen daraus:
-
Im Proxy bekommt jede Site ihren Pfad:
./scripts/cmk-manage.sh proxy edit --domain <name> --location /zweite=127.0.0.1:5001 ./scripts/cmk-manage.sh proxy reloadDanach liegt sie neben der ersten:
https://<ip>/cmk/undhttps://<ip>/zweite/. Checkmk kommt mit dem Präfix zurecht, weil der Site-Name ohnehin Teil jeder Adresse ist – siehe Kapitel 10.12. -
In der Firewall sprechen die Agents dieser Site einen anderen Port an:
./scripts/cmk-manage.sh config set FW_EXTRA_PORTS "8001/tcp=Agent-Receiver zweite" sudo ./scripts/cmk-manage.sh firewall open --apply
site-create gibt genau diese beiden Befehle mit den richtigen Portnummern
aus, dazu die Erinnerung an den Standard-Server für den IP-Zugang, falls er
eingerichtet ist.
18.2 Was beim Anlegen passiert
Im Container läuft omd create --no-tmpfs – ohne --no-tmpfs scheitert es,
weil sich im Container kein tmpfs einhängen lässt. Läuft der Container nicht
im Host-Netz, wird der Apache der Site zusätzlich auf 0.0.0.0 gebunden, sonst
wäre sie von außen nicht erreichbar; im Host-Netz genügt 127.0.0.1, und der
Proxy kommt trotzdem hin. Ohne --password erzeugt omd eines und zeigt es an.
18.3 Nach einem Neustart
sudo ./scripts/cmk-manage.sh start-all-sites
Der Entrypoint startet nur die Standard-Site. Dieses Kommando wird von der
systemd-Unit (ExecStartPost) bzw. der Quadlet-Unit automatisch nach dem
Containerstart ausgeführt und fährt alle vorhandenen Sites hoch.
18.4 Wann lieber getrennte Projekte?
Mehrere Sites in einem Container teilen sich Abbild und Version – ein
omd update betrifft alle. Für sauber getrennte Umgebungen (unterschiedliche
Checkmk-Versionen, getrennte Wartungsfenster, verschiedene Kunden) ist je Site
ein eigenes Projektverzeichnis mit eigener .env besser. Da beide Container im
Host-Netzwerk laufen, kann pro Host allerdings nur ein Checkmk-Container die
Ports 5000/8000 belegen – für echte Mehrfachinstanzen dann getrennte Hosts oder
eine Bridge-Netzwerk-Variante.
In der Oberfläche liegt alles unter Sites im Container verwalten.
19. Checkmk aktualisieren
Da /omd/sites ein Bind-Mount ist, überleben die Daten den Austausch des
Images. Die Checkmk-Software selbst steckt im Image unter /omd/versions.
# 1) IMMER zuerst sichern
sudo ./scripts/cmk-manage.sh backup --all --label vor-update
# 2) neues Image holen (traegt CMK_IMAGE automatisch in die .env ein)
sudo ./scripts/cmk-manage.sh image pull --edition raw --version 2.3.0p28
# 3) Container neu erstellen
sudo ./scripts/cmk-manage.sh up
# 4) Site aktualisieren (interaktiv, Konflikte bestätigen)
sudo ./scripts/cmk-manage.sh omd stop cmk
sudo ./scripts/cmk-manage.sh omd update cmk
sudo ./scripts/cmk-manage.sh omd start cmk
Bei einem Versionssprung (z. B. 2.2 → 2.3) unbedingt vorher die Checkmk-Werksnotizen (Werks/Release Notes) lesen.
20. Fehlersuche
| Symptom | Ursache / Lösung |
|---|---|
ERR_SSL_UNRECOGNIZED_NAME_ALERT beim Aufruf über https://<IP>/ |
Der Browser sendet bei einer IP kein SNI, nginx fällt auf seinen Standard-Server zurück und lehnt ab. cmk-manage.sh proxy default --domain <name> – siehe Kapitel 10.8 |
omd restore: apache user www-data must be member of group <site> |
Der Container wurde neu erstellt, die Site liegt im Bind-Mount. cmk-manage.sh zieht das beim Restore und beim up selbst nach – siehe Kapitel 16.1 |
omd restore: fstab entry for /omd/sites/…/tmp does not exist |
gleiche Ursache, gleiche Behebung |
Anmeldung am Proxy Manager fehlgeschlagen trotz richtiger Zugangsdaten |
Zwangsproxy im Netz: no_proxy nimmt 127.0.0.1 nicht aus. cmk-manage.sh noproxy – siehe Kapitel 14.6 |
Port 80/443 already in use |
Auf dem Host läuft bereits ein Webserver: ss -tlnp | grep ':80' → systemctl disable --now apache2 nginx httpd |
| Nach Reboot laufen die Container nicht (Podman) | systemd-Unit fehlt: ./install.sh --with-systemd bzw. --quadlet, danach systemctl is-enabled checkmk-stack |
omd restore: version is not installed |
passendes Image holen: cmk-manage.sh image pull --edition <ed> --version <v>, dann up |
| Import bricht mit Editions-Warnung ab | Enterprise-Backup benötigt ein Enterprise-Image, siehe Kapitel 8 |
manifest unknown beim Pull |
Das Repository ist da, das Tag nicht. cmk-manage.sh image why nennt die vorhandenen Tags des Zweigs |
repository name unknown / Login Succeeded, aber Pull scheitert |
Der Repository-Pfad stimmt nicht. cmk-manage.sh image repos --edition enterprise zeigt, was die Registry anbietet; sonst über den Tarball gehen |
image not known / Podman sucht bei registry.access.redhat.com |
kurzer Image-Name. CMK_IMAGE vollqualifiziert setzen: cmk-manage.sh image use docker.io/… bzw. registry.checkmk.com/enterprise/… |
checkmk/check-mk-enterprise nicht auf Docker Hub gefunden |
richtig so – Enterprise liegt nur auf registry.checkmk.com oder als Tarball vor; ab 2.5 heißt die Edition pro und liegt frei auf Docker Hub |
Tarball mit podman import eingespielt, Image „unbekannt“ |
import erzeugt ein Image ohne Metadaten. Fehl-Image mit podman rmi <id> entfernen und cmk-manage.sh image load --file … verwenden (nutzt load) |
| Download des Image-Tarballs schlägt fehl (401/404) | Zugangsdaten des Kundenportals prüfen, exakte Version angeben (kein -latest), notfalls image download --url '<vollständige URL>' |
Proxy zeigt 502 Bad Gateway |
Checkmk-Container läuft nicht oder Weiterleitung nicht auf 127.0.0.1:5000 gesetzt: ./scripts/cmk-manage.sh status, curl -I http://127.0.0.1:5000/ |
| Let's Encrypt schlägt fehl | Port 80 aus dem Internet nicht erreichbar oder DNS falsch; Alternative: DNS-Challenge oder selbstsigniertes Zertifikat |
| Agents melden sich nach der Migration nicht | Site-Name geändert (--as-site), IP nicht übernommen oder Port 8000 blockiert; auf dem Agent prüfen: cmk-agent-ctl status |
Permission denied auf data/ unter RHEL |
SELinux: restorecon -Rv /opt/checkmk-stack/data, :Z an den Mounts prüfen |
podman-compose nicht gefunden |
EPEL aktivieren oder auf Quadlet umstellen (./install.sh --quadlet) |
This system is not registered with an entitlement server |
RHEL ohne Subskription – dnf liefert dann gar keine Pakete. Registrieren, Installations-DVD als Repository einbinden oder auf Rocky/Alma wechseln: Abschnitt 5.1 |
epel-release lässt sich nicht installieren |
EPEL setzt Red Hats Basis-Repositories voraus und ersetzt die Registrierung nicht. Ohne Subskription führt der Quadlet-Weg ohne podman-compose zum Ziel: Kapitel 6, Variante B |
| Proxy-Manager-Container startet nicht mehr mit | Schalter steht auf off: cmk-manage.sh npm-enable on. Prüfen mit cmk-manage.sh npm-enable |
| Adminoberfläche aus dem LAN nicht erreichbar | Port 81 gesperrt. Auf einen freien Port legen: cmk-manage.sh npm-port 10443 und in der Firewall freigeben |
Nach npm-port antwortet der neue Port nicht |
Proxy Manager wurde nicht neu gestartet: cmk-manage.sh restart; Datei prüfen: data/npm/data/nginx/custom/http.conf |
cmk-manage.sh bricht mit „CMK_RUNTIME … ist nicht installiert" ab |
wird nur noch gewarnt und selbst gesucht; sauber setzen mit config set CMK_RUNTIME auto |
| Browser bleibt schwarz, „Waiting for Firefox to connect…" | Die Startseite antwortet nicht – meist läuft der Proxy Manager nicht. Das Skript meldet das jetzt vorab, siehe Kapitel 11.3 |
| Proxy-Manager-Oberfläche im Browser leer / nur Textfragmente | Textbrowser ohne JavaScript verwendet. cmk-manage.sh browser --engine browsh (bzw. carbonyl) nehmen |
| Selbstsigniertes Zertifikat lässt sich im Terminal-Browser nicht hochladen | Datei-Dialoge gibt es dort nicht – Upload über die API, siehe Kapitel 11.4 |
browser meldet „braucht ein echtes Terminal" |
Aufruf aus Pipe/Skript. Direkt auf der Konsole oder per SSH aufrufen; nur der Bau geht headless mit --build-only |
| Menüpunkt bricht mit einer Fehlermeldung in die Shell ab | behoben: fehlende Container, Sites oder Backups werden jetzt als Dialog gemeldet, die Oberfläche bleibt offen |
job auto on meldet fehlende Rechte |
/etc/cron.d/ braucht root: mit sudo aufrufen, oder die ausgegebenen Zeilen selbst übernehmen |
| Proxy Manager verlangt beim ersten Aufruf ein neues Konto | seit 2.15 normal. NPM_ADMIN_EMAIL/NPM_ADMIN_PASSWORD vor dem ersten Start setzen; ist das Konto schon angelegt, dessen Daten dort eintragen |
| Im Terminal-Browser erscheint bei Proxy-Hosts ein JSON-Fehler | Die Oberfläche ist dafür zu aufwendig. Proxy-Hosts stattdessen über cmk-manage.sh proxy add anlegen (Kapitel 10.2) |
| TUI startet nicht | dialog installieren: apt-get install -y dialog bzw. dnf install -y dialog |
Site startet nicht, tmp-Fehler |
./scripts/cmk-manage.sh omd config <site> set TMPFS off, danach Site starten |
Nützliche Kommandos:
./scripts/cmk-manage.sh logs -f # Container-Logs
./scripts/cmk-manage.sh omd status cmk # Dienste der Site
./scripts/cmk-manage.sh shell # Root-Shell im Container
docker exec -it checkmk omd su cmk # bzw. podman exec …
21. Sicherheitshinweise
CMK_PASSWORDsofort nach der Installation in der Oberfläche ändern und aus der.enventfernen (wird nur bei der Neuanlage ausgewertet);chmod 600 .envist gesetzt.NPM_ADMIN_PASSWORDvor dem ersten Start auf ein eigenes Kennwort setzen – daraus wird das Administratorkonto des Proxy Managers erzeugt.- Port 81 (Adminoberfläche) nur aus dem Administrationsnetz erreichbar machen, Port 5000 gar nicht nach außen öffnen.
- Backups enthalten alle Passwörter und Zertifikate der Site – verschlüsselt
ablegen bzw. Zugriffsrechte eng fassen (
chmod 700 backups). - Regelmäßig
./scripts/cmk-manage.sh pull+upfür Sicherheitsupdates der Images einplanen. - Host-Netzwerk bedeutet: der Container teilt sich den Netzwerk-Stack des Hosts. Es gibt keine zusätzliche Netzwerkisolierung – die Absicherung erfolgt über die Firewall des Hosts.
22. Deinstallation
sudo ./scripts/cmk-manage.sh down
# systemd
sudo systemctl disable --now checkmk-stack.service
sudo rm -f /etc/systemd/system/checkmk-stack.service
# bzw. Quadlet
sudo rm -f /etc/containers/systemd/checkmk.container \
/etc/containers/systemd/nginx-proxy-manager.container
sudo systemctl daemon-reload
# Images entfernen (Namen aus "cmk-manage.sh image list")
docker image rm docker.io/checkmk/check-mk-raw:2.3.0-latest docker.io/jc21/nginx-proxy-manager:2
# podman image rm …
# ggf. gespeicherte Registry-Anmeldung entfernen
podman logout registry.checkmk.com # bzw. docker logout
# Daten (ACHTUNG: löscht die komplette Überwachung!)
sudo rm -rf /opt/checkmk-stack/data
Lizenz / Hinweise
Dieses Projekt enthält lediglich Konfiguration und Hilfsskripte. Checkmk (Raw Edition, GPLv2) und NGINX Proxy Manager (MIT) unterliegen den Lizenzbedingungen der jeweiligen Hersteller.